Große Frage: Nadelfilz oder Parkett?

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Architekt Mathis Tröster (2.v.l.) erläutert vor Ort den Gemeinderäten und Bürgermeister Christoph Konle (3.v.l.) den Fortschritt der Arbeiten für die Sanierung und den neuen Anbau des Rathauses von Rainau in Schwabsberg.

Die Sanierung und der neue Anbau des Rathauses liegen im Plan. Was künftig auf dem Boden von Rainaus guter Stube liegen soll, scheidet die Geister.

Rainau-Schwabsberg.

Nadelfilz oder Parkett - das war die Frage beim Vorort-Termin des Rainauer Gemeinderats im erweiterten Rathaus am Donnerstag in Schwabsberg.

Zum Sachstandsbericht war Architekt Mathis Tröster geladen und erläuterte vor dem historischen Rathaus mit dem modernen Erweiterungsbau den Baufortschritt.

Die Arbeiten liegen gut im Bauzeitplan und seien über die Winterzeit zügig vorangeschritten. Die Metallfassade sei im Augenblick in der Installationsphase. Die Verputzarbeiten laufen ebenfalls. Anfang Mai solle der Estrich verlegt werden. Die Rathauserweiterung liege somit bauzeitlich und kostentechnisch im vorgegebenen Rahmen. In den nächsten Wochen werde die Dämmung angeliefert. In circa drei Wochen solle der Sonnenschutz installiert werden.

Das spannendste optische Teil – die Corten-Stahlplatten - werden anschließend am Eingangsbereich des neuen Rathausteils angebracht.

Fast gleichzeitig solle am historischen Rathaus die Sanierung beginnen, zunächst nur an der Nordfassade. Hier werden die Fenster ausgetauscht. Ost-, West- und Südseite werden erst nach Abschluss der Wohnumfeldmaßnahme Schloßberg saniert, da durch die Kanalarbeiten eventuell Risse an der Fassade auftreten könnten.

Circa 28.000 Euro werde die Sanierung der Nordseite kosten. Mit fortschreitender Fertigstellung des Rathaus-Rohbaus müssen im Innenbereich weitere Entscheidungen getroffen werden.

Diskussion um Belag

Nicht ganz einfach die Frage: Soll der Boden des großen Ratssaals zukünftig wie bisher mit Nadelfilz oder mit Eichendielen ausgelegt werden.

Eine Wahl, die sich durch einen glücklichen Umstand ergeben habe. Bürgermeister Christoph Konle spendiert nach der Wiederwahl für sein Amtszimmer Eichendielen und hat nun ein Angebot für ein günstiges Restkontingent Parkettdielen, mit denen man auch den erweiterten Ratssaal auslegen könnte.

Keine Frage, so Mathis Tröster, Nadelfilz sei unbestritten die praktischste Lösung. Hochwertiger, schöner und durchaus einem solchen Saal angemessener wäre das Parkett, das auch noch in ehrenamtlicher Arbeit kostenlos verlegt werden soll.

Probleme mit Parkettdielen

Die Nachteile stellte Rat Tobias Schmid dar. Für die Verlegung der Parkettdielen gäbe es auf dem historischen Untergrund keine Gewährleistung. „Außerdem muss der Schallschutz geklärt werden, genauso wie die Folgekosten der Pflege“, so Tobias Schmid.

Auch Rat Alfred Wieser sah Probleme bei der Gewährleistung. Nadelfilz sei quadratisch, praktisch, günstig, und habe sich in den letzten Jahren bewährt.

Tobias Schmid erwiderte, man habe sich im technischen Ausschuss schon für den Nadelfilz entschieden und jeder Euro, den man am Neubau einsparen könne, käme der Sanierung des historischen Rathauses zu Gute.

Auch Rat Simon Wörle bemerkte, dass alle Argumente für den Nadelfilz sprächen. Anton Bühler brachte den Einwand, wenn Boden und Decke aus Holz wären, ob dies nicht ein bisschen zu viel Holzoptik für einen Raum seien.

Bürgermeister Christoph Konle entgegnete: im Ausschuss könne zwar beraten und empfohlen werden, Entscheidungen treffe aber letztlich der Gemeinderat.

Mit neun Ja-, zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde Tröster beauftragt, die technischen Details, die Kosten und die Akustik von beiden Materialien gegenüber zu stellen.

Folgekosten und Schallschutz müssen geklärt werden.“

Tobias Schmid, Gemeinderat

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