Grundschule darf Luftfiltergeräte nicht nutzen

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Wenn wieder Präsenzunterricht stattfindet, muss auch bei Luftfiltergeräten weiter manuell gelüftet werden. SP-Archivfoto: opo
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Wie die Franz-Bühler- Grundschule zu den Geräten kam und was der Gemeinderat nun beschloss.

Unterschneidheim. Die Situation klingt zunächst erfreulich: Ein ortsansässiger Unternehmer beschließt, die Franz-Bühler-Grundschule in Unterschneidheim in der Pandemie zu unterstützen und erklärt sich gegenüber der Schulleitung bereit, die Anschaffungskosten von Luftfiltergeräten zu übernehmen.

„Wir waren begeistert, diese Geräte zu bekommen, und noch obendrein umsonst“, berichtet Rektor Christoph März der SchwäPo auf Nachfrage. „Das Einzige, was der Unternehmer gewollt hätte, war eine Spendenbescheinigung.“

Sechs Geräte zum Einzelpreis von jeweils 500 Euro wollte der Unternehmer der Schule für die vier Grundschulklassen zur Verfügung stellen.

„Ich habe gleich die Geräte geordert, sie sind inzwischen eingetroffen und verfügbar. Aber wir dürfen sie nicht benutzen“, so März. Der Grund: die Gemeinde habe die Sachspende abgelehnt.

„Mir wurde telefonisch vom Bürgermeister die Absage übermittelt. Die anderen Grundschulen und Schulen der Gemeinde würden dadurch benachteiligt, und auf die Gemeinde kämen Folgekosten zu.“

Christoph März kann darüber nur den Kopf schütteln. „Das kann ich dem Elternbeirat nicht vermitteln. Schließlich geht es um die Gesundheit der Kinder.“ Und im übrigen entstünde den anderen Schulen doch kein Nachteil.

Auf Nachfrage bezog Bürgermeister Nikolaus Ebert Stellung zu den Vorwürfen. „Wir haben uns das schon gut überlegt und die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. Aber wir sind von der Sinnhaftigkeit der Aktion nicht überzeugt. Darum hat der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen, die Spende vorerst nicht anzunehmen.“

Denn die Geräte würden zwar filtern, aber keinen Sauerstoff produzieren. „Es muss dann sowieso gemäß Corona-Verordnung trotzdem gelüftet werden, was in der Franz-Bühler-Grundschule sehr gut geht. Und die Geräte bringen kein Kind zusätzlich in die Schule, da es die Inzidenzwerte nicht erlauben. Die Schulen sind zu.“

Daher stelle sich die Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht, so Ebert. „Der Beschluss des Gemeinderats ist daher, die Entscheidung bis nach den Sommerferien zu vertagen und zu prüfen, wie die Situation dann aussieht.“ Dies habe Ebert auch persönlich der Schulleitung und dem Elternbeirat übermittelt. Der Spender habe überdies zugesichert, seine Spendenbereitschaft so lange aufrecht zu erhalten.

Sollte sich die Sachlage und die Erkenntnis über den Nutzen der Geräte ändern, müsse man neu bewerten. „Uns geht es nicht ums Geld. Wir haben viel in die Schulen investiert und investieren gerade in die Digitalisierung, was uns in der jetzigen Phase der Pandemie hilft. Aber wenn wir die Geräte annehmen, entstehen in jedem Fall Folgekosten durch Wartung, Prüfung, Betrieb.“

Jürgen Kunze

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