Ellenberg: Bürgermeister Rainer Knecht hört auf

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Bürgermeister Rainer Knecht vor dem Ellenberger Rathaus.
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Nach 30 Jahren als Bürgermeister der Gemeinde legt Knecht sein Amt nieder – das sind seine Gründe.

Ellenberg. Befreiend sei es, so Ellenbergs Bürgermeister Rainer Knecht, nun öffentlich bekanntgeben zu können, sein Amt Ende des kommenden Septembers niederzulegen. „Das Amt des Bürgermeisters wird immer aufwändiger, die Bürokratie und das Anspruchsdenken der Bürger immer größer“, so Knecht, der mit seinen 60 Jahren aktuell der dienstälteste Bürgermeister im Ostalbkreis ist.

Gesundheitliche Gründe spielen keine Rolle dabei, dass er nach einer halben Amtsperiode aufhört – auch wenn er merke, dass mit zunehmendem Alter die Verantwortung mehr an ihm zehre und das Aufgeben des Amts mit Sicherheit für die Gesundheit zuträglich sei. 

"Jezt ist der richtige Zeitpunkt, aufzuhören." 

30 Jahre ist Knecht Bürgermeister der Gemeinde Ellenberg – für ihn eine berufliche Lebensaufgabe, die ihn erfüllt habe. „Aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt, aufzuhören“, betont er. Leicht sei ihm diese Entscheidung nicht gefallen. Doch wichtige Vorhaben und Investitionen seien umgesetzt worden – etwa der Glasfaserausbau, die Abwicklung der Baugebiete in Ellenberg und Breitenbach oder die Einleitung zum Abschluss des Großprojekts zur Abwasserbeseitigung in Hintersteinbach und Zwiebelhof. Zuschussanträge für die Kindergartenerweiterung wurden ebenfalls in die Wege geleitet. Und auch die Einführung der doppischen Haushaltsführung sei eine große Aufgabe gewesen. 

Auch die Coronakrise sei ein Faktor gewesen, länger zu bleiben – Knecht habe die Gemeinde verantwortungsvoll durch die Krise führen wollen. "Ich habe das sehr gern gemacht und werde auch jetzt noch versuchen, die Aufgabe gut umzusetzen." 

Bedauern und Dankbarkeit

Noch bis zum 30. September ist Knecht im Amt. "Ich wollte das aber rechtzeitig bekanntgeben, um eine gute Nachfolge zu regeln." Die Reaktion des Gemeinderats, dem er bereits vor einer Woche in einer nicht-öffentlichen Sitzung seine Entscheidung mitgeteilt hat, habe ihn gefreut: „Es gab Bedauern, aber auch Verständnis und Dankbarkeit.“ Letztendlich habe ihn das Gremium zu seiner Entscheidung beglückwünscht. 

Für die Person, die seine Nachfolge antritt, hat Rainer Knecht schon eine mögliche Aufgabe: "Meine Idee ist die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm." Damit könne sich eine gute Zuschusssituation für die Sanierung des Rathaus ergeben – das habe er innerhalb seiner Amtszeit eher immer hinten angestellt. 

Mit einem guten Gefühl verlasse er deshalb das Ellenberger Rathaus: Mit einer jungen Hauptamtsleiterin und erfahrenen Kollegen sei das Rathaus gut aufgestellt. Nun freue sich der frischgebackene Großvater vor allem auf mehr Freizeit und darauf, mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können – und als Ellenberger weiterhin Teil der Gemeinde sein. 

Über die Gemeinde Ellenberg

  • Die Gemeinde Ellenberg zählt insgesamt 21 Ortsteile und Wohnplätze. Der Waldanteil beträgt über 60 Prozent der Gemarkungsfläche. Der Haselbach. und Häslestausee machen die Gemeinde zudem Ziel für Touristen – insgesamt gibt es fünf Campingplätze in Ellenberg. 2017 wurde Rainer Knecht dort zum viertel Mal zum Bürgermeister gewählt. Obwohl es keine Gegenkandidaten gab, war die Wahlbeteiligung vergleichsweise hoch – gut 57 Prozent der Bürgerinnen und Bürger wählten, 99,37 Prozent der gültigen Stimmen gingen an Rainer Knecht. 

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