Impulse für die Nahversorgung am Ort

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Das Herz der Nahversorgung in Schwabsberg - die Bäckerei Maier
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Genossenschaftsladen, Automaten oder Wochenmarkt? Eine Studie liefert Erkenntnisse.

Rainau-Saverwang. Nahversorgung,Neugestaltung eines Dorfplatzes, Naturkindergarten,Breitbandversorgung, alles Projekte, bei denen die Gemeinde Rainau Geld investiert.

Jede Maßnahme will daher auf Durchführbarkeit und Einsparungen durchleuchtet sein. In der Novembersitzung im Dorfhaus in Saverwang rauchten so förmlich die Köpfe.

Zum Thema „Leben im Zentrum von Schwabsberg“ stellten Carina Killer und Matthias Prüller von dem Aalener Institut für Marketing und Kommunalentwicklung „imakomm AKADEMIE“ die Ergebnisse im Hinblick auf die Nahversorgung und Belebung des Ortskerns vor.

Ihre Analysen nahmen sie aus Anwohnerbefragungen und einer Bürgerversammlung zum Thema. Daraus ergab sich, dass der Ort eine relativ gute Versorgungssituation habe, wie zum Beispiel einen Bäcker, Gasthäuser oder Arzt.

Eine noch bessere regionale Nahversorgung, wie zum Beispiel mit einem Dorfladen oder einer Genossenschaft mache keinen Sinn. Die Parameter wie minimal 300 000 Euro Umsatz und 100 Mitgliedern, die zum Start in den Laden 100 Euro einzahlen, sei in Schwabsberg nicht zu realisieren.

Genossenschaftsladen eher schwierig

Wenn schon bei einer Infoveranstaltung keine 100 Interessierten kämen, könne man davon ausgehen, dass sich auch keine 100 Mitglieder fänden, so die Erfahrungswerte des Instituts. Für einen Genossenschaftsladen sei das Angebot an Lebensmittelläden in der nahen Umgebung wohl zu groß.

Sinn machen könnte ein Automatenladen mit regionalen Produkten verschiedenster Anbieter oder ein Wochenmarkt auf dem neuentstehenden Dorfplatz. Dieser neue Dorfkern, meinte Carina Killer, könne eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.

Hochbeete,Sitzmöglichkeiten und Begrünung, sowie die Verfolgung eines konkreten Themas – in Rainau wären das „Wasser, Limes und mehr“ – könnten auch Gäste in den neuen Ortskern locken.

Erlebnisweg als Magnet

Denkbar wäre auch, einen Erlebnisweg vom Bucher Stausee zum Dorfmittelpunkt zu schaffen. Der Fußweg betrage 22 Minuten. Dieser Weg könne mit Themen generationsübergreifend interessant gestaltet werden.

Rat Michael Schmid gab in der Diskussion zu bedenken, dass ein Lebensmittelautomat 14 000 Euro kosten würde. Für einen Wochenmarkt konnte sich auch Bürgermeister Christoph Konle begeistern. Hier können sich die örtlichen Landwirte als Direktvermarkter genauso einbringen, wie der Metzger oder Bäcker. Denkbar wäre ein Automatenmarkt, sprich mehrere Automaten mit verschiedenen Produkten, in der Scheune neben der örtlichen Bäckerei Maier. Auch das touristische Potenzial der am Ort vorbeiführenden Fahrradwege sei nicht zu unterschätzen.

Der Wunsch der Einwohner nach einem öffentlichen WC könne eventuell im zweiten Bauabschnitt der Alten Schule verwirklicht werden. Konle dankte den Projektentwicklern, und meinte, man könne versuchen die Dinge zu entwickeln, die vorgeschlagen wurden.

Sabine Freimuth

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