Händler verzichten freiwillig auf einen verkaufsoffenen Sonntag

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Auch wenn die Stadt Ellwangen an verkaufsoffenen Sonntagen immer genagelt voll ist: Für die Einzelhändler werfen diese Tage nicht so viel ab.
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Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung von Pro Ellwangen wurde der Beschluss mit großer Mehrheit gefasst.

Ellwangen. Die Mitglieder von Pro Ellwangen haben sich am Donnerstagabend zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung getroffen. Zentraler Tagesordnungspunkt war eine Diskussion und Abstimmung über die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage. Die Versammlung fasste bei einer Enthaltung den Beschluss, dass der Ellwanger Einzelhandel im kommenden Jahr nur noch an zwei statt - wie bisher - an drei Sonntagen geöffnet haben wird. Alternativ will man künftig mit neuen, innovativen Eventformaten Menschen in die Innenstadt locken.

Wie der Pro Ellwangen-Vorstand Karl Bux eingangs der Versammlung ausführte, sei der Impuls, die verkaufsoffenen Sonntage zu reduzieren, von Seiten der Händler an den Handelsverein Pro Ellwangen herangetragen worden.  Als Gründe dafür hätten die  Händler neben fehlendem Personal vor allem die nachlassenden Umsätze bei den verkaufsoffenen Sonntagen angeführt.

Das wurde auch in der anschließenden Diskussion nochmals deutlich. So sprach sich neben Antje Förstner-Frick von der Firma Kicherer auch Juwelier Andreas Hunke für eine Reduzierung der verkaufsoffenen Sonntage aus. Die seien laut Hunke mittlerweile einfach nicht mehr zeitgemäß und bescherten dem Handel in der Regel auch keine klingelnden Kassen mehr. "Die verkaufsoffenen Sonntage laufen bei großen Veranstaltungen, wie dem Kalten Markt, eigentlich nur noch im Hintergrund mit. Die Leute werden da mit viel Programm bespaßt; das Einkaufen spielt nur eine untergeordnete Rolle", bedauerte Hunke.

Karl Bux und Citymanagerin Verena Kiedaisch hakten an der Stelle ein und erklärten, dass verkaufsoffene Sonntage zwingend an große traditionelle Leitveranstaltungen gebunden sein müssen - andernfalls können sie nicht genehmigt werden. Wobei Karl Bux noch anmerkte, dass man - sofern es der Wunsch der Händler sei - auch komplett auf verkaufsoffene Sonntage verzichten und sich stattdessen künftig auf neue Formate, wie den zuletzt sehr erfolgreichen Ellwanger SamS, einen Shoppingsamstagmit verlängerten Öffnungszeiten und vielen Aktionen,  konzentrieren könne.  

Dieser Vorstoß wurde nach kurzer Debatte verworfen. Vorerst wollen die Ellwanger Händler an zwei verkaufsoffenen Sonntagen festhalten - zumindest für das Jahr 2023. Rege diskutiert wurde danach allerdings über die Termine. Nachdem der verkaufsoffene Sonntag zum Kalten Markt bereits feststeht, wurde beschlossen, den zweiten Termin so weit wie möglich in den Herbst des kommenden Jahres zu schieben, um schon vom beginnenden Weihnachtsgeschäft profitieren zu können. Statt zum Grünen Wochenende im September sprach sich die Versammlung dafür aus, den zweiten verkaufsoffenen Sonntag an die Wildwochen im Oktober 2023 anzudocken.  Ob das möglich ist, will Citymanagerin Verena Kiedaisch abklären. 

Ein neues Eventkonzept soll kommen

Ein weiteres Thema in der Mitgliederversammlung war die geplante Entwicklung eines neuen Eventkonzepts für die Ellwanger Innenstadt. Wie Citymanagerin Verena Kiedaisch informierte, wird die Stadtverwaltung damit eine externe Agentur beauftragen. Eine entsprechende Ausschreibung befinde sich bereits in Vorbereitung.  Die Agentur soll Ideen für eine Vielzahl von experimentellen Veranstaltungen liefern, mit denen man die Ellwanger Innenstadt in den kommenden vier Jahr kräftig beleben kann. Vorgesehen sind "neue authentische Events" - in  verschiedenen Stadtquartieren - zu verschiedenen Jahreszeiten - für verschiedene Zielgruppen. Der Handel und die Gastronomie sollen in das Konzept eng eingebunden werden. Wie Kiedaisch und Bux betonten, wird dafür sehr viel Geld in die Hand genommen. Insgesamt eine Million Euro steht zur Verfügung. Die Stadt Ellwangen und - als Co-Antragsteller - auch der Verein Pro Ellwangen profitierten dabei von dem neuen Bundesförderprogramm "„Stadt neu erleben“. Karl Bux sieht auch deshalb und wegen der anstehenden Landesgartenschau "sehr gute Chancen" für den Ellwanger Einzelhandel.

 

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