Rainer Knecht stellt in seiner letzten Sitzung die Weichen

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Schulleiterin Marie-Luise Rettenmaier (links) führte die Ellenberger Räte am Dienstagabend durch die Räumlichkeiten der Schule. Für Bürgermeister Rainer Knecht (rechts) war es die letzte öffentliche Arbeitssitzung.
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Der Ellenberger Gemeinderat hat sich am Mittwochabend einstimmig für die Einführung einer Ganztagsbetreuung zum neuen Schuljahr ausgesprochen.

Ellenberg. Ellenbergs Bürgermeister Rainer Knecht hat am Mittwochabend seine letzte öffentliche Gemeinderatssitzung absolviert. "Das ist schon ein komisches Gefühl", befand der langjährige Ellenberger Schultes mit belegter Stimme. Knecht wird am 29. September offiziell in den Ruhestand verabschiedet; seine junge Nachfolgerin Anna-Lisa Bohn am gleichen Tag feierlich ins Amt eingeführt. Trotz des Wehmuts, der in der anschließenden Sitzung mitschwang, wurde an dem Abend noch ein wegweisender Beschluss gefasst. In Ellenberg wird künftig an der Grundschule eine Ganztagsbetreuung angeboten. Vorerst nur am Mittwoch und Donnerstag. Der Gemeinderat gab dafür einstimmig grünes Licht.

Im Vorfeld der Sitzung hatten die Ellenberger Räte in der Schule noch die Räumlichkeiten in Augenschein genommen, die künftig für die Betreuung und Verkostung der Schüler genutzt werden sollen. Unter anderem wurde hier für rund 2000 Euro die kleine Schulküche mit einem Essenstisch und Stühlen neu ausgestattet. Im Rahmen der Besichtigung machte Schulleiterin Marie-Luise Rettenmaier klar, dass es richtig sei, schon jetzt in die Ganztagsbetreuung einzusteigen. Zwar bestehe ein Rechtsanspruch darauf erst ab dem Jahr 2026. Aber:  "Es ist gut, wenn wir uns darauf rechtzeitig vorbereiten."  Wenn das Angebot erstmal da ist, werde es auch angenommen, zeigte sich die Schulleiterin überzeugt. Bislang hätten sich zwar nur zwei Kinder dafür angemeldet. Aber das sei kein Grund, nicht damit zu starten. "Es ist der Anfang, das wird sich entwickeln", sagte die Schulleiterin.

Vermutlich geht das sogar recht recht flott. Denn: Diese Woche starten in Ellenberg 23 neue Erstklässler, hier ist der Bedarf für eine Ganztagsbetreuung bislang noch gar nicht abgeklärt.

In der nachfolgenden Sitzung im Rathaus kam das Gremium überein, dass man das neue Angebot notfalls auch bei zwei Anmeldungen anlaufen lassen möchte. Grundsätzlich soll künftig aber eine Untergrenze von mindestens drei Anmeldungen gelten. Die Ganztagsbetreuung wird dabei eine Ergänzung zur verlässlichen Grundschule sein, die vor und nach der Schule eine Betreuung vorsieht - und zwar von 7.30 bis 8.15 und von 11.40 bis 13.40 Uhr. Bei der Ganztagsbetreuung werden die Kinder mittwochs und donnerstags jeweils bis 16 Uhr in der Schule beaufsichtigt und versorgt. Neben einer Hausaufgabenbetreuung soll es an den Nachmittagen auch Spiele- und Bewegungsangebote geben, die örtlichen Vereine sollen hier mit eingebunden werden.

Zur Ganztagsbetreuung gehört außerdem ein gemeinsames Mittagessen, das ein Metzgereibetrieb aus Dinkelsbühl für die Schule und auch den Ellenberger Kindergarten liefert. Da sich die Gemeinde an den Kosten beteiligen wird, müssen die Eltern für die Mahlzeiten statt 6,40 Euro nur 4,50 Euro zahlen. Hauptamtsleiterin Bohn wies an dieser Stelle noch darauf hin, dass  finanziell schwache Familien beim Jobcenter auch einen Antrag auf Kostenübernahme stellen könnten. Um die Hürden am Anfang nicht zu hoch zu legen, soll im ersten Schuljahr zudem eine monatliche An- und Abmeldung für die Ganztagsbetreuung an der Ellenberger Schule möglich sein.

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