Große Pläne am Bucher Stausee

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Auf dieser Wiese zwischen Bahnlinie und B290 am Bucher Stausee sollen Stellplätze für Wohnmobile mit Aufenthaltsqualität entstehen. Und vielleicht sogar ein Solarpark dazu.
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Der Zweckverband Erholungsgebiet Rainau-Buch treibt die Rahmenplanung weiter voran. Wohnmobilstellplätze und eine Fotovoltaikanlage stehen im Mittelpunkt.

Ellwangen/Rainau

Das Erholungsgebiet Rainau-Buch wird konsequent für Tourismus und Naherholung weiterentwickelt. Darüber ist sich der Zweckverband einig, zu dem sich 1975 die Gemeinde Rainau, der Landkreis und die umliegenden Gemeinden zusammengeschlossen haben. Der Rahmenplan beinhaltet unter anderem die Schaffung von Wohnmobilstellplätzen. Zwischenzeitlich wurden drei Planungsbüros angeschrieben und um Ideen gebeten. Aus zwei Rückmeldungen wurde der Entwurf der Stadtlandingenieure (Ellwangen) ausgewählt. Alexander Jörg stellte am Dienstag im Landratsamt in der jüngsten Verbandsversammlung den Vorschlag seines Büros vor.

Als günstigsten Standort haben die Stadtlandingenieure die Wiese an der Hauptzufahrt ausgemacht, auf der Höhe zwischen B290 und Bahnlinie. Die Fernsicht, die Nähe zum Kiosk, die gute Erreichbarkeit, die Nähe von Ver- und Entsorgungsleitungen, überhaupt die dort vorhandene Infrastruktur, nannte Jörg als Gründe.

Die Wohnmobilstellplätze sollen so ansprechend werden, dass sie nicht nur für einen kurzen Stopp, sondern für einen mehrtägigen Aufenthalt genutzt werden, so die Überlegung der Stadtlandingenieure. Die Anlage soll nicht irgendein Parkplatz sein, sondern eine geschwungene Anlage mit separaten begrünten Parzellen, in denen die Gäste das Fahrzeug abstellen, ein Vorzelt aufspannen, Campingtisch und -stühle aufstellen und auch für sich sein können. Jede Parzelle soll eine Säule mit Stromanschluss haben. Zudem soll beim Eingang ein Kassenautomat sein und eine Ver- und Entsorgungsstation, wo man Frischwasser tanken und den Inhalt der Toilettenkassetten entsorgen kann. Auch ein Sanitärgebäude ist vorgesehen.

Ob man die Wohnmobilstellplätze über eine Schranke versperren will oder den Zugang freigeben, müsse der Zweckverband entscheiden. Wenn man auf die Schranke verzichtet, komme man nicht umhin, regelmäßig zu kontrollieren, ob auch die Gebühren entrichtet sind. Tendenziell sollen sich die angedachten Stellplätze eher an ein Publikum richten, das weniger preisbewusst denkt, sondern das bereit ist, für ein exklusives Ambiente mit beeindruckendem Blick auf den See und den Albtrauf eine gewisse Gebühr zu bezahlen. "Es wird wohl eher so sein, dass die Gäste im Voraus schon einen Stellplatz buchen", meinte Jörg und wies darauf hin, dass eine solche Anlage nicht nur mit drei oder fünf Stellplätzen geplant werden sollte. Im Entwurf ging der Planer von mindestens zehn Plätzen aus und wies auf nachträgliche Erweiterungsmöglichkeiten hin.

Der Ellwanger Oberbürgermeister Michael Dambacher wies darauf hin, dass man die Wirtschaftlichkeit kritisch prüfen müsse, bevor konkrete Baubeschlüsse erfolgen: "Wir planen derzeit in Ellwangen einen neuen Campingplatz auch mit Wohnmobilstellflächen und man bewegt sich da schnell in einem Kostenrahmen von fünf bis sieben Millionen Euro." Solche Summen allein über die Platzgebühr wieder hereinzuholen, dürfte schwierig sein.

"Stellplätze hier am Stausee werden eine andere Zielgruppe ansprechen als in Ellwangen."

Michael Dambacher, Oberbürgermeister

Grundsätzlich befürwortete Dambacher die Pläne am Stausee. "Ich bin überzeugt, dass hier am Stausee eine andere Zielgruppe angesprochen wird, als in Ellwangen, wo man die Stadt in der Nähe hat." Grundsätzlich profitiere die ganze Region, wenn mehr Touristen auf die Ostalb und an den Stausee kommen.

Fragen zum Konzept der Stadtlandingenieure richteten sich auf die Art der Befestigung der Stellflächen und die Barrierefreiheit. Jörg erläuterte, dass die eigentlichen Stellflächen mit Split-/Sandgemisch erdgebunden befestigt werden sollen, die Zufahrt jedoch asphaltiert. Der Ausschuss stimmte dem Konzept geschlossen zu. Das Büro soll nun eine Detailplanung mit Kostenberechnung anfertigen. Zudem sollen Fördermöglichkeiten und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung angestellt werden, bevor man endgültig grünes Licht gibt.

Solarpark mit Fotovoltaik

Die Überarbeitung der großen Parkplätze am Stausee sind ebenfalls Teil des Rahmenplans. Wie Bürgermeister Christoph Konle ausführte, sei der Parkplatz nach 40 Jahren sanierungsbedürftig. Die Entwässerung müsse erneuert, eine Bushaltestelle und Motorradstellplätze geschaffen werden. Zusammen mit dem Geschäftsbereich Umwelt und Naturschutz am Landratsamt und der Hochschule Aalen soll auch die Anlage eines Solarparks am Stausee geprüft werden, wie Landrat Dr. Joachim Bläse erklärte. Für Fotovoltaik in Frage kommen die Parkplätze und auch angrenzende Grünflächen.

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