Fehlende Betreuungsplätze in Tannhausen

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Im Tannhäuser Kindergarten können zwölf Kinder beim nächsten Schuljahresbeginn nicht sofort aufgenommen werden.

Die geplante Sanierung und Erweiterung des Kindergartens kann frühestens 2022 beginnen.

Tannhausen. Der Tannhäuser Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit Kinderbetreuung befasst. Dabei war zu erfahren, dass im Herbst zwölf Kinder nicht in den katholischen Kindergarten St. Maria aufgenommen werden können.

Bereits seit gut zwei Jahren steht in Tannhausen die geplante Sanierung und Erweiterung des katholischen Kindergartens St. Maria auf der Agenda. Unter anderem sollen die Sanitäranlagen erneuert und Platz für eine Kinderkrippe geschaffen werden. Die Pläne könnten heuer nicht umgesetzt werden, erklärte der Bürgermeister, Manfred Haase, seinem Gemeinderat. Als Grund nannte er, dass die Diözese den Zuschussantrag der Kirchengemeinde, die als Träger der Einrichtung fungiere, abgelehnt habe.

Zudem verwies er auf personelle Engpässe beim katholischen Verwaltungszentrum. Aufgrund des Wechsels der dortigen Führungsspitze hätte sich die Bearbeitung der Planungen zusätzlich verzögert. Das beauftragte Architekturbüro überarbeite derzeit seine Kostenberechnung. Mit den aktualisierten Zahlen wolle die Kirchengemeinde zum 1. Juni einen zweiten Antrag stellen. Die Zahlen würden demnächst dem Gemeinderat vorgestellt. Mit diesen könne dann die Gemeinde zum 1. Februar 2022 Mittel aus dem Ausgleichstock beantragen.

Engpässe im Herbst

Derzeit würden im Kindergarten eine Regelgruppe mit herkömmlichen Öffnungszeiten und zwei Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten und einer Ganztagesbetreuung angeboten, erklärte die Leiterin, Gabriele Hurler. Die Bedarfsplanung zeige, dass die Einrichtung mit diesen Gruppen „gut aufgestellt“ sei und so weitergeführt werden könne.

Allerdings räumte Hurler zum Schuljahresbeginn 2021/22 „gewisse Engpässe“ ein. Letztere begründete sie damit, dass mehrere unter drei Jahre alte Kinder betreut werden müssten. Und dass für jedes U3-jährige Kind zwei Betreuungsplätze vorgehalten werden müssten. Mit jedem betreuten zweijährigen Kind, das drei Jahre alt wird, werde während des Jahres ein Betreuungsplatz frei, erklärte Hurler. Weshalb die Kinder auf der Warteliste nacheinander nachrücken könnten.

Aus den Zahlen der Bedarfsplanung wurde jedoch ersichtlich, dass bereits zum 1. August zwei Betreuungsplätze fehlen. Deshalb befürchtete Gerhard Goldammer, dass das das komplette kommende Schuljahr so sein werde. Auch andere Räte sahen dies so. Sie fassten eine Zwischenlösung ins Auge. Jürgen Geiß meine, dass mit einer solchen der Zeitraum bis zur Realisierung der Erweiterung überbrückt werden könne.

Dies schloss Haase mangels der Raumkapazitäten und des fehlenden Personals aus. Zudem erklärte er, dass sich die Diözese zunehmend aus der Finanzierung der Kinderbetreuung zurückziehe. Vertraglich müsse die Gemeinde bei zwei der bestehenden Gruppen 70 Prozent der Kosten tragen. Die Kosten der dritten und jeder weiteren Gruppe müsse die Gemeinde komplett übernehmen. Der jährliche Abmangel sei bereits von ursprünglich 25 000 auf jetzt 200 000 Euro gestiegen. Daraufhin schlug Richard Bosch vor, dass jemand mal in Rottenburg fragen sollte, was der Diözese eine kirchliche Kinderbetreuung noch Wert sei.

Obwohl nicht geklärt werden konnte, wie es mit der Kinderbetreuung weitergeht, befürwortete das Gremium einstimmig, dass auch zum neuen Schuljahr weiterhin die drei bestehenden Betreuungsgruppen Bestand haben sollen.

Ausschuss und Beiträge

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass aufgrund der Corona-Pandemie für die Monate Januar und Februar keine Elternbeiträge erhoben werden sollen. Hiervon ausgenommen sei die Notbetreuung. Für die Gemeinde ergebe sich dadurch ein Abmangel in Höhe von rund 3000 Euro, erklärte der Schultes.

Ferner verwies Haase auf einen seit Jahrzehnten bestehenden Vertrag, in dem das Zusammenspiel der Kirchengemeinde und der weltlichen Gemeinde zum Betrieb des Kindergartens und die Kostenaufteilung geregelt seien. Auf Wunsch des neuen Pfarrers, Jens Kimmele, soll der in diesem Vertrag verankerte, aber nie ins Leben gerufene Kindergartenausschuss aktiviert werden.

Dem Ausschuss sollen der Pfarrer und der Kirchenpfleger, der Schultes und der Kämmerer sowie je zwei Vertreter der kirchlichen und weltlichen Gremien angehören. Das Gremium beschloss einstimmig, dass Jürgen Gaiser und Manfred Kurz als Vertreter des Gemeinderats agieren sollen. Franz Rathgeb

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