Podcast: Ein Glas mit Lars - Folge 51

Noch keine Kandidaten für Ellenberg - Sohn von Rainer Knecht geht nicht ins Rennen

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Rainer Knecht ist bis September 2022 noch Bürgermeister in Ellenberg. Dann geht er nach fast 30 Jahren in den Ruhestand.
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Rainer Knecht geht nach fast 30 Jahren in den Ruhestand. Was ihn bewegt hat, was er in Zukunft machen will. Darüber plaudert er im Podcast "Ein Glas mit Lars".

Ellenberg.

Rainer Knecht stellt eines klar: „Nein, mein Sohn Magnus wird nicht als Bürgermeisterkandidat für Ellenberg ins Rennen gehen.“ Er habe sich bei seinem Sohn noch einmal rückversichert, dass er das in dieser Form so sagen darf. Für den Podcast (eine Tonaufnahme, zu hören auf allen Podcastplattformen) „Ein Glas mit Lars“ hat sich der scheidende Schultes Zeit genommen. Darin gibt er nicht nur eine Liebeserklärung an die Gemeinde ab, der er fast 30 Jahre vorstand. Er wirbt auch dafür, sich als Bürgermeisterin oder Bürgermeister zu bewerben. Bislang gibt es nämlich noch keine Bewerbungen.

Amtszeiten wie Adenauer und Merkel

Sorgen um seine Nachfolge macht er sich noch nicht. „Vermutlich bewerben sich erst potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten, wenn die Bürgermeisterwahl in Tannhausen abgeschlossen ist“, sagt er. Tannhausen ist eine Nachbargemeinde von Ellenberg.30 Jahre. Es gibt Generationen, die kennen nur Knecht als Bürgermeister. Viele hat er sogar getraut. 30 Jahre. Da sind die Amtszeiten von Konrad Adenauer und Angela Merkel zusammen genommen.

Dass Ellenberg in gute Hände kommt, das liegt ihm natürlich arg am Herzen. Als ehemaliger Schultes wird er aber nicht täglich ums Rathaus schleichen und mit „guten Ratschlägen“ prahlen. „Ich stehe für Fragen zur Verfügung, wenn es in der Übergangszeit gewollt ist, dann genieße ich aber meinen Ruhestand.“ Wandern, Radfahren, Tennisspielen. Knecht freut sich auf die freie Zeit. Denn: als Schultes war er täglich im Einsatz. Samstags schaute er immer im Rathaus vorbei. Bürgermeistersprechstunden? „Zu mir kommen die Bürger, wenn ich vor Ort bin“, sagt er. Sitzt er in seinem kleinen Bürgermeisterbüro, das auch mit dem Möbiliar noch vom Vorgänger genutzt wurde, ist er auch für die Bürger da.  „Ich habe immer Sprechstunde.“

Überschaubar ist der kleine Ort. Knecht kennt fast alle seine Einwohner. Diese Nähe kann Segen und Fluch zugleich sein, für Knecht war es meist ein Segen. Blick zurück mit Wehmut auf die Anfangszeit? „Etwas“, antwortet er. Früher war einiges leichter, weniger Bürokratie, mehr kurzer Dienstweg, aber immer das Wohl der Bürger im Fokus.

Gewählt wird am 10. Juli in Ellenberg

Ob er nicht einmal Bürgermeister einer großen Stadt werden wollte. „Ach, es gab mal immer wieder Anfragen. Dann habe ich mir eine Liste mit zehn Punkten gemacht, acht waren immer für Ellenberg. Warum als wechseln?“ Zumal er in Ellenberg wohnt. „Das habe ich bei meiner ersten Kandidatur den Bürgern versprochen.“ Er hielt Wort. Gegenkandidaten gab es nur bei seiner ersten Wahl. Und obwohl er fortan immer als einziger Kandidat zur Wahl stand, schaffte er es immer, dass mehr als die Hälfte aller Ellenberger zur Wahl gingen. Zwischen 57 und 68 Prozent lag die Wahlbeteiligung.

Ende September hat er seinen letzten Arbeitstag. Seit dem 23. April ist seine Stelle (A14 oder A15, also etwa 6000 bis 7000 Euro) ausgeschrieben. Bewerbungen gibt es noch keine. Bis zum 14. Juni ist noch Zeit. Am 10. Juli geht's für die Ellenberger an die Urne. Wer es wird? Das weiß niemand. Nur eines steht fest: Aus der Familie Knecht, tritt niemand an.

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