Ein Lebensturm am Katzenweiher

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Das Bild zeigt (von rechts) Leonhard Baumann, die Enkel Paul und Louis Schwager und Bürgermeister Rainer Knecht.
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Welches Ausflugsziel der Jäger Leonhard Baumann geschaffen hat.

Ellenberg-Hintersteinbach. Der Hintersteinbacher Jäger Leonhard Baumann hat zusammen mit seinen Jagdkollegen und seinen Enkeln im Gewann Katzenweiher ein kleines Ausflugsziel geschaffen. Dies war für Bürgermeister Rainer Knecht Anlass die neue touristische Attraktion in seiner Gemeinde offiziell vorzustellen.

Seit er sich im Ruhestand befindet, widmet sich der frühere Ellenberger Gemeinderat und ehemalige Leiter der VR-Bank-Filiale vor allem seiner Familie und der Jagd. Er sei hier in Hintersteinbach geboren und von klein auf sehr eng mit der Natur verbunden gewesen, sagt der 65-Jährige.

Rückblickend auf seine Kindheit stellt Baumann fest, dass sich die Landwirtschaft stark verändert hat. Wobei er den Landwirten keine Vorwürfe machen wolle und es ihm bewusst sei, dass es für sie kein Zurück zur kleinparzellierten Bewirtschaftung gebe. Dennoch findet Baumann, dass die Landwirte ihren Beitrag leisten könnten, um naturnahe Rückzugsflächen zu schaffen.

Dämme der Weiher zerstört

Deshalb habe er auch vor zwei Jahren die Anregung seines Jagdverpächters aufgegriffen, das einstige, etwa 6000 Quadratmeter große Biotop im Gewann Katzenweiher herzurichten. In diesem befinden sich am Waldrand zwei jeweils rund 1500 Quadratmeter große Weiher. Diese waren trockengefallen, weil Biber die Dämme zerstört hatten.

Zusammen mit seinen Jagdkollegen Werner Ifland und Christian Görgler habe er ein gutes halbes Jahr lang und unter Einsatz schwerer Baumaschinen die Dämme befestigt und die Weiher im Sommer 2020 mit Wasser befüllt. Zwischenzeitlich sei hier unter anderem der Eisvogel zu sehen. Aber erst, wenn die sogenannte Wasserpest und die Wasserlinsen beseitigt seien, könnten die Gewässer zum Angeln genutzt werden.

Um seinen Enkeln Louis und Paul Schwager die Natur nahe zu bringen, habe er mit ihnen einen sogenannten Lebensturm gebaut. Dabei handele es sich um ein mehrstöckiges Kleintierhotel, in dem sich auf mehreren Etagen vom Igel über Eidechsen bis zu Vögeln verschiedene Tierarten ansiedeln könnten. An der Mosel würde über 100 solcher Lebenstürme stehen und Touristen anziehen.

Ergänzend hat er einen Bienenstock angefertigt und sich ein Bienenvolk gekauft. Landwirt Willi Zeller habe ihm eine angrenzende Wiese überlassen. Dort befindet sich ein Reisighaufen, in dem Ringelnattern leben.

Zuletzt hat Baumann mit seinen Jagdkollegen an einem der Weiher Sitzgelegenheiten und eine Grillstelle gebaut. Das Biotop befinde sich in unmittelbarer Nähe zum fränkisch-schwäbischen Jakobsweg, der vorbeiführende Feldweg wird viel von Joggern, Wanderern und Radfahrern genutzt.

Bürgermeister Rainer Knecht betont bei dieser Gelegenheit den hohen Freizeitwert der Gemeinde, die inmitten einer herrlichen Landschaft liege und mit den Badeseen und dem Waldlehrpfad bereits viele Anziehungspunkte biete. Mit diesem von Baumann geschaffenen Kleinod sei eine weitere Ruhezone geschaffen worden, lobte der Schultes. Franz Rathgeb

Die Lage: Das Areal Katzenweiher liegt knapp 250 Meter nördlich der Kreisstraße Hintersteinbach-Ellenberg. Bevor es den Wald rein geht, steht rechts eine Kastanie. Hier kann man parken.

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