Ein Ausgleich und warum es in Nordhausen „boomt“

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Wie viele und welche Bauplätze der Bebauungsplan „Bückle VI“ vorsieht.

Unterschneidheim-Nordhausen. „In Nordhausen boomt es“, bestätigte Unterschneidheims Bürgermeister Johannes Joas den Nordhausener Ortschaftsräten bei ihrer Sitzung.

Bevor es losging, nutzten die Ortschaftsräte die Gelegenheit und besichtigten den Stand des Baues am neuen Rathaus in Unterschneidheim. Eugen Lechner vom Ortsbauamt und Bürgermeister Joas führten die Gäste durch den Rohbau.

Anschließend ging es im „Kreuz“ in Nordhausen um den Bebauungsplan „Bückle VI“. Da es im Baugebiet „Bückle V“ nur noch einen Bauplatz gibt, hat die Gemeinde Unterschneidheim als Vorsorge ein weiteres Flurstück erworben. Damit soll der mittelfristige Wohnflächenbedarf gesichert werden. Die Größe des Plangebietes beträgt ungefähr einen Hektar. Der Bebauungsplan sieht elf Einfamilienbauplätze, vier Reihenhausbauplätze und einen Mehrfamilienhausbauplatz vor. Dieses Baugebiet soll ein reines Wohngebiet werden. Die Bauplätze für Einfamilienhäuser sollen eine Größe zwischen 500 und 800 Quadratmeter bekommen. Das Gebiet soll über eine Straße im Norden erschlossen werden. Eugen Lechner erklärte, dass die vorhandenen Kanäle genutzt werden könnten, doch müsse ein Trennsystem für das Regenwasser gebaut werden.

Ausgleich für den Frevel

Für den Windpark im Nonnenholz bei Zöbingen müssen vom Betreiber Ersatzzahlungen für nicht kompensierbare Eingriffe in den Naturhaushalt geleistet werden. Diese sollen in Nordhausen für den Schäfersbrunnengraben genutzt werden. „Bei der Flurbereinigung 1976 haben wir - aus heutiger Sicht - Frevel an der Natur begangen“, sagte Ortsvorsteher Josef Uhl. Der Bach war damals begradigt worden, die Böschungen verdichtet. Deshalb weise der Bach nur sehr wenig Naturnähe auf.

Im Westen befindet sich ein Weiher, der freizeitlich genutzt wird. Das überschüssige Wasser aus dem Weiher fließt in die Nordhauser Ach. Nun ist vorgesehen, die Gewässerdynamik zu fördern, indem das Gewässer naturnäher gestaltet werden soll. Dazu wird die Sohlverbauung aus dem Bach entfernt und durch die Uferaufweitung neue Strukturen angelegt. Dadurch wird neuer Retentionsraum gewonnen und die standortgerechte Pflanzen- und Tiergesellschaften angesiedelt. Der dort lebende Biber wird ebenfalls Spielraum für Gestaltungsmaßnahmen gegeben. Die Räte äußerten Bedenken, dass der Biber den Weiherweg untergrabe. Joas möchte klären, ob es möglich ist, in die Böschung ein Gewebe einzubauen, das ein Untergraben verhindert. Zwischen Oktober 2023 und April 2024 soll die Maßnahme umgesetzt werden. Die Kosten liegen bei 79 000 Euro, wovon 90 Prozent gefördert werden, so dass der Eigenanteil bei 7900 Euro liegt. Ortsvorsteher Uhl lobte den Schultes: „Sie sind jemand, der zuhört und nicht gleich abschmettert.“ ⋌Michael Scheidle

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