Ellwanger Unternehmen können expandieren

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Räte stimmen der Flächennutzungsplan-Änderung zur Erweiterung des Gewerbegebietes zu.

Ellwangen-Rindelbach. Der Rindelbacher Ortschaftsrat billigte jetzt die Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bereich „Neunheim IX“. Damit gab das Gremium seine Zustimmung zu einer Erweiterung des Gewerbegebietes in Neunheim und einer weiteren großflächigen Bebauung.

Dringender Bedarf

Die 25. Änderung des Flächennutzungsplanes lag nun öffentlich aus und es wurde den Fachbehörden und Privatpersonen die Möglichkeit zu einer Stellungnahme zu den einzelnen Punkten des Bebauungsplanes gegeben. Die Stadt hat zu den jeweiligen Standpunkten der Behörden und Personen Abwägungen getroffen, die der Rindelbacher Ortschaftsrat zustimmen sollte.

Ortsvorsteherin Johanna Fuchs fasste im Gremium nochmals kurz die aktuelle Sachlage zusammen. „Es gibt einen dringenden Bedarf an Gewerbeflächen. Es handelt sich um 16 Ellwanger Unternehmen, die konkret eine Erweiterung in Neunheim planen.“ Die Erweiterungspläne der Varta-Microbattery werden von Bund und Land mit 300 Millionen Euro gefördert. Insgesamt werden durch das Plangebiet 41,3 Hektar gewerblicher Bauflächen neu ausgewiesen. Eine intensive Randeingrünung des Gebietes ist vorgesehen, was auch das Resultat einer Bürgerbeteiligung gewesen ist.

Die Stellungnahmen und Anregungen der Fachbehörden beziehen sich besonders auf mögliche zusätzliche Lärmimmissionen, zusätzlichem Flächenverbrauch, Flächenausgleichsmaßnahmen und auf landwirtschaftliche Belange. Das Regierungspräsidium / Raumordnung weist zum Beispiel darauf hin, dass die für die Landwirtschaft geeigneten Böden geschont werden müssen. Die Bodengüte müsse dauerhaft gewahrt bleiben, so die Forderung. Die Auseinandersetzung mit den Belangen der Landwirtschaft sei in den Ausführungen des Bauleitplanverfahrens etwas knapp, wurde kritisiert. Die Planung führe zu einem Verlust von hochwertigen Produktionsflächen für die landwirtschaftlichen Betriebe wird seitens der Raumordnung weiter gefolgert. Für erforderliche Eingriff-Ausgleichsmaßnahmen sollen möglichst keine weiteren Ackerflächen in Anspruch genommen werden.

Mehr Lärm ?

Zwei Privatpersonen in der Rattstadter Brühlstraße verweisen auf die Lärmzunahme, verursacht besonders von Schwerlastverkehr, die durch die Ausweisung des neuen Gewerbegebietes entsteht und den mangelnden Lärmschutz. Ortschaftsrätin Claudia Wagner betonte im Gremium: „Die eingegangenen Stellungnahmen zeigen, dass es Widerstand gegen das neue Baugebiet gibt. Das müssen wir ernst nehmen und weiter im Blick behalten. Der Druck auf Land und Boden wird immer größer. Ein behutsames Vorgehen ist angesagt.“

Der 25. Flächennutzungsplan-Änderung im Bereich „Neunheim IX“ und der Abwägung der Stadtverwaltung zu den eingegangenen Stellungnahmen stimmte der Ortschaftsrat Rindelbach einmütig zu. Jetzt muss der Gemeinderat der Planänderung und den Abwägungen zustimmen, ebenso wie nochmals das Regierungspräsidium.

Achim Klemm

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