Große Pläne für die Schloss-Schenke

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Freuen sich über die Wiederbelebung der Schloss-Schenke mit regionaler Küche: (v.l.) Dagobert Hämmerer, Dennis Wiche, Friedlinde Gurr-Hirsch, Heike Hald, Michael Dambacher, Martin Hald, Alexander Veit.
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Die Familie Hald will das gemütliche Wirtshaus mit Biergarten mit regionaler und bodenständiger Küche als Treffpunkt für Einheimische und Gäste etablieren.

Ellwangen

Als erster Gast brachte die Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für den ländlichen Raum am Mittwoch die drei Staufer-Löwen in die Schloss-Schenke. Das Prädikat steht für ein besonderes Bekenntnis zur Regionalität. Das führt die Familie Hald im „Hirsch“ in Neunheim und versichert den Gästen, das 90 Prozent der verwendeten Produkte aus Baden-Württemberg stammen.

Dieses Versprechen regionaler Frische und Qualität aus der Heimat gilt auch für die Schloss-Schenke, in der die Familie während der Sommermonate einen Treffpunkt für ungezwungene Gastlichkeit anbietet. Im Winter soll das Lokal für private Feste und Feiern buchbar sein.

Alexander Veit von der Rotochsenbrauerei freut sich, dass die Schloss-Schenke wieder einen Pächter hat. Das Lokal direkt am Schloss hat mit dem großen Biergarten eine besondere Bedeutung für die Stadt. Viele schätzten diese Wirtschaft zum Einkehren nach einer kleinen Wanderung ins Grüne oder nach einem Besuch des Schlosses.

„Das ist ein schönes Signal aus Sicht der Stadt“, meinte Oberbürgermeister Michael Dambacher, der sich über die erstklassige Gastronomie am Ort freut und hofft, dass die Lokale bald öffnen dürfen. „Wir sehen wie die Betriebe leiden“, sagte er und hofft, dass die Bundesregierung eine Öffnungsstrategie entwickelt. Schließlich habe sich im November gezeigt, dass die Gastronomie eben kein Coronatreiber sei.

Dagobert Hämmerer, Dehoga-Vorsitzender im Ostalbkreis, stellte fest, dass von den rund 800 Betrieben im Ostalbkreis 15 bis 20 auch nach Corona dauerhaft geschlossen bleiben werden. „Wir müssen schauen, dass wir mit einem blauen Auge aus der Pandemie rauskommen“, sagte er und freute sich über die Initiative in der Schloss-Schenke: „Wenn es jemand schafft, dann die Familie Hald.“

Martin Hald machte deutlich, dass die vergangenen Monate sehr schwierig in jeglicher Beziehung waren. Die Schloss-Schenke als Dependance zum „Hirsch“ sei so etwas wie ein Überlebensprogramm während des Lockdown. Der Gastraum wurde saniert und neu gestaltet. „Jung und traditionell zugleich“, wie Dennis Wiche betont, der als Küchenchef zeigen will, dass die schwäbische Küche „richtig cool“ sein kann. „Das Vesper ist ein kulinarisches Gut, das bei uns eine so lange Tradition hat. Wir wollen das wieder kultivieren und ich bin sicher, dass die Gäste das schätzen werden.“

Heike Hald machte deutlich, dass die neun Monate Zwangsschließung für das ganze Team schwierig waren: „Wir haben den Kontakt zum Personal gehalten, damit nach dem Lockdown nicht die Mitarbeiter fehlen.“

Friedlinde Gurr-Hirsch sieht die Regionalität als wichtige Voraussetzung für gute Gastronomie: „Produkte aus der Region, heißt kurze Wege, mehr Frische und drückt Hochachtung aus für das, was in der Region geleistet wird. Man braucht dafür verlässliche Beziehungen zu den Lieferanten.“ Die Pandemie trage zur Wertschätzung lokaler Produktion ganz erheblich bei und Gastronomen, die Regionalität beherzigen, werden nach der Krise zu den Gewinnern zählen, ist die Vorsitzende der Marketinggesellschaft Baden-Württemberg überzeugt.

„Wir müssen schauen, dass wir mit einem blauen Auge aus der Pandemie rauskommen.“

Dagobert Hämmerer, Dehoga-Kreisvorsitzender

Was die Speisekarte der Schloss-Schenke bietet

Dennis Wiche, Küchenchef im „Hirsch“ und der „Schloss-Schenke“ will Lust auf Vesper machen und serviert beispielsweise Sulz vom Landschwein, Weißen Schwartenmagen mit Essig und Zwiebeln, Schwäbischer Obatzter mit Rotochsenbier, Wurstsalat, Bratwürste, alles unter 10 Euro. Daneben bietet er Wirtshaus-Klassiker wie Kässpätzle, Maultaschen, Zwiebelrostbraten, eine Auswahl frischer Salatschüsseln, Suppen und Nachtische wie Ofenschlupfer und Germknödel. Zum Trinken gibt es die Rotochsen-Biere, das Export sogar als Mass im Steinkrug. Wer im Biergarten Wein trinken möchte, kann die edlen Tropfen des Weingut Hirsch aus Leingarten verkosten. gek

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