Widerstand gegen Seniorenwohnhaus

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So würde sich das "Elchgarten" genannte Wohnprojekt in die Umgebung einfügen. Grafik: privat

In Ellenberg wird ein seniorengerechtes Mehrfamilienhaus geplant. Eine Bauvoranfrage wurde im Gemeinderat diskutiert. Warum Anlieger dagegen sind.

Ellenberg

Die Angrenzer des Flurstücks 62 in der Gartenstraße hatten dessen Bebauung in den vergangenen Jahrzehnten und bis dato erfolgreich verhindert. Jetzt hat eine Projektgruppe des Gemeinderats einen Investor gesucht. Dieser möchte die Baulücke "Gartenstraße 23" schließen und auf dem Grundstück ein barrierefreies Doppelhaus mit integrierter Tagespflege errichten.

Auch gegen diese Pläne formiert sich Widerstand. Der Gemeinderat jedoch befürwortete in seiner jüngsten Sitzung das Projekt.

Der Geschäftsführer, der in Westhausen ansässigen Weik Immobilien GmbH, Maximilian Weik, stellte sein Konzept in der Sitzung vor. Nachdem sich der Bürgermeister, Rainer Knecht, aus privaten Gründen für befangen erklärte, wurde die Sitzung von dessen Stellvertreter, Peter Higler, geleitet.

Auf Anfrage der SchwäPo erläuterte Knecht im Nachhinein und ergänzend zur Sitzung die Vorgeschichte der Baulücke und die Hintergründe des geplanten Projekts.

Gartenstraße: Bei der nördlich und nahezu parallel zur Ortsdurchfahrt verlaufenden Gartenstraße handele es sich um einen alten Siedlungsbereich der Ortschaft. Die meisten Grundstücke seien vor rund 15 bis 20 Jahren bebaut worden. Diese hatten bis dato mit dem unbebauten Flurstück 62 eine grüne Wiese vorm Haus.

Flurstück 62: Am bis dato unbebauten Flurstück 62 hatten in der Vergangenheit immer wieder private und gewerbliche Investoren ihr Interesse bekundet, sagt Knecht. Diese hätten jedoch ihre Projektideen jeweils im Zuge der ersten Nachbaranhörungen aufgegeben.

Seniorenwohnanlage: Innerhalb des jetzigen Gremiums hatte sich Anfang des Jahres die "Soko 62" gebildet, weiß Knecht. Als Ziel der "Soko", nannte er das Schaffen barrierefreier Wohnungen für Senioren. Die Projektgruppe habe Träger sozialer Einrichtungen kontaktiert. Dabei stellte sich heraus, dass alle Heimbetreiber ein Pflegeheim in Ellenberg als unwirtschaftlich ansahen und ablehnten. Die Pflegedienste hätten jedoch signalisiert, dass sie sich die Betreuung einer Wohnanlage vorstellen könnten.

Im Gemeinderat hat sich die Soko 62 gebildet.

Rainer Knecht Bürgermeister

Wohnen und Tagespflege: Seine Firma wolle auf einer knapp 1900 Quadratmeter großen Fläche ein Doppelhaus mit drei Vollgeschossen errichten, erklärte der Geschäftsführer, Maximilian Weik gegenüber dem Gemeinderat. Vorm Gebäude seien vier Kurzzeitparkplätze angedacht, hinterm Haus 15 Stellplätze. Derzeit seien zwölf Eigentumswohnungen, ein stationärer Pflegebereich für sieben Personen und eine Tagespflege für bis zu 15 Besuchern angedacht. Über die Bauvoranfrage soll abgeklärt werden, was baulich maximal möglich sei.

Kritikpunkte: Der direkte Nachbar habe in einem Schreiben die "Bedenken der Anwohner" geäußert, erklärte der stellvertretende Bürgermeister, Peter Higler, in der Sitzung. Higler listete rund ein Dutzend Kritikpunkte auf, darunter den Brandschutz, fehlende Fahrradstellplätze sowie Technik- und Kellerräume.

Auch in der Sitzung ergriffen die Anwohner das Wort. Unter anderem stellten sie in Frage, ob die Wohnungen vermarktet werden könnten.

Weik erklärte, dass bei der jetzigen Vorplanung noch nicht entschieden wurde, über welches Medium geheizt werden soll. Von Letzterem sei es abhängig, ob die Heizanlage außerhalb angeordnet, oder ins Gebäude integriert werde.

Sicht des Gremiums: Die Gemeinderäte, die das Projekt initiiert hatten, befürworteten, dass die Baulücke geschlossen wird und barrierefreie Wohnungen. Unter dem Vorbehalt, dass die Kreisbaumeisterstelle eine solche Wohnanlage genehmigt, stellten sie in Aussicht, dass sie die entsprechenden Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes erteilen.

Konkret geht es darum, dass das vorgegebene Baufenster mittels der Balkone und eines überdachten Zugangs um 25 Quadratmeter überschritten werden soll. Wie es weitergeht: Sofern die Kreisbaumeisterstelle die vorliegende Bauvoranfrage befürwortet, will Weik ein konkretes Baugesuch ausarbeiten. Den möglichen Baubeginn terminierte Weik auf den Sommer 2021, die Inbetriebnahme auf Mai 2022.

Gegenüber der Einfahrt in den Ahornweg (Blickrichtung) soll in der Gartenstraße eine Seniorenwohnanlage entstehen.

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