Ein Platz für ein Päuschen

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Zehn Krassbronner legen ehrenamtlich ihren Dorfplatz an. Wanderer und Radfahrer sollen hier eine Pause einlegen können und der Maibaum wieder seinen Platz finden.
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In Krassbronn wird angepackt. Die Einwohner legen ihren neuen Dorfplatz selbst an. Die Gemeinde steuert lediglich das Baumaterial bei. 

Ellenberg-Kraßbronn

Wir würden unseren Teil dazu beitragen.“ Mit diesen Worten war Anton Nagler aufs Ellenberger Rathaus gegangen. Denn im Herbst war mit Verlegen des Glasfaseranswchlusses in Kraßbronn und mit Setzen des Verteilerkastens die ehemalige Rasenfläche aufgebaggert worden. Und da fand Nagler: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich den Dorfplatz vorzuknöpfen, das jetzt gscheit zu machen. Und da Verwaltungschef Rainer Knecht eine gute Gelegenheit erkennt, wenn sie sich bietet, schlug er ein. Sein Angebot an Kraßbronn: „Wenn Ihr die Schafferei übernehmt, steuert die Gemeinde das Material bei.“

Eins der Ziele für den kleinen Dorfplatz war aufjedenfall, dass der Kraßbronner Maibaum hier wieder stehen kann. Ein Zweites: „Wir wollten eine Möglichkeit, wo wir ein Bänkle aufstellen können.“ Für die Radfahrer und Wanderer, die gern durch den Ortsteil kommen, wenn sie auf dem Grünen Pfad unterwegs sind, wie Thomas Töpfl erzählt. „Es soll einladend sein für die Leute, die hier durchkommen und ein bisschen Pause machen wollen bei uns in Krassbronn.“

Bereits im Frühjahr haben die Kraßbronner einen Metallrahmen für die Verankerung des Maibaums gebaut, den Schacht erhöht und die Einfassung für den Maibaum fertiggestellt – im Sommer nun Einsätze gehabt, um gemeinsam den Dorfplatz zu pflastern. Der Bauhof hat – inzwischen mehrfach - Split und Verbundsteine geliefert und die Freiwilligen sich in sengender Hitze getroffen, um das Material zu verbauen.

Klaus Seckler, Markus Leib, Andreas Pregitzer, Carina Töpfl: Sie sind Automechaniker, Rentner oder Kaufmann. Keiner Bodenleger. Doch alle sind sie kräftig am Werkeln. Einer zieht den Split glatt, drei bilden eine Stein-Kette, einer bedient die Steinsäge, Thomas Töpfl verlegt, Anton Nagler vermisst, Reinhold Seckler kümmert sich um einen sauberen Abschluss zur Straße hin. Jeder hat noch von zuhause was mitgebracht, was er an Material hatte und gebraucht wird.

„Das macht doch Spaß mit den Nachbarn, wenn man zusammenkommt und hier miteinander schafft“, ist für Thomas Töpfl klar. Zehn Nachbarn sind's, die hier zusammenhelfen. Die anderen Kraßbronner liefern Eis, kühlte Apfelschorle, Bier oder motivierende Worte. Wobei: Fürs Catering ist eigentlich Maria zuständig. Die Dreijährige serviert gewissenhaft Kaffee, damit den Männern nicht die Lust ausgeht. Thomas, ihr großer Bruder (9), reicht die Steine an und ist der wichtigste Helfer von allen. Ganz klar.

Schon das nächste Projekt

Seit einer guten Woche ist alles Pflaster verlegt. Jetzt werden Tisch und Bänke montiert und die Einweihung geplant. Die soll auf jeden Fall noch stattfinden, solange Bürgermeister Knecht im Amt ist. Anton Nagler ist schon beim nächsten Projekt, dem Sahnehäubchen der ganzen Aktion. Er erstellt eine Infotafel über den Ort. Vor wenigen Tagen hat er Antwort vom Landesarchiv zur jahrhundertealten Geschichte des Fleckens bekommen. Wie das Cresprunnen von 1337 zu Grasbrünen, Craspron, Crasprunnen, Craßbronn, Krasprun und Kraßprunnen wurde und wie es überhaupt zu seinem Namen kam, das wird bald am neu und selbst gestalteten Dorfplatz zu lesen sein.

Zehn Krassbronner legen ehrenamtlich ihren Dorfplatz an. Wanderer und Radfahrer sollen hier eine Pause einlegen können und der Maibaum wieder seinen Platz finden.
Zehn Krassbronner legen ehrenamtlich ihren Dorfplatz an. Wanderer und Radfahrer sollen hier eine Pause einlegen können und der Maibaum wieder seinen Platz finden.

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