Fairer Lohn für Kaffee und Kunst

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Symbolbild

Der Umsatz im Weltladen des Treffpunkts Nord-Süd ist noch nicht auf Vor-Corona-Niveau.

Ellwangen. Der Treffpunkt Nord-Süd in Ellwangen betreibt nicht nur den Weltladen in der Spitalstraße 13, der Verein engagiert sich auch sonst vielfältig in der Stadt. Dazu gehören unter anderem die Beteiligung am Eine-Welt-Fest „Ellwangen bleibt bunt“, an der Friedensdekade, am Ostermarsch oder die Organisation der fairen Kaffeetafel beim verkaufsoffenen Sonntag im Rathaus. Daran hat Christine Ostermayer vom Vorstand bei der Hauptversammlung in der „Kanne“ erinnert.

Trotz Corona war einiges geboten. Zum Eine-Welt-Fest hatte der Treffpunkt Nord-Süd eine Lesung mit einem jungen Jesiden organisiert, die leider schlecht besucht worden sei, bedauerte Ostermayer. Bei einem Vortrag standen Arbeit und menschliche Würde im Mittelpunkt. Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit des Vereins, schließlich geht es im Weltladen um faire Arbeitsbedingungen und auskömmliche Lebensbedingungen für die Menschen, die Kaffee, Tee, Gewürze, Kunsthandwerk und die anderen Waren produzieren, die dort verkauft werden.

Intern wurden die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Seminaren zu Kaffee und Tee geschult. Beim Besuch der Messe Fair Handel wurden neuen Kontakte geknüpft. Seither gibt es im Weltladen neue Taschen aus Netz und Recycling-Material. Ebenfalls neu im Laden sind die Holzbrettchen des Ellwanger Schreiners Jo Rüger, die laut Ostermayer sehr gut angenommen werden, Wäsche von Comazo Earth und Produkte aus befreitem Mafia-Land.

Der neue Laden gegenüber vom Rathaus und die kreativ dekorierten Schaufenster kämen bei den Kundinnen und Kunden gut an, freute sich Ostermayer, die auch daran erinnerte, dass der Treffpunkt Nord-Süd vor 36 Jahren gegründet worden sei: „Das ist ein Grund stolz zu sein.“ Ein dickes Dankeschön gab’s für Renate Zerulla, die viele Jahre im Weltladen mitgearbeitet hat, zu ihrem 80. Geburtstag aber in Ruhestand gegangen ist.

Finanziell steht der Verein solide da. Zu den rund 2200 Euro Spenden kommt der Umsatz im Laden. Daran machen die Lebensmittel zwei Drittel aus, sagte Lisa Deis, den größten Anteil stellt der Kaffee. 2021 sei der Umsatz aber noch nicht auf Vor-Corona-Umsatz gekommen.

10 000 Euro vom Gewinn werden gespendet. Sie gehen an Medico International, Solwodi, Zukunft Stiftung Landwirtschaft, Govinda, Medica mondiale, Monika Steffel aus Neunheim, Femnet, Viva con Agua und Sea-Watch. Die Unterstützung von Sea-Watch lag den Mitgliedern besonders am Herzen. Sea-Watch steht dafür ein, dass niemand bei der Einreise über die Seegrenzen Europas sterben muss. Dafür sind drei Schiffe im Mittelmeer im Einsatz, die Menschen aus Seenot retten.

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