Ein Wohlfühlort im Virngrund

+
Ein Blick aus der Luft auf Ellenberg
  • schließen

Das sagen die Ellenberger über ihre Gemeinde: Das Vereinsleben blüht, die digitale Infrastruktur ist spitze, doch ein Arzt und eine Gaststätte im Hauptort, das wäre wichtig.

Ellenberg

Ellenberg kann absolut zufrieden sein mit dem Ergebnis des Ostalbchecks. In acht von 15 abgefragten Bereichen, also in mehr als der Hälfte, schneidet die Virngrundgemeinde überdurchschnittlich ab. Das lässt sich doch sehen.

Der kreisweit drittschlechteste Wert ist der öffentliche Nahverkehr. Dieser liegt bei 5,4 im Kreis, Ellenberg bei 5,0. Allerdings sehen 25 Gemeinden im Ostalbkreis ihre Situation, was die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr anbelangt, noch schlechter, als die Ellenberger das für sich bewerten.

Was die Verkehrsbelastung und Lärmbelästigung anbelangt, liegt die Gemeinde mit 5,0 ganz knapp unter dem Durchschnitt, richtig spitze ist Ellenberg, was die Höhe der Mieten und Kaufpreise anbelangt. Was kreisweit eine 4,9 ist, da glänzt Ellenberg mit 6,5. Noch besser bewerten hier nur die Obergröninger ihren Ort. Diese Aussage bestätigt, wie reißend die Bauplätze weggehen. Seit 2021 hat die Gemeinde 20 Plätze im Hauptort verkauft, zwölf in Breitenbach und zusätzlich noch in der Gartenstraße innerörtlich nachverdichtet. Absoluter Rekord. Bei der Aussicht „Auf dem Gewand: kein Wunder.

Wo die Bürger Handlungsbedarf sehen, das ergibt die Umfrage recht klar: In Sachen Gastronomie liegt Ellenberg auf dem fünftletzten Platz. Die Bürger machen das Beste daraus, nutzen die Vereinsheime von VfB, Schützen und den Breitenbacher Wanderfreunden und die vier Gaststätten bei den Stauseen. Doch: wenn der „Adler“ endlich wieder einen Pächter hätte, das wäre einfach ganz was anderes. Wäre ein Pächter gefunden, würde der neue Eigentümer auch renovieren. Das hat er schon versprochen.

Noch einen Platz schlechter als beim Thema Gastronomie fällt das Ergebnis bei der ärztlichen Versorgung aus. Damit ist Ellenberg mit vielen Gemeinden ähnlicher Größe in bester Gesellschaft. Der Durchschnitt im Kreis liegt bei 6,0, Ellenberg hier bei 2,7. Eine Lösung könnte ein Medizinisches Versorgungszentrum sein. Das würde bedeuten: Mehrere Ärzte müssten sich zusammenschließen und dann an festgelegten Tagen die Gemeinden besuchen, die eben keine eigene Hausarztpraxis haben. Überlegungen dazu gibt es. Da gilt es für die künftige Bürgermeisterin Anna-Lisa Bohn dranzubleiben. Für die Ellenberger ist die ärztliche Versorgung vor Ort ein wichtiges Thema. Im Zuge der Klinikdebatte hat dieses Thema vielleicht noch an Bedeutung gewonnen.

Im Bereich „Seniorengerechte Gemeinde“ ist Ellenberg leicht überdurchschnittlich. Dieses gute Ergebnis ist vielleicht auch dem agilen Krankenpflegeverein rund um Dieter Berkau geschuldet, eine zusätzliche Aufwertung wird dann der Pflegestützpunkt der Malteser werden. In Sachen kulturelles Angebot und Freizeitmöglichkeiten liegt Ellenberg genau im Durchschnitt, gemeinsam mit Oberkochen und Rainau. Nicht berühmt sieht es in Sachen Einkaufsmöglichkeiten aus. Das Ergebnis mit einer 4,8 liegt deutlich unter dem Kreisdurchschnitt mit 6,4, wo sich Städte und größere Gemeinden natürlich leichter tun.

Richtig gut hingegen schneidet die Virngrundgemeinde bei der Frage ab, wie sicher sich die Bürger in ihrem Heimatort fühlen. Hier erreicht Ellenberg eine 7,5 und liegt damit sehr deutlich über den Durchschnitt von 6,6. Bei den Angeboten für Jugendliche und Familienfreundlichkeit ist die Gemeinde etwas überdurchschnittlich, in Sachen Sauberkeit weit überdurchschnittlich. Bei der Lebensqualität, die im Kreis allgemein ganz ordentlich abschneidet, packt Ellenberg nochmal eine Schippe drauf und liegt auf Platz 11 im Kreis. Mit gleich mehreren Seen und rund 61 Prozent Waldanteil auf der Gemarkung, belegt Ellenberg im ganzen Kreis die Spitze. Mehr Wald hat keiner. Seen, Wiesen, Wälder – da lässt es sich wunderbar sein und die Freizeit genießen. Das wissen auch die Urlauber, die gerne auf die fünf Campingplätze Ellenbergs kommen.

Ein Leserwunsch lautet bei der Ostalbcheck-Umfrage: „Ausbau des Radwegenetzes und des Angebots für Jugendliche, beispielsweise eine Kletterwand oder Mountainbikestrecke.“ Ein Gasthaus und ein Bürgertreff seien wichtig. 

Ein sehr guten dritten Platz im Landkreis belegt die Gemeinde auch beim Vereinsleben und den sportlichen Angeboten. Kein Wunder: Bei 19 Vereinen, die auf rund 1800 Einwohner kommen. Sogar Platz Zwei – und das völlig zurecht – erreicht Ellenberg bei der Frage nach der digitalen Infrastruktur. Denn beim Breitbandausbau hat die Gemeinde, die 21 Teilorte zählt, selbst deutschlandweit die Nase weit vorne. Insgesamt liegt Ellenberg im kompletten Landkreis auf Platz 17. Ein ordentliches Ergebnis. Teilgenommen haben 8,2 Prozent aller Einwohner.

Zurück zur Übersicht: Ellenberg

Mehr zum Thema

Kommentare