Furioser Auftakt ins Auktionsjahr

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Neben der Ernährungssicherung der Bevölkerung steht heute zunehmend die Gesunderhaltung der Tiere, das Tierwohl und die Nachhaltigkeit im Fokus.Das spiegelt sich derzeit auch in den Preisen wieder. Archivfoto: privat

Bei der ersten Auktion in Ilshofen wurden rasch sehr gute Preise für Großvieh und Kälber erzielt. Wohin die Tendenz in den kommenden Monaten weist.

Ilshofen

Enorm schwungvoll gestaltete sich die erste Großvieh- und Kälberauktion der Rinderunion Baden-Württemberg am 26. Januar 2022 am Auktionsstandort in Ilshofen.

Neben drei Zuchtbullen wurden eine Zweitkalbskuh, 39 Jungkühe, eine tragende Kalbin und zwei Jungrinder Rinder angeboten. Des Weiteren kamen 48 Kuhkälber, 265 Bullenkälber sowie vier weibliche Fresser zum Verkauf.

Hohe Schlachtviehpreise bei stabilen bis anziehenden Milchpreisen (was bei den hohen Nebenkosten auch dringend notwendig ist) wirkten sich bei den melkenden Tieren deutlich positiv auf den Versteigerungsverlauf aus. Auch bei den Kälbern dreht das Nachfragebarometer deutlich nach oben. So sind speziell bei den Fleckviehbullenkälbern in den nächsten Wochen und Monaten sehr deutliche Preissteigerungen zu erwarten.

Fleckvieh: Hier standen drei klasse entwickelte Bullen zum Verkauf, von denen sich aber einer nochmals deutlich in der Qualität absetzen konnte. Hierbei handelte es sich um einen reinerbig hornlosen Vogtland-Sohn mit einem genomischen Gesamtzuchtwert von 131. Der aus der Zucht von Familie Hagel aus Sulzbach-Laufen Eisenschmiede stammende Jungbulle zeigte mit 1.593 g täglicher Zunahme eine enorme Entwicklung. Es war deshalb nicht verwunderlich, dass gleich mehrere Kunden um diesen Ausnahmebullen konkurrierten und letztendlich ein Zuchtbetrieb aus dem Kraichgau den Zuschlag bei 3.400 Euro erhielt. Der Durchschnittspreis der drei Jungbullen errechnete sich bei 2.733 Euro.

Spitzenqualität im Angebot erzielt hohe Preise

Bei den Jungkühen war schon im Vorfeld eine sehr flotte Auktion zu erwarten. So waren bereits in der Vorwoche an benachbarten Auktionsstandorten hohe Durchschnittspreise erzielt worden und neben etlichen vorliegenden Kaufaufträgen waren auch viele Kunden direkt vor Ort. Wenn zu diesen Voraussetzungen dann auch noch, wie dieses Mal der Fall, die passenden Spitzenqualitäten im Angebot sind, ergibt sich am Auktionsende ein Durchschnittspreis von 1.957 Euro.

Bei den 39 Jungkühen waren an diesem Tag einige echte „Kracher“ dabei. Für das erste qualitative und preisliche highlight sorgte eine Fleckvieh X Holstein-Kreuzungsjungkuh von Familie Stier aus Untermünkheim-Schönenberg. Makelloses Exterieur, auf den Punkt hergerichtet und 43,5 kg Milch waren die Garanten für den Preis von 2.280 Euro.

Unangefochtene Spitzenjungkuh bei den Fleckviehjungkühen war eine formvollendete und mit einem klasse Euter ausgestattete Mogens-Tochter von Familie Funk aus Bühlerzell-Gantenwald, die bereits 14 Tage nach der Kalbung 33 kg Milch leistete und 2.300 Euro erlöste. Am begehrtesten aber war eine kapitale, mit enormem Seitenbild und sehr hoch sitzenden Euter begeisternde Vegas-Tochter mit 30,4 kg Milch vom Zuchtbetrieb Martin Hägele aus Heuchlingen-Holzleuten, die den Tageshöchstpreis von 2.640 Euro erreichte. Ebenfalls hoch in der Käufergunst stand eine sehr milchtypische, mit bestem Euter ausgestattete Ethos-Tochter mit 35,1 kg Milch von Familie Haag aus Sulzbach/Murr-Berwinkel, die 2.380 Euro kostete. Die Zweitkalbskuh sowie die tagende Kalbin und die beiden Jungrinder wurden ebenfalls flott verkauft.Guter Nachfrage erfreuten sich die 48 angebotenen Kuhkälber. Sie brachten durchschnittlich 81 kg auf die Waage und es ergab sich ein mittlerer Preis je kg Lebendgewicht von 3,37 Euro netto bzw. 272 Euro je Tier. Preislich zulegen konnten auch die 265 angebotenen Bullenkälber. Vor allem Spitzenqualitäten erreichten deutlich höhere Preise als bei den zurückliegenden Auktionen. Im Durchschnitt erlösten die im Mittel 84 kg schweren Tiere 5,16 Euro netto je kg Lebendgewicht bzw. 432 Euro je Tier.

Die nächsten Auktionen in Ilshofen finden jeweils am Mittwoch, den 9. Februar (Kälber Fleckvieh) sowie am 23. Februar 2022 (Großvieh u. Kälber Holsteins u. Fleckvieh) statt.

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