Großer Dank für eine tolle Schrezheimer Hilfsaktion

+
Ob Michael Dambacher und Ortsvorsteher Albert Schiele dankten in der Ortschaftsratssitzung den Machern der Schrezheimer Hilfsaktion zur Flutkatastrophe: Carolin und Jürgen Lang sowie Markus und Tanja Gorus (v. l.).
  • schließen

Schrezheimer Gremium dankt den Machern der Spendeninitiative für Ahrweiler. Zwei weitere Sattelschlepper mit Hilfsgütern werden nach Schuld fahren.

Ellwangen-Schrezheim

Im Mittelpunkt der Ortschaftsratssitzung in Schrezheim am Montag stand ein großes Dankeschön: Vom Ortsvorsteher und Rat, vom Oberbürgermeister und der Verwaltung, aber auch von den Initiatoren selbst an alle ihre Unterstützer. Mit der Hilfsaktion für Ahrweiler nach der Flutkatastrophe im Juli haben Tanja und Markus Gorus eine riesige Welle an Solidarität, ehrenamtlichen Einsatzes und Spendenbereitschaft hervorgerufen.

In der Sitzung hatte Jürgen Lang, stellvertretender Ortsvorsteher und einer der Hauptorganisatoren, auf „eineinhalb Wochen Ausnahmezustand in Schrezheim“ zurückgeblickt, als in einer konzertierten Großaktion mit vielen Helfern Sachspenden tagelang in der St.-Georg-Halle angenommen, vorsortiert und in tausende Kartons gepackt und dann mit fünf Sattelschleppern nach Rheinbach und ins Ahrtal gebracht worden waren. Das Motto „ned viel schwätza, oifach helfa“ habe man in Schrezheim vorbildlich umgesetzt. Vielen herzlichen Dank“, sagte auch OB Michael Dambacher. „Die Leute wissen immer noch nicht, wie es weitergeht.“ Infrastruktur sei nicht mehr vorhanden, dieMenschen lebten wie in mittelalterlichen Zuständen. „Danke, dass Sie Initiative ergriffen haben und nicht ohnmächtig zugeschaut haben.“ Ehrenamtliche Helfer, Unterstützung aus der Wirtschaft und Verwaltung, unzählige Einzelspender: Diese Zusammenarbeit sei vorbildlich gewesen und habe den betroffenen Menschen vor Ort einen „Lichtblick“ gegeben. Individuell gestaltete Rettungsringe - verpackt in Umzugskartons - überreichten OB Dambacher und Ortsvorsteher Albert Schiele als symbolisches Geschenk an Tanja und Markus Gorus sowie Carolin und Jürgen Lang.

Tanja Gorus kündigte an, dass am 23. Oktober zwei weitere Sattelschlepper mit Baustoffen und Hilfsgütern im Wert von 18.300 Euro gepackt und nach Schuld (Kreis Ahrweiler) gefahren werden: „Die Aktion beschäftigt uns noch eine Weile, das kann noch nicht das Ende sein.“

Ortsvorsteher Albert Schiele hatte in seinen Dank auch alle Helfer bei den Überschwemmungen auf der Gemarkung, als in Schrezheim und Schleifhäusle einige Keller vollgelaufen seien, miteinbezogen. Hier habe der Bauhof gut reagiert und im Nachgang kleinere vorbeugende Maßnahmen umgesetzt. Dass die Feuerwehreinsätze zum Auspumpen der Keller den Privatpersonen von der Stadt in Rechnung gestellt würden, sei in Einzelfällen kritisiert worden.

OB Dambacher verwies aufgesetzliche Regelungen und darauf, dass diese Dienstleistung auch von „jedem Dritten“ hätte erbracht werden können. Viele Einsätze könnten über die Versicherungen abgewickelt werden. Wenn im Einzelfall die Rechnung beim Privatmann hängenbliebe, sei das zwar nicht schön, man könne aber im Zuge der Gleichbehandlung keine Ausnahmen eingehen. Als Kompromiss habe man zumindest Ratenzahlungen angeboten.

Das Hochwasser vor Ort hatte Schiele auch als einleitende Verbindung zum Ahrtal benutzt, denn der Keller der Familie Klein aus Schleifhäusle war auch vollgelaufen. Deren Sohn Oliver, der im Ahrtal lebt, habe beim Aufräumen geholfen. 14 Tage später sei er selbst Opfer geworden, als die Flut sein Winzerhäuschen in Mayschoß an der Ahr bis unters Dach geflutet habe. Mutter Christa Klein schilderte in einem Brief an den Ortschaftsrat von „der schwierigen Lage“, als der Sohn telefonisch nicht mehr erreichbar war. Er hatte eine Nacht auf dem Dach des Hauses seines Nachbarn ausgeharrt.

Mehr zum Thema:

Zurück zur Übersicht: Ellwangen

WEITERE ARTIKEL

Kommentare