Herrliches Bühnenspektaktel: Schrezheimer Theater

+
Mit viel Spielfreude, vollem Körpereinsatz und gespikt mit Wortwitz brachte das Theaterensemble des Gesangvereins Schrezheim die Komödie "Ein Schlüssel für zwei" auf die Bühne.
  • schließen

Nach zweijähriger Zwangspause meldet sich die Theatergruppe des Gesangvereins zurück.

Ellwangen-Schrezheim. Nach „zweijähriger Zwangspause“ aufgrund der Corona-Pandemie freute sich Thomas Schiele, stellvertretender Vorsitzender des Gesangvereins Eintracht Schrezheim, ganz besonders, am Donnerstagabend über 400 Premierenbesucher in der ausverkauften St.-Georg-Halle begrüßen zu dürfen. Auch die zwei weiteren Aufführungen waren ausverkauft.

Sichtlich nervös kündigte er die Rückkehr des Theater-Ensembles des Gesangvereins an und sein Wunsch sollte sich erfüllen: Den Spielerinnen und Spielern war nach der langen Pause gar keine Nervosität anzumerken, stattdessen sprühende Spielfreude, so dass es ein Theaterabend zum Genießen für alle Beteiligten werden sollte.

Regisseurin Karin Fuchs hatte „Ein Schlüssel für zwei“, eine britische Komödie von John Chapman und Dave Freeman, gewählt und mit nur sieben aktiven Rollen inszeniert. Allen voran brillierten Bernd Klein, Anita Wiedenhöfer und Joachim Vaas in ihren Charakteren: Denn Helen (von Wiedenhöfer mit toller Mimik und Gestik ausgearbeitet) amüsiert sich gleich mit zwei Partnern, Günther Büsing (Klein, spielt mit ganzem Körper und perfektem Timing) und Alex Schmitt (Vaas legt ihn mürrisch, resolut und mit zunehmend bissigem Witz an) im steten Wechsel. Das klappt anfangs noch, obwohl beide jeweils verheiratet sind – mit Monika Büsing (wunderbar zugeknöpft, steif, empört: Elena Kucher) und Margot Schmitt (Daniela Kucher übernimmt den Kurzauftritt). Doch als auch noch Freundin Anne (Sarah Löber kokettiert, wo es nur geht) bei Helen auftaucht und ihren Partner Richard im Schlepptau hat – den Thomas Schiele wunderbar betrunken über die Bühne torkeln lässt – ist das Beziehungsverwirrspiel perfekt. Ab dem zweiten und erst recht im dritten, finalen Akt, entwickelt sich ein absurdes, aberwitziges Spektakel, das die Akteure mit starkem Timing, kontaktfreudig und als Ensemble harmonierend herrlich komisch auf die Bretter bringen. Ein Wortwitz jagt den nächsten, Helens Wohnung wird zur Privatpraxis und der scheinbar krankhafte Liebeswahn zur „paralytischen Polygamie“ erklärt. Alles gipfelt in der Frage, wer hier eigentlich wen verdient hat?

Souffleurin, Maske, Kostüme, Bühnenbild, Technik, Bewirtung und noch einiges mehr sind nötig, um so einen Theaterabend rundum gelungen zu gestalten. Und allen Beteiligten in Schrezheim galt am Ende großer Applaus für ihren Einsatz und langanhaltend klatschten die Besucher als Dank. Schon mit sich schließendem Vorhang darf die Vorfreude anwachsen, was die Schrezheimer Theatergruppe 2024 servieren wird.

⋌Benjamin Leidenberger

Mit viel Spielfreude, vollem Körpereinsatz und gespikt mit Wortwitz brachte das Theaterensemble des Gesangvereins Schrezheim die Komödie "Ein Schlüssel für zwei" auf die Bühne.
Mit viel Spielfreude, vollem Körpereinsatz und gespikt mit Wortwitz brachte das Theaterensemble des Gesangvereins Schrezheim die Komödie "Ein Schlüssel für zwei" auf die Bühne.
Mit viel Spielfreude, vollem Körpereinsatz und gespikt mit Wortwitz brachte das Theaterensemble des Gesangvereins Schrezheim die Komödie "Ein Schlüssel für zwei" auf die Bühne.

Zurück zur Übersicht: Ellwangen

Kommentare