Ellenberg hat eine echte Wahl

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Helmut Sienz (links), Amtsinhaber Rainer Knecht (mitte) und Anna-Lisa Bohn (rechts) bei der Kandidatenvorstellung. Die beiden Bewerber stellten sich vor und anschließend den Fragen der Bevölkerung.
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Bei der offiziellen Kandidatenvorstellung in der vollbesetzten Elchhalle erklären die beiden Bewerber ihre Ziele für die Gemeinde.

Ellenberg. So voll ist es selten in der Elchhalle. Gut 450 Bürger waren am Montagabend zur offiziellen Kandidatenvorstellung gekommen. Also mehr als ein Viertel aller Einwohner der Gemeinde wollten sich ein eigenes Bild machen von den beiden Bewerbern auf das Bürgermeisteramt und die Nachfolge von Rainer Knecht in Ellenberg – und wurden von den beiden Kandidaten, Helmut Sienz und Anna-Lisa Bohn, vor der Halle per Handschlag und einem Lächeln begrüßt. Anschließend galt‘s. 15 Minuten Redezeit für jeden, um Anliegen, Ziele und Qualifikation vorzustellen. 

Sienz macht den Anfang

Als der, der seine Bewerbung zuerst eingereicht hatte, machte Sienz, 27, aus Ellwangen-Stocken, Fußballer und ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen engagiert, den Anfang. Er sei bodenständig und engagiert, habe vom Vater den Leitspruch „Wenn Du was machst, dann mach‘s richtig“ mitbekommen.

Nach dem Abi hatte er die Verwaltungslaufbahn im gehobenen Dienst eingeschlagen, im Jugendamt Heidenheim gearbeitet, war in der Neresheimer Verwaltung mit vielfältigen Aufgaben betraut und ist seit zwei Jahren beim Landratsamt Ostalbkreis Leiter zweier Sachgebiete. Zusammengefasst: „Ich kann Verwaltung.“ Er wolle gerne Verantwortung übernehmen, lösungsorientiert und möglichst unbürokratisch handeln. Entschlossenheit, Erfahrung und Engagement zeichneten ihn aus. Warum er kandidiert? „Ich möchte meine Potentiale einsetzen, wo ich etwas bewegen kann und mit der Gemeinde Zukunft gestalten.“ Seine Ziele: eine bürgernahe Verwaltung, die neue Ortsmitte soll Treffpunkt werden, eine Gaststätte wiedereröffnen, das Rathaus moderne Dienstleistung bieten, eine gute Abwägung finden zwischen dem Erhalt wertvoller Kulturlandschaft, den Bedürfnissen der Landwirtschaft und einer modernen Entwicklung.

Bohn stellt sich vor

Bohn, 26, aus Frankenhardt, naturverbunden, ebenfalls ehrenamtlich engagiert, hat nach dem Abi öffentliche Verwaltung studiert, war drei Jahre lang bei der Deutschen Rentenversicherung, bevor sie vor einem guten Jahr Hauptamtsleiterin in Ellenberg wurde. „Damit bin ich schon sehr gut in die Themen hier eingearbeitet.“ Sie kümmere sich unter anderem um Gemeinderatsbelange, Förderanträge, Digitalisierung, betreue Baumaßnahmen. Privat packe sie gerne bei ihren Eltern in der Landwirtschaft oder auf dem Ferienhof an. Mit „Energie, Leidenschaft und Engagement“ wolle sie sich für Ellenberg einsetzen. Ihr sei ein enger, bürgernaher Kontakt wichtig und die begonnenen Projekte wie der Kindergartenumbau, die Sanierung der Gartenstraße und die Ganztagesbetreuung fortzuführen. Zeitnah soll es dann an die Entwicklung des Ortskerns gehen, die Leerstände minimiert werden, neuer Wohnraum geschaffen, der Rathausneubau angegangen werden. „Wir müssen an alle Generationen denken. Nur so kann die Gemeinde stark und zukunftsfähig sein.“ Sie bescheinigte den Ellenbergern: „Sie sind offene, herzliche, bodenständige Menschen. Das bin ich auch. Ich bin eine von Ihnen.“

Fragerunde an die Bewerber

Bei Anna-Lisa Bohn ging es um die Familienplanung. „Mir ist klar, dass ich nach einer Geburt keine zwei Monate zuhause bleiben könnte.“ Ihr Partner sei bereit, diesen Part zu übernehmen. „Ich richte mein Leben nach Ellenberg.“
Ein Bürger aus Breitenbach wollte eine Stellungnahme zum Thema Freiflächen-Photovoltaik. Bohns Aussage: Im Juli gibt’s eine Infoveranstaltung. Der Gemeinderat entscheidet. Will der keine solchen Anlagen, gibt’s auch keine. Sienz‘: Eine Abwägung zwischen der Förderung erneuerbarer Energien und der Bewahrung landwirtschaftlicher Nutzfläche sei wichtig. Im Zweifelsfall sei es wichtig, Rahmenbedingungen festzulegen.

Ein Anwohner aus dem Gässle fragte nach den Chancen, die Dachträger loszuwerden. Bohn kennt die Thematik und auch die Realität: „Das betrifft ja nicht nur das Gässle. Die EnBW ist zuständig, die Leitungen in die Straße zu verlegen, unsere Aufgabe, sie vom Sinn der Maßnahme zu überzeugen. In Hintersteinbach hat‘s geklappt, in der Gartenstraße versuchen wir das aktuell. Auf der Entscheidung selbst hat aber die EnBW die Hand drauf.“ Sienz sagte, es gelte den Versorger anzusprechen, wenn die Sicherheit beeinträchtigt sei.

Wahltag Für die Ellenberger gilt es nun, am Sonntag, 10. Juli zur Urne zu gehen. Eine echte Wahl, die haben sie.

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