Heizung aus in den Hallen?

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Strom und Heizungswärme werden teurer
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In Neuler stimmt man sich auf den drohenden Mangel an Gas ein und überlegt Maßnahmen.

Neuler. Keine leichte Sitzung hatten die Neulermer Räte vor der Sommerpause. Trotz der Hitze bekamen sie Gänsehaut, bei dem was Bürgermeisterin Sabine Heidrich ihnen zur Kenntnis gab. Zur Vorbereitung auf die drohende Gasmangellage hat die Verwaltung mit Bauhof eine Gruppe gebildet, um sich wöchentlich darüber auszutauschen, welche Energiesparmaßnahmen im Rahmen einer Gasknappheit getroffen werden müssen.

Die Bürgermeisterin gab gleich zu, dass man an den Worst-Case denken müsse, auch wenn man hoffe, dass er nicht eintrete. Als Oberhaupt der Gemeinde müsse man dafür Sorge tragen, dass den Bürgern bei Notsituationen eine Lösung angeboten werde.

Kein warmes Wasser mehr nach den Sommerferien?

So machen sich landauf landab alle Gemeinden Gedanken wie sie den nächsten Winter bei Gasknappheit ihrer öffentlichen Gebäude beheizen oder nicht mehr beheizen können. Bei über 30 Grad im Ratssaal schockierte dieser Vortrag die Gemeinderäte. Ganz wichtig sei es, so Heidrich, zwei Notstromaggregate anzuschaffen. Vor allem um die Wasserversorgung, die ohne Strom nicht funktionieren könne, sicherzustellen. Auch mache man sich schon jetzt Gedanken darüber, das warme Wasser in allen Gemeindehallen abzuschalten. Dies solle nach den Sommerferien geschehen. Des weiteren werden alle Gebäude auf Einsparungen überprüft. Man überlege Heizgeräte anzuschaffen, um einzelne Räume zu heizen, in denen sich Bürger eventuell aufwärmen könnten. All diese Maßnahmen seien nur in die Zukunft gedacht. Man wisse augenblicklich nicht wie sich die Lage entwickle, wie kalt der Winter werde und wie die Bürger auf eventuelle Verknappung reagieren werden.

„Wir müssen uns auf solche Mangellagen einstellen.“

In Neuler besäßen zur Zeit 300 Häuser Gasanschluss. Ob sie ihn tatsächlich nutzen und wie viele Bürger mit anderen Energieformen heizen, wurde noch nicht abgefragt. Keine große Hoffnung machte die Bürgermeisterin darauf, dass es wieder ein Energiemanagement vor der Zeit des Ukraine-Krieges geben würde. „Wir müssen uns auf solche Mangellagen einstellen.“

Energieeinsparung auch bei der Straßenbeleuchtung

Mit Energieeinsparungen befasste sich auch ein weiterer Tagesordnungspunkt. Die Optimierung der Straßenbeleuchtung hinsichtlich des Energiebedarfs. Viel Energie könne eingespart werden, wenn die Straßenbeleuchtung im Ort als Nachtabschaltung von 1 Uhr bis 4 Uhr ausgeschaltet würde. Dies mache zirka 4.700 KW/h aus. Ebenfalls Energie könne durch die Umrüstung von 90 alter Natriumdampfhochdruckleuchten erzielt werden. Bereits bei der Bürgerversammlung im Mai sollten sich die Zuhörer hierzu äußern. Mit nur elf Meinungsäußerungen ist allerdings kein Gesamtbild entstanden. Bei einer Nachtabschaltung müssten rein rechtlich die Fußgängerüberwege, sowie die Hauptverkehrsrichtung beleuchtet bleiben. Nun sei es in Neuler aber so, dass einzelne Stromkreise an die die Hauptverkehrsrichtung angeschlossen sei, einzelne Wohngebiete mit beinhalte, die sich somit nicht abschalten ließen, was zu einem Ungleichgewicht von Hellig- und Dunkelheit und somit zur Unzufriedenheit führen könne.

Als erste Maßnahme wolle man nun die alten Leuchten austauschen und weiter an der Möglichkeit arbeiten das Lichtnetz in Bezug auf Energieeinsparung, Insektenschutz und Lichtverschmutzung zu optimieren.

Erneuerbare Energien ein heikles Thema

Ein äußerst heikles Thema sei die Aufgabe erneuerbare Energien im Ortsgebiet zu etablieren. Das Thema Freiflächenphotovoltaik beschäftige die Gemeinde schon seit einiger Zeit. Eine Haltung zu diesem Thema wurde gefordert. Besonders pikant sei diese Art der Stromgewinnung, da es zur Zeit fast unmöglich sei den erzeugten Strom ins Netz einzuspeisen. Bei 8 Ja- und 4 Nein-Stimmen stimmten die Räte für die Zulassung von Flächenphotovoltaikanlagen auf ihrer Gemarkung. Ein Kriterienkatalog für die Genehmigung müsse ausgearbeitet werden. ⋌⋌⋌Sabine Freimuth

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