Handel mit Marihuana: 18 Monate auf Bewährung

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Amtsgericht Ellwangen
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27-Jähriger zeigt sich voll geständig. Was das Gericht ihm auferlegte.

Ellwangen. Zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten wegen unerlaubten Handels mit BTM in mehreren Fällen  ist ein 27-Jähriger vom Schöffengericht am Amtsgericht verurteilt worden. Die Strafe wird zur Bewährung festgesetzt, unter anderem, weil der Angeklagte ein volles Geständnis ablegte.

Die Anklage von Erstem Staatsanwalt Dr. Jürgen Herrmann legte dem Angeklagten A. unerlaubten gewerbsmäßigen Handel mit Marihuana in vier Fällen und unerlaubten Besitz von Marihuana in Tateinheit mit unerlaubtem Handel in einem weiteren Fall zur Last. Der Angeklagte habe in der ersten Jahreshälfte 2021, als er in Ellwangen lebte, diese Taten begangen. Verkauft hatte er die Mengen an Bekannte über WhatsApp und sie per Post verschickt, seine Freundin hatte die Zahlungen teilweise über ihr Konto laufenlassen. Im 5. Fall war er am Bahnhof Crailsheim mit knapp 85 Gramm aufgegriffen worden, die er dort zumindest teilweise verkaufen wollte. Bei einer Wohnungsdurchsuchung waren ein Handy und etwa 850 Euro an „Drogengeld“ sichergestellt worden.

Der 27-Jährige lebt inzwischen in Feuchtwangen in einer neuen Beziehung und beginnt dort ab Februar eine zunächst auf 18 Monate befristete Arbeit. Er hat aus der früheren Beziehung zwei Kinder, für die er keinen Unterhalt zahlt. Daraus und aus weiteren Ausgaben hat er einen höheren fünfstelligen Betrag an Schulden. Auf Nachfrage von Richter Norbert Strecker sagte er, derzeit lebe er vom Verdienst seiner Partnerin.

In einer Erklärung seiner Pflichtverteidigerin räumte er alle Taten voll umfänglich ein. Er sei Anfang 2021 selbst abhängig gewesen und habe 5 Gramm pro Woche konsumiert. Verkauft habe er Marihuana nur an Bekannte, die selbst konsumierten. Seit mehreren Monaten konsumiere er nicht mehr und suche auch Hilfsangebote auf.  Seit 2019 sei er süchtig gewesen.

Er verzichtete auf die Rückgabe der beschlagnahmten Wertgegenstände und des Geldes im Gesamtwert von 970 Euro.

Das sichergestellte Marihuana hatte laut Gutachten einen THC-Gehalt von 15,1, abzüglich der Toleranz lag der Wert, aufgeteilt auf Eigenbedarf und die Hälfte für Handel, jeweils unter der Grenze von 7,5 THC für „nicht geringe Menge“. Die Zeugen wurden im Einverständnis nicht vernommen.

Der Staatsanwalt verwies auf Geständnis und Reue und beantragte eine Gesamtstrafe von 22 Monaten zur Bewährung, verbunden mit Besuch einer ambulanten Suchtberatung und  vier Drogenscreenings über zwei Jahre. Er appellierte aber an A., Unterhalt für seine Kinder zu bezahlen, da das Verweigern ein Straftatbestand sei und die Bewährung gefährde. Die Verteidigerin plädierte auf einen minderschweren Fall und auf elf Monate zur Bewährung.

Das Schöffengericht und Richter Strecker verkündete eine Strafe von 18 Monaten auf Bewährung auf eine Zeit von drei Jahren, unter den Auflagen Screenings, Bewährungshelfer und ambulante Suchtberatung, die bis zum 30. April nachgewiesen werden muss. Es seien keine minderschweren Fälle, und Marihuana sei eine gefährliche Droge. A. habe wohl die Kurve bekommen, auch er appellierte, Unterhalt zu zahlen, da sonst die Bewährung gefährdet sei. 

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