Eine Lokomotive, die Gegenwind aushalten konnte

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Anton Rieger Foto: privat
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Im Requiem für Anton Rieger sprach Stadtpfarrer Sven van Meegen darüber, was ein Leben trägt.

Ellwangen. Überaus zahlreich war die Trauergemeinde, die am Freitag den Architekten und Kommunalpolitiker Anton Rieger auf seinem letzten Weg begleitete. Auf dem Friedhof St. Wolfgang sprach Oberbürgermeister Michael Dambacher über die Kraft und die Leidenschaft, mit der sich Anton Rieger im Gemeinderat für das Wohl der ganzen Stadt einsetzte.

Der Landtagsabgeordnete Winfried Mack würdigte Riegers Verdienste für die CDU in der Gemeinderatsfraktion und im Ellwanger Stadtverband.

Für den Lions Club Schwäbisch Gmünd AalenEllwangen sprach Präsident Wolfgang Leidig, für die Studentenverbindung Alania Stuttgart ein Mitglied der Altherrenschaft.

Zuvor, beim Requiem in der Basilika, gab eine Fahnenabordnung der Freiwilligen Feuerwehr dem ehemaligen Kommandanten das Ehrengeleit und Stadtpfarrer Sven van Meegen schilderte den Verstorbenen als eine Lokomotive, „die uns vorausgegangen ist, im Leben wie im Tod.“ Bezugnehmend auf die Lesung, das Gleichnis vom Hausbau, meinte van Meegen, Anton Rieger sei als „Vollblutarchitekt“ und Statiker ein Mensch gewesen, der sein Haus auf Fels gebaut habe. Ein kurzer Blick, ein erster Eindruck habe ihm oft schon gesagt, „ob etwas trägt oder nicht.“

Sein Glaube und seine Familie, das seien Grundfesten im Leben von Anton Rieger gewesen, aus denen er die Kraft schöpfte für die Leistungen und das Wirken in der Gesellschaft.

„Er war ein Energiebündel, er hat sich für die Stadtgesellschaft eingesetzt, ist vorangegangen, hat gesagt, was er dachte, auch wenn es gegen die öffentliche Meinung war“, sagte van Meegen und betonte, dass öffentliches Engagement eben kein gemütlicher Spaziergang sei. Das Wirken für die Gemeinschaft erfordere einen sicheren Stand, einen wachen und freien Geist, um den oft heftigen Gegenwind auszuhalten, der dort mitunter bläst. „Man setzt sich der Kritik aus, auch Bösartigkeiten“, sagte van Meegen. Anton Rieger hatte dieses tragende Fundament, die Sicherheit, das Haus, das auf Fels gebaut war.

Sein Gottvertrauen habe ihn ausgezeichnet, sein Glaube sei Richtschnur gewesen und Halt, als sein Leben mit der Leukämieerkrankung ins Wanken geriet. Mit der Leidenschaft für Autos sei der Porschefahrer Anton Rieger gewohnt gewesen, immer mobil zu sein. Die Krankheit, der Aufenthalt im Krankenhaus, seien eine schwere Prüfung für ihn gewesen, auch wenn er mit Laptop und Telefon versuchte, trotzdem noch am Arbeitsleben teilzuhaben. Die Krankheit habe Riegers Lebenskraft erschüttert, doch die Familie, seine Frau, die Kinder und gute Freunde hätten ihn wieder aufgerichtet.

Van Meegen erinnerte sich an ein Gespräch über den Propheten Amos kurz vor Riegers Tod und war sicher, dass der Verstorbene sich jetzt „dort oben“ um die Statik kümmere. Die Familie, die ganze Stadt habe ihn verloren, „doch der Himmel hat einen ganz besonderen Menschen gewonnen.“ ⋌Gerhard Königer

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