Feuerwehren üben: Was tun beim Unfall mit dem Elektro-Auto?

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Schulungsleiter Felix Feucht (Vierter von links) zeigte den Feuerwehrkameraden in der Ellwanger Feuerwehrhalle, was bei einem Unfall mit einem E-Fahrzeug zu tun ist. Foto: AK
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Bei der Ellwanger Feuerwehr steht die Schulung an einem Elektro-Fahrzeug im Fokus.

Ellwangen. Die Zahl an Elektro-Fahrfahrzeugen wächst beständig - und damit auch die potenzielle Gefahr an Verkehrsunfällen, an denen diese beteiligt sind. Bei der Ellwanger Feuerwehr fand nun das erste Elektro-Auto-Schulungstraining für Feuerwehrkameraden im Ostalbkreis statt: um Aufklärung zu leisten, was im Ernstfall zu tun ist. 

Zwei Gruppen mit insgesamt 25 Floriansjüngern aus dem ganzen Ostalbkreis fanden sich im Feuerwehrhaus zum erstmaligen Training am Elektro-Auto ein. Felix Feucht von der Firma „Q4Flo“ unterwies die Teams. Nach einem theoretischen Teil machte er die richtigen Handlungsabläufe bei einem angenommenen Verkehrsunfall mit einem E-Fahrzeug transparent.

In der Feuerwehrhalle stand ein präpariertes Schulungsfahrzeug bereit. Das Übungsszenario: Eine eingeklemmte Person saß in dem Fahrzeug, die Fahrertür ließ sich nicht mehr öffnen. Nach der Absicherung der Unfallstelle, galt es für die Trainingsteilnehmer die vorgefundene Situation richtig einzuschätzen und zu schauen, ob es sich bei dem Unfallwagen um ein herkömmliches Auto mit Verbrennungsmotor oder um ein E-Fahrzeug handelt. „Es muss überprüft werden, ob das Auto noch läuft und an welcher Stelle sich die Batterie befindet. Von allen Leitungen, die orange sind, die Hände weg. Es kann ein Stromschlag wegen Hochspannung drohen. Die entsprechenden Stellen und offen liegenden Kabel abdecken. Danach muss die Batterie deaktiviert werden.“

Außerdem wurde das Unfallauto gegen Wegrollen mit Keilen gesichert. Unnötige Bewegungen und Erschütterungen des Fahrzeuges sollten vermieden werden. „Ganz wichtig ist, dass das Hochvolt-System im Auto deaktiviert ist“, betont Übungsleiter Felix Feucht nochmals die Wichtigkeit.

Mit einer Wärmebildkamera und Atemschutz ausgerüstet checkten die Feuerwehrkameraden laufend den Betriebszustand der Batterie im Auto. Sollte diese eine bestimmte Temperatur überschritten haben, heißt es „Wasser marsch“ um das Aggregat herunter zu kühlen und um so einen Brand zu vermeiden.

Mit Spreizer und Rettungsschere machten sich die Feuerwehr-Teams daran, die eingeklemmte Person zu befreien. Bereits nach kurzer Zeit gelang die Rettung des Verletzten.               

Felix Feucht machte deutlich: „Es ist wichtig, die Feuerwehr-Einsatzkräfte  für das Thema E-Mobilität zu sensibilisieren und für Herausforderungen bei einem Elektro-Fahrzeug-Unfall zu wappnen, denn so ein Ereignis mit all seinen negativen Folgen kann jederzeit und überall passieren.“  

Schulungsleiter Felix Feucht (rechts) zeigte den Feuerwehrkameraden in der Ellwanger Feuerwehrhalle, was bei einem Unfall mit einem E-Fahrzeug zu tun ist. Foto: AK

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