Es gibt endlich wieder Vesperkirche to stay

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Pfarrer Martin Schuster freut sich auf die 24. Ellwanger Vesperkirche, die endlich wieder in Präsenz stattfinden kann.
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Am kommenden Montag startet die 24. Ellwanger Vesperkirche im Jeningenheim. Zum ersten Mal seit der Pandemie darf dabei wieder in Gemeinschaft gegessen werden.

Ellwangen. In den vergangenen zwei Jahren hatten es die Organisatoren der Ellwanger Vesperkirche nicht leicht. Zwar fiel die ökumenische Veranstaltung auch in Pandemiezeiten nie komplett aus - aber es musste ein deutlich schmaleres Programm bei hohem Aufwand gefahren werden. 2021 und auch im Frühjahr 2022  gab's nur noch Essen "to go" - und das unter den strengen Vorgaben der geltenden Corona-Verordnung. Auf das, was die Vesperkirche eigentlich ausmacht, die gelebte Gemeinschaft, musste verzichtet werden.  Bei der 24. Ellwanger Vesperkirche, die am kommenden Montag startet, wird das zum Glück wieder anders sein.

Beim Leitungsteam um den evangelischen Pfarrer Martin Schuster freut man sich auf die anstehende Vesperkirche, die erstmals - seit Corona - wieder in Präsenz über die Bühne gehen darf. Die Pandemie habe die Grundidee der Vesperkirche konterkariert, sagt Schuster. Denn: "Das, wofür die Vesperkirche steht, die Begegnung von Menschen, durfte in dieser Zeit nicht sein." Man habe den Gästen in den letzten zwei Jahren an der Tür Mahlzeiten samt einem geistlichen Impuls mit nach Hause gegeben - vorne wurde die Menschen empfangen, zum Nebeneingang mussten sie das Gebäude wieder verlassen. Trotzdem, sagt Schuster, sei die "Vesperkirche to go" während der Pandemie "eine gute Sache" gewesen. "Es war immerhin ein Signal an die Menschen, dass sie nicht vergessen sind."

Jetzt könne man aber endlich wieder zum bewährten Konzept zurückkehren. Die 24. Ellwanger Vesperkirche soll wieder "Herberge auf Zeit"  für möglichst viele Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten sein, betont Schuster mit Nachdruck. Die Veranstaltung richte sich dabei ausdrücklich an alle - und keineswegs nur an diejenigen, die wenig Geld zur Verfügung haben. "Bei uns soll der Banker neben dem Kranken sitzen, der Oberbürgermeister neben dem Obdachlosen." Das Essen kostet wie in den vergangenen Jahren wieder zwei Euro, es wird geliefert von der Küche der Sankt-Anna-Schwestern. Neben einer warmen Mahlzeit wird den Gästen wie gewohnt auch wieder Kaffee und Kuchen kredenzt. Dazu gibt es einen geistlichen Impuls und es wird gemeinsam gebetet und gesungen.

Angesichts der aktuellen Corona-Lage lassen die Veranstalter der Vesperkirche aber noch eine gewisse Vorsicht walten. "Wir machen mehr als derzeit gesetzlich gefordert ist. Wir wollen einfach nicht, dass sich jemand bei der Vesperkirche ansteckt ", sagt Schuster. Deshalb wird dieses Mal in zwei Schichten im Jeningenheim gespeist. Dafür stehen zwei Zeitfenster zur Verfügung - einmal von 11.15 bis 12.15 Uhr und einmal von 12.30 bis 13.30 Uhr. Dazwischen wird gelüftet und desinfiziert.

Was kommende Woche auf der Speisekarte stehen wird, ist übrigens noch offen. "Aber der Klassiker Linsen und Spätzle wird sehr wahrscheinlich wieder dabei sein", verrät Schuster mit einem Augenzwinkern. Dem evangelischen Pfarrer ist es wichtig, dass es sich bei den zwei Euro für die Mahzeit nur um einen symbolischen Beitrag handelt, der die Wertigkeit des Essens zum Ausdruck bringen soll. "Das ist natürlich überhaupt nicht kostendeckend. Tatsächlich wird die Vesperkirche jedes Jahr über Spenden möglich gemacht." Bedürftige, die diesen Beitrag nicht aufbringen können, haben die Möglichkeit, sich im Tafelladen oder bei der Caritas und der Diakonie kostenlose Essensgutscheine zu besorgen.

Bewirtet werden die Gäste der Vesperkirche auch bei der 24. Auflage wieder von zahlreichen ehrenamtlichen Kräften. Rund 50 Helfer stehen in den Startlöchern, darunter erneut Schülerinnen der Sankt Gertrudis Schule und vom Rabenhof.

Schuster hofft, dass die Helfer - wie in den Vor-Corona-Zeiten - wieder bis zu 1300 Menschen im Jeningenheim begrüßen können.  In diesen unruhigen Zeiten käme die Vesperkirche einer "Insel"  gleich, deren Besuch den stressigen Alltag auf "heilsame Art" unterbrechen könne, sagt der Geistliche.  

Eröffnungsgottesdienst am Sonntag

Die 24. Ellwanger Vesperkiche geht von Montag, 7. November, bis Samstag. 12. November. Gäste werden von 11.15 bis 12.15 Uhr bewirtet sowie von 12.30 bis 13.30 Uhr. Zum Start der Vesperkirche und der Friedensdekade findet am Sonntag, 6. Dezember, noch ein ökumenischer Eröffnungsgottesdienst in der Basilika statt. Beginn ist um 9.30 Uhr.

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