Gaskunden in Alarmstimmung

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Energiesparen lautet die Devise: Wer bei der Raumtemperatur auf ein Grad verzichtet, kann beim Gasverbrauch sechs Prozent einsparen.

Die EnBW ODR stellt klar: Die Versorgungssicherheit ist aktuell noch gewährleistet – Verbraucher werden trotzdem eindringlich dazu aufgefordert, ihren Energieverbrauch zu senken. 

Ellwangen. Die Energiekrise und die Ausrufung der Gas-Alarmstufe durch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sorgt auch unter den Verbrauchern auf der Ostalb für Unruhe. Wie die EnBW ODR in dieser Woche mitgeteilt hat, stünden die Telefone beim Energieversorger derzeit nicht mehr still. Das Unternehmen werde mit Anrufen besorgter Gaskunden regelrecht bombardiert. Deshalb geht die ODR jetzt in die Offensive. In einer Pressemitteilung bezieht Vorstand Sebastian Maier zu den wichtigsten Fragen Stellung und nimmt den Menschen gleichzeitig ihre größte Angst. „Die Versorgungssicherheit bei uns ist aktuell weiter gewährleistet“, stellt der ODR-Chef klar.

Maier macht in diesem Zuge aber auch deutlich, dass durch die Ausrufung der Alarmstufe die Lage noch intensiver als bisher beobachtet wird. Und der ODR-Vorstand lässt auch keinen Zweifel daran, dass die Menschen und die Industrie in Deutschland und in Ellwangen angehalten sind, den Verbrauch so weit wie möglich zu reduzieren. Denn: „Jede Kilowattstunde Gas, die wir im Sommer einsparen, trägt dazu bei, dass wir mehr Gas einspeichern und dadurch besser durch den Winter kommen können. Daher ist jeder Gasverbraucher gehalten, schon jetzt so viel Energie wie möglich einzusparen. Dies gilt für die Bürger ebenso wie für die Industrie als größtem Erdgasverbraucher. Es braucht eine gewaltige gemeinsame Kraftanstrengung, damit wir das packen können in der Region und in Deutschland.“

Ziel der ODR sei es, die Gasspeicher in diesem Jahr bis zum 1. November auf einen Füllstand von 90 Prozent zu bekommen. „Zu 100 Prozent volle Speicher würden bei einem Totalausfall der Erdgaslieferungen für etwa zweieinhalb durchschnittliche Wintermonate reichen“, erklärt der ODR-Vorstand.

Für die Verbraucher wird es so oder so teuer werden. Geht die Entwicklung 2022 weiter wie bisher, muss ein Zweipersonenhaushalt im kommenden Jahr mit einer Nachzahlung fürs Gas im dreistelligen Bereich rechnen.

Sollte das Gas am Ende tatsächlich so knapp werden, dass die Regierung auch noch die Notfallstufe ausrufen muss, werde die Bundesnetzagentur zum Bundeslastverteiler, kündigt Maier an. Sie könne dann - in enger Abstimmung mit den Netzbetreibern – „Bezugsreduktionen“ verfügen. Es gebe bei den Maßnahmen des „Notfallplans Gas“ aber auch sogenannte „geschützte Kunden“. Dazu zählen unter anderem Haushalts- und Landwirtschaftskunden sowie soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser oder auch öffentliche Verwaltungen.

Maier sieht in der Krise aber durchaus auch eine Chance. Er ist überzeugt, dass diese Zeit „neue Ideen und Innovationen“ hervorbringen wird. Und: Der Umstieg auf die erneuerbare und CO2-neutrale Energieerzeugung werde sehr wahrscheinlich deutlich beschleunigt. Gleichzeitig würden Privathaushalte, aber auch die Industrie und der Staat automatisch dazu gebracht, den Energieverbrauch deutlich zu senken. Dabei könnten schon kleine Dinge im Alltag sehr viel bewirken, wie etwa das Verkürzen der Duschzeit oder das Absenken der Raumtemperatur. Als Faustformel gelte hier: Ein Grad weniger Raumtemperatur bringt eine Einsparung beim Gasverbrauch um sechs Prozent.

Noch mehr und vor allem nachhaltig könnten Hausbesitzer durch eine energetische Gebäudesanierung und den Einsatz von Photovoltaik sparen. „Die gesteigerte Energieeffizienz der Gebäude ist ein extrem wirksamer Hebel“, so Maier, der abschließend noch einmal eindringlich appelliert. „Vor allem im kommenden Winter müssen wir alle an einem Strang ziehen.“
 
 

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