Ellwanger Saunagänger müssen weiter warten

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In Ellwangen soll die Sauna erst nach den Faschingsferien wieder den Betrieb aufnehmen.
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Die Sauna im Ellwanger Wellenbad bleibt noch mindestens bis Ende Februar geschlossen. Und auch die Wassertemperaturen in den Becken bleiben vorerst noch abgesenkt.

Ellwangen. Wer gerne in die Sauna geht, schaut in Ellwangen derzeit in die Röhre. Die Anlage im Wellenbad ist nach wie vor geschlossen und das wird auch noch ein Weilchen so bleiben, wie die Stadtwerke auf Anfrage unserer Zeitung erklären.

Saunieren in Zeiten der Energiekrise ist gar nicht so leicht. Zumindest nicht, wenn man in Ellwangen zu Hause ist. Wer gesund schwitzen möchte, muss sich als Ellwanger aktuell ins Auto setzen und auf die Nachbarstädte ausweichen. Denn während im Ellwanger Wellenbad fleißig Gas gespart wird, kann in Dinkelsbühl, Aalen oder Schwäbisch Hall fröhlich und ohne Einschränkungen sauniert werden. 

In Ellwangen wird das erst wieder nach den Faschingsferien der Fall sein, vorausgesetzt die Gaslage bleibt weiter so stabil wie im Moment, teilen die Stadtwerke schriftlich mit. Das Unternehmen räumt in diesem Zuge ein, dass die Schließung nicht bei allen Saunagängern auf Verständnis stößt. "Es gibt schon den einen oder anderen, der mit dieser Maßnahme nicht einverstanden ist", heißt es im Stadtwerke-Statement knapp. 

Das Unternehmen rechtfertigt die anhaltende Schließung der Ellwanger Sauna mit der "allgemeinen Konstellation am Gasmarkt in diesem Winter". Die Versorgungslage sei nach wie vor gefährdet, wenn die Verbräuche wieder steigen - womit witterungsbedingt immer zu rechnen sei. "Wenn eine längere Kaltfront kommt, gehen die Speicherfüllstände schnell zurück. An den sehr kalten Tagen vor Weihnachten war das deutlich erkennbar", heißt es. Die potenziell kritische Witterungszeit bestehe aus Sicht des Unternehmens noch bis Ende März. "Deshalb wollen wir derzeit noch auf Sicht Gas sparen. Im Wellenbad gelingt uns das durch die ergriffenen Maßnahmen in der Größenordnung von über 20 Prozent."  Weiter wird betont, dass die derzeit milden Temperaturen allgemein hilfreich sind und einer Gasmangellage entgegenwirken, eine "generelle Entwarnung" hält man bei den Stadtwerken aber zum jetzigen Zeitpunkt noch für verfrüht.

„Wir wollen in diesem kritischen Winter das Bad grundsätzlich dauerhaft geöffnet halten. Dabei gilt aber die Sparmaxime: Je kälter desto besser", wird der Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Powolny in der Mitteilung zitiert. Und weiter: Wir wissen, dass das vielen Badegästen nicht gefällt und sich die Aufenthaltszeit dadurch reduziert. Aber so ermöglichen wir zumindest das Schwimmen – auch für Freizeitbesuche. Und so können wir auch Schwimmkurse und die Angebote der Rheuma-Liga aufrecht erhalten“, unterstreicht Powolny, der eine vorzeitige Inbetriebnahme der Sauna - noch vor den Faschingsferien, klar auschließt. Gleiches gilt auch für die Wassertemperaturen - die bleiben weiterhin um zwei Grad in allen Becken, mit Ausnahme des Babybeckens, abgesenkt, zumindest bis nach den Faschingsferien. Dass deshalb gerade weniger Besucher den Weg ins Bad finden, nimmt Powolny hin. Zumal sich die Besucherzahlen zwischenzeitlich ohnehin "stabilisiert" hätten.

Immerhin: Eine Erhöhung der Eintrittspreise ist 2023, Stand jetzt,  nicht vorgesehen - weder für die Sauna noch das Bad. Wobei man auch hier auf das "unsichere Marktumfeld mit hohen Energiekosten und hoher Inflationsrate" verweist, weshalb Preiserhöhungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht "definiitv" ausgeschlossen werden können.

Ellwanger Wellenbad soll in der Zukunft mit Umweltenergie beheizt werden 

Um die Energiekosten des Wellenbads im Zaum zu halten, setzen die Verantwortlichen auf neue Technik. Aktuell wurde deshalb im Bad die Beleuchtung auf energiesparende LEDs umgestellt. Als nächste große Maßnahme steht der Austausch der Lüftungsanlage an. Dadurch verspricht man sich "große Effizienzvorteile"; zudem ließe sich so der Energieverbrauch erheblich senken. Das Projekt wird deshalb auch hoch gefördert: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) stellt dafür rund 386 000 Euro als Zuschuss bereit. Laut Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Powolny gibt es aber durchaus noch weitere Ideen, um das Bad in Sachen Primärenergiebedarf zu optimieren: „Wir wollen das Hallenbad erfolgreich in die Zukunft führen. Am liebsten mit Umweltenergie, zum Beispiel über Geothermie und Wärmepumpen“, sagt Powolny über die weitere Zukunftsperspektive.

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