Ein nostalgischer Dauerbrenner

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Bruno Deutsch, der eigentlich Strafzettel an Verkehrsünder verteilte, fungierte im Oktober 1977 als "charmanter" Auktionator.

Die Fundsachenversteigerung der Stadt ist seit jeher ein wichtiger Termin für Schnäppchenjäger. 1977 kamen vor allem Regenschirme unter den Auktionshammer. Von Alexandra Rimkus

Ellwangen. Es ist nostalgischer Dauerbrenner und Jahr für Jahr ein Highlight für Schnäppchenjäger: die Fundsachenversteigerung der Stadt Ellwangen.

Das war auch schon vor 45 Jahren so, als der Hilfspolizist Bruno Deutsch vom Ellwanger Ordnungsamt, all jene Sachen zur Versteigerung brachte, die von den Eigentümer nicht innerhalb von sechs Monaten im städtischen Fundbüro abgeholt worden waren.

Das Foto vom 19. Oktober 1977 lässt darauf schließen, dass damals im Foyer der Ellwanger Stadthalle vor allen Dingen Regenschirme unter den Auktionshammer kamen. Aber es muss auch die eine oder andere außergewöhnliche Fundsache dabei gewesen sein. So heißt es doch in dem Artikel zum Bild: „Man glaubt nicht, was die Vergeßlichkeit des Menschen für Blüten treibt. (…) Und was verliert der Mensch nicht alles, selbst wenn er seinen Verstand noch nicht verloren hat.“

Was genau die einstige Leiterin der Ellwanger SchwäPo-Redaktion, Anneliese Scherf-Clavel, damals damit gemeint hat, bleibt leider im Verborgenen. Zumindest aber gibt die Kollegin abschließend noch den lehrreichen Hinweis, dass man es einem Mitmenschen auf keinen Fall übel nehmen dürfe, sollte man ihn mit einem schon lange vermissten Gegenstand plötzlich durch die Ellwanger Innenstadt „wandeln“ sehen. Weil: „Er hat ihn ehrlich erstanden und bar bezahlt!“

Was 1977 auf großes Interesse gestoßen ist, dürfte auch im Jahr 2022 wieder ein Publikumsmagnet sein: In Ellwangen findet am Dienstag, 22. September, ab 8 Uhr, die nächste öffentliche Versteigerung von Fundsachen statt – allerdings nicht  im Foyer der Stadthalle, sondern im kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Zur Versteigerung kommen wie in den vergangenen Jahren Geldbeutel, Taschen, Brillen, Fahrräder, Kleidungsstücke und natürlich auch wieder jede Menge Regenschirme. Die Fundsachen werden bei Versteigerungszuschlag gegen Barzahlung an die neuen Eigentümer übergeben. Die Einnahmen der Versteigerung fließen dem städtischen Haushalt zu.

In diesem Zuge weist die Stadt Ellwangen noch darauf hin, dass diverse Fundgegenstände – von Schlüsseln über Handys bis zu hin zu einer „Stofftasche mit Getränken“ – derzeit im Fundamt auf Abholung warten. Ebenso wie auch eine Schildkröte. Das Reptil wurde Ende August zwischen Röhlingen und Zöbingen gefunden und lebt derzeit beim Finder des Tieres.  

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