Ellenberg: Ärger über neues System

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Auch Ellenberg muss das Haushaltswesen umstellen. Dem Kämmerer gefällt das gar nicht.

Ellenberg. Gemäß einem Beschluss des Landtags müssen alle Städte und Gemeinden ihr Haushalts- und Rechnungswesen spätestens zum 1. Januar 2020 auf die sogenannte doppelte Buchführung (Doppik) umstellen. Der Ellenberger Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die entsprechenden Weichen gestellt.

Die Umstellung bringe "nichts außer riesen Ärger, Kosten und Zeitaufwand", urteilte der Fachbeamte für das Finanzwesen, Jürgen Bieg. Zugleich erklärte er, dass mit der Einführung einer neuen Verwaltungssoftware zum Jahresbeginn 2017 bereits eine grundlegende Voraussetzung für das neue Haushaltswesen geschaffen wurde.

Zudem berichtete der Kämmerer, dass sich die Gemeinde Ellenberg und acht weitere Kommunen aus der Region zu einer Projektgruppe zusammengeschlossen hätten. Über die Gruppe sollen beispielsweise die erforderlichen Schulungen koordiniert werden. Ferner sei ein Erfahrungsaustausch angedacht. Die Projektgruppe werde fachmännisch begleitet. Jene, hierfür auf rund 6500 Euro pro Gemeinde angesetzten Kosten würden unterschritten.

Als ersten Schritt nannte Bieg die Erfassung und Bewertung des unbeweglichen Gemeindevermögens. Zu diesem würden alle bebauten und unbebauten Grundstücke, die Straßen und Wege sowie die Gebäude zählen. Mit der Auflistung und Bewertung sollte ein externer Dienstleister beauftragt werden, urteilte Bieg.

Über diese Vorgehensweise seien sich alle Gemeinden der Projektgruppe einig. Schließlich sollte die Bewertung rechtssicher sein, zudem bringe sie einen immensen Zeitaufwand mit sich. "Für uns selbst ist dies nicht leistbar", sagte Bieg.

Ferner müsse das bewegliche Vermögen der Gemeinde erfasst und bewertet werden. Dazu gehöre das Inventar der Verwaltung, der Schule und des Bauhofes. Dieses wolle die Verwaltung analog zur jährlichen Inventur selbst erfassen.

Für das externe Erfassen des Vermögens habe die Verwaltung zwei Angebote eingeholt. Die Firma Petersen und Co. GmbH habe mit gut 22 300 Euro das günstigste Angebot unterbreitet. Sofern drei Kommunen der Projektgruppe dieses Büro beauftragen, werde ein Rabatt in Höhe von zehn Prozent (2230 Euro) in Aussicht gestellt. Die Firma könnte noch diesen Herbst ihre Arbeit in Angriff nehmen. Im Haushalt 2018 müssten die entsprechenden Gelder eingestellt werden. Die Firma erhielt den Zuschlag.

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