Erdgas-Tankstelle läuft mit neuer Technik

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Die Erdgastankstelle in der Au wurde von Rudolf Vaas (Stadtwerke) mit neuer Technik ausgerüstet.

Fahrzeuge mit Erdgas-Antrieb können wieder „In der Au 4“ betankt werden

Ellwangen. Die Erdgaszapfsäule der Stadtwerke in der BAG-Tankstelle „In der Au 4“ ist wieder in Betrieb. Die in die Jahre gekommene und deshalb störungsanfällige Technik wurde ausgetauscht. Zentrales Herzstück ist ein neuer Verdichter, der das Erdgas auf bis zu 250 Bar Druck aufbereitet - daher der Name des als „CNG“ (Compressed Natural Gas, engl.: komprimiertes Erdgas) bezeichneten Treibstoffverfahrens.

Weil der bisherige Dienstleister seinen Firmensitz in Österreich hat, konnten während der Einreisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie keine Monteure vor Ort den Ausfall beheben. Bei den Stadtwerken wurde zwischenzeitlich umgedacht: Mit neuem Dienstleister und neuer Technik wurde die Anlage nun umgebaut und wieder in Betrieb genommen.

Rudolf Vaas, Leiter Netze der Stadtwerke Ellwangen, erläutert das Verfahren: Anstelle eines Ionen-Verdichters wird der Druck nun über ein zylindrisches Hydraulikverfahren erzeugt. Der separat gekühlte, dreistufige hydraulische Verdichter sei weniger anfällig und soll künftig störungsfrei laufen. „Die Baustelle hat sich durch die Auswirkung der Pandemie länger gezogen, als es uns lieb war. Wir haben aber bewusst investiert, um durch die technische Aufwertung eine dauerhafte Verbesserung zu erhalten“, sagt Vaas. Auch die zweite Erdgas-Tankstelle der Stadtwerke, integriert in den Ellwanger Autohof, soll im Laufe des Jahres mit einem neuen Verdichterblock versehen werden.

Wer bei den Stadtwerken Erdgas tankt, profitiert übrigens von einem Doppeleffekt: Erdgas als Treibstoff ist im Vergleich zu herkömmlichem Benzin oder Diesel günstiger im Preis. Bei den Stadtwerken wird der Erdgas-Verbrauch an den CNG-Tankstellen rechnerisch über den Bezug von Biogas (Biomethan) über sogenannte THG-Quoten abgedeckt. Wer auf CNG setzt, spart bei den Stadtwerken somit doppelt – bei den Kosten und beim CO2-Verbrauch, der durch Biomethan annähernd null ist.

Der Hintergrund: Die Treibhausgas (THG) emittierenden Kraftstofferzeuger sind gesetzlich verpflichtet, ihre CO2-Bilanzen zu verbessern. Anbieter von grünen Energieträgern können ihre überschüssigen „THG-Quoten“ weiterverkaufen – worüber die Stadtwerke anteilig Biogas für ihr Netz beziehen. Weil die Ende 2020 neu eingeführte CO2-Abgabe als Steuer auf fossile Brennstoffe auf Biogas nicht fällig wird, steigt für die CNG-Kunden der Stadtwerke der Preis anders als bei Diesel und Benzin an der Zapfsäule nicht.

Biomethan entsteht durch die Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität. Dadurch besteht chemisch kein Unterschied mehr zu fossilem Erdgas. Als Kraftstoff wird Biomethan vorwiegend aus Gülle, Rest- und Abfallstoffen in heimischer Produktion hergestellt. Damit wird Energie verwertet, die sonst ungenutzt bleibt und gleichzeitig ländliche Regionen stärk. Das macht Biomethan zu einem besonders nachhaltigen Biokraftstoff, der die Umwelt schont.

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