Ein böses Déjà-Vu

+
Alexandra Rimkus
  • schließen

Alexandra Rimkus über den digitalen Grundsteuerwahnsinn.

Es ist wie ein böses Déjà- Vu. Erinnern Sie sich noch an das Frühjahr 2021? Damals waren die älteren Mitbürger im Land aufgefordert, sich gegen Corona impfen zu lassen. Selbstverständlich erst nach Vereinbarung eines Termins. Und da die Telefon-Hotline ja immer besetzt war, sollte man das doch bitte schön über das Internet machen. Aber nicht etwa mit einer schlichten E-Mail oder einem Klick auf einer Homepage. Nein, dafür waren ein PC, ein Handy plus ein Verifizierungscode (per SMS) und Vermittlungscodes (Plural) nötig. Das Resultat: Viele ältere Mitbürger scheiterten verzweifelt, die Kinder - wenn vorhanden - mussten ran.

Mit der neuen Grundsteuererklärung wird das alles noch einmal getoppt. Und zwar locker. Der Bürger wird zum unbezahlten Finanzbeamten gemacht, der sich stundenlang durch Formulare quälen darf und mühselig Informationen zusammensuchen muss, die den Behörden eigentlich schon längst vorliegen. Warum zum Beispiel müssen von den Steuerpflichten Bodenrichtwerte ermittelt werden? Auch Angaben über das Alter eines Gebäudes und die Größe finden sich doch eigentlich in jeder Bauakte. Könnte man als Finanzamt eigentlich alles auch selbst abfragen. Der Gipfel dieses bürokratischen Wahnsinns ist es allerdings, den Bürgern auch noch die Pflicht aufzuerlegen, diesen Antrag digital stellen zu müssen  - wohlgemerkt in einem Land, dass beim Digitalisierungsgrad irgendwo im hinteren europäischen Mittelfeld rum dümpelt, hinter Ländern wie Malta oder Estland.  Aber was schert das schon die deutsche Politik und das Finanzamt? Wer es digital nicht hinbekommt, der kann ja schließlich wieder die Kinder fragen...

Lesen Sie dazu: 

"Und jetzt drücken wir auf Senden"

Zurück zur Übersicht: Ellwangen

Kommentare