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Apotheker Michael Mus von der Nepomuk-Apotheke beteiligt sich an bundesweiter Studie. Wie einfacher und guter Rat für Medikamenteneinnahme funktioniert.

Ellwangen. Menschen mit chronischen Erkrankungen trifft Corona besonders hart. Zu der Grund- und Vorerkrankung kommt oft die Angst hinzu, sich gerade beim Arzt im Wartezimmer auch noch mit dem Virus anzustecken. Nicht selten reduzieren diese Patienten ihre Arztbesuche daher auf ein absolutes Minimum, halten Arztgespäche so kurz wie möglich oder gehen gleich gar nicht mehr zum Arzt.

Natürlich sind allgemein gültige Aussagen noch schwer zu treffen. Aber tendenziell sieht es schon so aus, dass die Patienten seit Corona eher seltener den Arzt aufsuchen. Was wir definitiv beobachten können, ist, dass viel mehr telefonisch und über Dauermedikation geregelt wird. Auch unser Medikamentenlieferservice wird von Patienten seit Corona viel stärker in Anspruch genommen, berichtet Michael Mus, Apotheker der Nepomuk-Apotheke im Ellwanger Ärztezentrum St-Anna-MediArt.

Oft ist dann der Apotheker, bei dem das Rezept eingelöst wird, der einzige Kontakt zum Gesundheitssystem. Wir sind da als Apotheker mehr denn je gefordert, ganz genau hinzuschauen und gut zu beraten, erklärt Mus.

Der persönliche Patientenkontakt ist nicht ersetzbar.

Michael Mus Apotheker

Mus, der als Athina-Berater besonders auf mögliche Wechselwirkungen innerhalb von Medikatmentenplänen geschult ist, war zusammen mit Inhaber Thomas Berend daher schnell angetan, als die Landesapothekenkammer die Nepomuk-Apotheke für die Teilnahme an einer bundesweiten Studie anfragte. Ziel der Landesapothekenkammern ist es, herauszufinden, ob über Telepharmazie die Patientengesundheit verbessert werden kann. Dafür werden in dem Watch genannten Projekt die Informationen des Beipackzettels mit Animationen verständlicher aufbereitet und durch den Apotheker nachgehalten, erklärt Mus. Etwa 100 Apotheken beteiligen sich in Deutschland an dieser Studie, die auch generell health literacy, also Gesundheitskompetenz, stärken will.

Der Feldversuch konzentriert sich zunächst auf Diabetesmedikamente, da diese besonders erklärungsbedürftig sind. Gleichzeitig ist es gerade bei dieser Medikamentengruppe teils lebenswichtig, dass diese korrekt eingenommen werden.

Mittels einer App kann der Apotheker sein Aufklärungsgespräch vor Ort unterstützen und dem Patienten die Informationen im Nachgang über einen Link per E-Mail zukommen lassen. Wichtig dabei ist, dass das nicht einfach irgendwelche Youtube-Videos sind, sondern diese in Zusammenarbeit mit Apothekern erstellt wurden, verdeutlicht Mus. Der Patient kann sich damit die Situation aus der Apotheke immer wieder ins Gedächtnis rufen, in seinem eigenen Tempo ansehen und erhält mit dem Video auch meine Kontaktdaten für direkte Rückfragen. Mit den Animationen und in einfacher Sprache soll so die Therapietreue verbessert werden, also dem Patienten klar gemacht werden, zu welchen Zeiten und in welchen Situationen die Medikation erfolgen sollte. Eine Kontrollgruppe macht den Erfolg des Projekts messbar. Bei guten Ergebnissen sollen weitere Arzneigruppen folgen.

In den Niederlanden konnten mit dieser zusätzlichen Form der Betreuung bereits gute Erfolge erzielt werden. Und als solches Zusatzangebot soll es auch verstanden werden, denn: Der persönliche Patientenkontakt ist nicht ersetzbar, hält Mus fest.

Die Nepomuk-Apotheke sucht weiterhin Freiwillige, die an der Studie Watch der Landesapothekenkammer teilnehmen möchten, insbesondere auch für die Kontrollgruppe. Der Aufwand beschränkt sich dabei auf das Ausfüllen von Fragebogen, zeitlicher Aufwand rund fünf Minuten. Interessenten können sich melden unter info@nepomuk-ellwangen.de oder unter Telefon (07961) 904070.

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