Ellwangen gedenkt der Corona-Toten

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Rund 130 Menschen nahmen an der Corona-Gedenkveranstaltung auf dem Ellwanger Marktplatz teil. Oberbürgermeister Michael Dambacher und Bürgermeister Volker Grab stellten für jeden der in Ellwangen an oder mit Corona Verstorbenen eine Rose in eine Vase.

Die beiden großen Kirchengemeinden laden am Sonntagabend zu einer würdevollen Veranstaltung mit viel Abstand auf dem Marktplatz ein. Von Jürgen Eschenhorn

Ellwangen

Rund 130 Bürgerinnen und Bürger der Stadt hatten sich am Sonntagabend auf dem Marktplatz eingefunden, um der Gedenkfeier für die derzeit 51 in Ellwangen an oder mit Corona verstorbenen Mitbürger beizuwohnen. Eingeladen hatten die evangelische und die katholische Kirchengemeinde. Natürlich wurde die Veranstaltung unter den geltenden Regeln abgehalten, alle Teilnehmer hatten Masken auf. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom evangelischen Posaunenchor.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte im Vorfeld dazu aufgerufen, am Sonntag der Verstorbenen, der trauernden Angehörigen, aber auch der Ärzte und Pfleger sowie aller sonstigen an der Pandemie leidenden Menschen zu gedenken. Diesem Aufruf folgten auch die Kirchengemeinden in Ellwangen.

Gestaltet wurde die würdevolle Feier von den Pfarrern Martin Schuster (evangelische Kirchengemeinde), Michael Windisch (katholische Gesamtkirchengemeinde) und Dr. Martin Leitgöb (Kirchengemeinde Schönenberg). Pfarrer Windisch erinnerte zunächst daran, dass die Pandemie seit über einem Jahr unser Leben einschränke und viel Leid über Erkrankte und Angehörige gebracht habe. Sie fordere aber auch viel von den Helfern in Kliniken und Pflegeheimen, wie auch von beruflich und privat Geschädigten. Man solle in dieser schweren Zeit Gott um Kraft bitten und auf seine Hilfe vertrauen.

Pfarrer Schuster stellte den Psalm 23 in den Mittelpunkt der Feier: „Der Herr ist mein Hirte…“. Er sagte, dass inzwischen 80 000 Menschen an oder mit Covid 19 gestorben seien, 9000 in Baden-Württemberg, 3 Millionen weltweit, und eben bis jetzt 51 in Ellwangen.

Oberbürgermeister Michael Dambacher und Bürgermeister Volker Grab trugen daraufhin für jeden dieser Toten je eine gelbe Rose gemessenen Schrittes über den Platz, stellten sie am Altar in eine Vase und verharrten dort kurz mit gesenkten Häuptern. Die Besucher schwiegen andächtig.

Im Anschluss trugen die beiden katholischen Pfarrer zwei Bibelverse vor. Pfarrer Schuster bat um ein stilles Gedenken für die einsam Verstorbenen. Nach den jeweils nächsten Versen wurde dann an die Angehörigen erinnert, die nicht Abschied nehmen konnten sowie an Pfleger und Ärzte, die geschädigten Geschäftsleute und an Menschen in Armut, die es besonders hart treffe sowie die schwer betroffenen Kinder und Jugendlichen. Pfarrer Dr. Leitgöb verwies noch einmal auf den Psalm 23, der seit 2500 Jahren den Menschen Kraft und Hoffnung gebe, auch jetzt in der Pandemie. Er zitierte Johannes Küng: „Gottes Liebe bewahrt nicht vor dem Leid, sondern im Leid.“

Die Fürbitten für alle besonders Betroffenen trugen Claudia Schreiner-Braun (Vorsitzende ev. Kirchengemeinderat) und Christine Eberle (Vorsitzende Kirchengemeinderat St. Vitus) vor.

Ein gemeinsamer Segen für alle Anwesenden beschloss die 50-minütige Veranstaltung.

Die Pandemie hat viel Leid über Erkrankte und Angehörige gebracht.“

Michael Windisch, Pfarrer

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