Jacken und Decken fürs Personal

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Mit Decke und Jacke ins Büro? Viele Angestellte empfinden 19 Grad Raumtemperatur im Büro als zu frisch. Foto: picture alliance / dpa
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Die Kreissparkasse Ostalb stattet ihre Mitarbeiter mit warmer Kleidung und Decken aus - damit sie in den Büros gut und gesund durch den Winter kommen.  Andere Unternehmen sind diesbezüglich noch zurückhaltend.

Ellwangen/Aalen.  Um Energie zu sparen, sollen öffentliche Gebäude ab September in der Regel nur noch bis maximal 19 Grad beheizt werden. Das gilt - als Bank mit öffentlichem Auftrag - auch für die Sparkassen. Bei der KSK Ostalb setzt man diese Vorgabe seit September vorbildlich um, behält aber gleichzeitig auch das Wohl der Mitarbeiter im Blick. Denn: 19 Grad empfinden vor allem viele weibliche Angestellte nicht mehr als Wohlfühltemperatur, bei der man gerne acht Stunden im Büro arbeitet. Und so hat sich die Sparkasse jetzt zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen. Sie stattet ihr Personal mit eigenen Fleecedecken und -jacken aus - damit die Mitarbeiter gut und vor allem gesund durch den Winter kommen. Andere Unternehmen sind diesbezüglich noch zurückhaltend.

Wie Holger Kreuttner auf Nachfrage bestätigt,  sei die Initiative zum „Kälteschutz für Mitarbeiter“  unmittelbar nach den neuen Vorgaben zur Energieeinsparung - mit Absenkung der Raumtemperatur auf 19 Grad - vom  Vorstand der Kreissparkasse Ostalb initiiert worden. "Nach den ersten kalten Tagen im September hatten sich vor allem Mitarbeiterinnen beklagt, dass sie ihnen im Büro kalt geworden ist", berichtet Kreuttner. Ihn selbst habe das nicht gestört. Er sei da noch kurzärmelig im Haus unterwegs gewesen, während seine Kolleginnen schon Wollschal und dicke Pullis trugen. Das Fröstel-Problem habe  die Leitung der KSK schnell erkannt und sofort reagiert. Den drei Vorstandsmitgliedern der KSK Ostalb, Markus Frei, Dr. Christof Morawitz und Dr. Tobias Schneider, sei es "wichtig", damit ein Zeichen der Fürsorge für die rund 750 Sparkassenbeschäftigten zu setzen, erklärt Kreuttner. Man habe sich sehr schnell darauf verständigen können, Fleecedecken und -jacken als geeignete „Wärmespender“ für die Wintermonate anzuschaffen. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei ein entsprechendes Angebot gemacht worden. Der Resonanz auf dieses Angebot sei  gewaltig gewesen,  so Kreuttner. "Wir hatten tatsächlich eine Rücklaufquote von 100 Prozent."  Die Lieferung der Decken und Jacken wird nun für Anfang November erwartet und damit rechtzeitig vor Beginn der kalten Jahreszeit.

Andere Unternehmen und Dienstleister halten sich mit solchen Maßnahmen derzeit noch zurück. So etwa die Stadtverwaltung Ellwangen. Wie der Pressesprecher der Stadt Ellwangen, Dr. Anselm Grupp, betont, wird auch im Rathaus strikt darauf geachtet, dass die Raumtemperatur bei 19 Grad bleibt. Während der ersten kalten Tage im September sei es  im Rathausgebäude spürbar frisch gewesen. Wintersachen fürs Personal sollen aber trotzdem nicht angeschafft werden. "Das ist aktuell kein Thema für uns. Es kann auch nicht die vorrangige Aufgabe einer Verwaltung sein, Mitarbeiter warm einzukleiden", findet Grupp. Schließlich hätten jeder einen warmen Pullover oder eine Jacke zuhause im Kleiderschrank. Wem im Büro kalt wird, der könne sich entsprechend ausrüsten - das dann aber eigenverantwortlich.

Auch bei der Varta schüttelt man in Sachen Winterklamotten für Mitarbeiter mit dem Kopf. "Darüber wird bei uns derzeit nicht nachgedacht. Es hat sich bislang aber auch noch kein Mitarbeiter bei uns beschwert, dass ihm zu kalt ist", erklärt Unternehmenssprecherin Nicola Maier. Allerdings gelten in dem Privatunternehmen auch nicht so restriktive Vorgaben beim Heizen. Laut Maier werde die Heizung in den Varta-Gebäuden in der Regel zentral gesteuert - und das so, dass es für alle eine "angenehme Wohlfühltemperatur" gibt.

Beim Energieversorger ODR zeigt man sich in Sachen Heizen dagegen solidarisch. Auch hier wird darauf geachtet, dass die Raumtemperatur in den Betriebsgebäuden während der Heizperiode auf 19 Grad begrenzt bleibt, teilt Elisabeth Krämer von der Unternehmenskommunikation mit. Dazu habe man an die Mitarbeiter sogar extra Energiesparthermometer verteilt, die die aktuelle Raumtemperatur plastisch anzeigen.  Warme Kleidung habe das Unternehmen indes noch nicht für die Belegschaft angeschafft, sagt Krämer. Sollte es ODR-Angestellten im Büro zu kalt werden, könnten sie sich aber in den Teeküchen "innerlich aufwärmen"  - die stünden dem Personal auf allen Stockwerken der ODR zur Verfügung. Manche Abteilungen hätten in Sachen Winterausrüstung aber auch schon Eigeninitiative ergriffen, so etwa die Mitarbeiter von der Unternehmenskommunikation, die sich durch die Bank mit warmen Hausschuhen samt lustigen Tiermotiven ausgestattet haben. Sobald die Kuschelschlappen da sind, soll ein Foto im internen Kommunikationsnetz der ODR veröffentlicht werden -  als motivierende Winterdurchhalteparole für die Kollegen im Betrieb. "Man muss diese Lage schließlich auch mit Humor nehmen", betont Krämer.  

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