Historische Grenztafel kehrt nach Ellwangen zurück

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Diese historische Grenztafel aus Eisenguss ist an dem Gebäude in der Schlosssteige zu sehen.

Eine gusseiserne Wappentafel des Königreichs Württemberg ziert das Haus der Baugenossenschaft in der Schlosssteige. 

Ellwangen.

Es ist ein geschichtsträchtiges Stück Metall, eine echte Rarität, die den Eingangsbereich des Hauses in der Ellwanger Schlosssteige 25 ziert: Eine gusseiserne Platte mit rund 70 Zentimeter Durchmesser – eine Grenztafel mit dem Wappen des Königreichs Württemberg aus dem 19. Jahrhundert. Jetzt hängt sie wieder an dem Platz, an dem sie der einstige Hauseigentümer, Stadtbaumeister Gauckler, nach dem Errichten des Palais-artigen Wohnsitzes aufgehängt hatte. Nach über 50 Jahren - einem halben Jahrhundert - ist das Schmuckstück an den heutigen Hauseigentümer, die Baugenossenschaft Ellwangen, von Hubertus Steinacher zurückgegeben worden.

Steinacher freut sich, dass er beim geschäftsführenden Vorstand Thomas Töpfl sofort auf Interesse gestoßen war, als er ihm die Geschichte der Platte erzählt hatte. Er hatte sie nämlich als Zwölfjähriger – sein Elternhaus war in der Mittelhofstraße und die Familien freundschaftlich verbunden – gesichert, und mit dem Leiterwagen zu sich nach Hause gebracht, als das Haus in der Schlosssteige umfangreich saniert, verkauft und die Platte abgehängt worden war. Ende der 60-Jahre war das, denn ab 1969 war die Baugenossenschaft mit ihrem Büro in das sanierte Haus gezogen, weiß Töpfl. „Mein Vater Max war damals der Testamentverwalter. Die Eisenplatte hätte beim ‚Kustrung‘, einem bekannten Ellwanger Altmetallhändler, entsorgt werden sollen“, erinnert sich Steinacher. So hütete der junge Hubertus seinen Schatz, nahm ihn mit, als er als Mittzwanziger beruflich nach München zog, wo die Tafel dann 40 Jahre lang sein Wohnzimmer schmückte.

Solche gusseisernen Grenztafeln seien heute eine „echte Rarität“, sagt Ludwig Horn, der sich seit Jahren um historische Orts- und Grenztafeln und -stöcke kümmert. „Das war eine württembergische Eigenart, alles aus Guss zu machen“, berichtet er. In Stödtlen hat er so eine historische Grenztafel mit Schülern 2012 restauriert und wieder aufgestellt. Die Schwäbischen Hüttenwerke in Wasseralfingen haben die Tafeln gegossen, bestätigt auch Eberhard Veit, Mitarbeiter des Ellwanger Schlossmuseums. „Solche Grenztafeln standen an den Sträßchen Richtung Bayern.“

„Mir gefällt der Geruch der Nostalgie“, sagt Töpfl, der die Platte gerne wieder an ihren ehemaligen Platz angebracht hat, wo sie einst Gauckler wohl schon als Schmuck und Reminiszenz an die Königszeit – zu Fuße des Schlosses - positioniert hatte. „Es ist schön, wenn historischen Dinge wieder da landen, wo sie hingehören“, sagt Töpfl, der die Tafel als „kleines Puzzelstück der Ellwanger Geschichte“ sieht. „Jetzt findet die Odysee der Königsplatte ihr Ende“, freut sich Hubertus Steinacher.

Hubertus Steinacher (l.) und Thomas Töpfl vor dem Haus der Baugenossenschaft, wo die Grenztafel nun wieder befestigt ist.

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