Kommentar Gerhard Königer

Gefangen in seiner Welt

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erhofft Antworten auf drängende Fragen.

Das große Interesse der Öffentlichkeit am Mordprozess gegen Adrian S. lässt sich nicht allein damit erklären, dass die juristische Bewertung des schweren Verbrechens mit Spannung erwartet wird.

Als Prozessbeobachter erhofft man auch Antworten allgemeiner Art: Warum war ein Mitglied dieser Gesellschaft so sehr in seiner Gefühlswelt gefangen, dass es zur Waffe griff und tötete? Warum hat man die Ausgrenzung, sei sie nun erzwungen oder selbst gewählt, nicht rechtzeitig erkannt und ihr entgegengewirkt?

Der Beziehungskosmos Familie enthält viele Fallstricke. Eltern können Fehler machen und vieles kann schief gehen, ohne dass die Eltern oder Verwandten eine Schuld tragen. Doch kein Mensch sollte so allein sein, dass in ihm über viele Jahre ein Hass wachsen kann, der sechs Menschen das Leben kostet.

Wenn dieser Prozess dazu beiträgt, dass irgendwo ein "Sonderling" die dringend benötigte ärztliche Hilfe bekommt, bevor er explodiert, dann hat die Justiz dazu beigetragen, die Gesellschaft zu verbessern, jenseits aller rechtlichen Einordnung.

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