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Beim Bürgerdialog in Jagstzell wurden im Vereinsheim in der Jagstaue Josef Engelhard (Dritter von links) und Anton Berger (Zweiter von rechts) für ihre 50-jährige CDU-Mitgliedschaft vom Vorsitzenden des CDU-Ortsverbandes Jagstzell, Wolfgang Kling (Zweiter von links) geehrt. Bürgermeister Patrick Peukert (links) und der Bürgerdialog Referent Roderich Kiesewetter (rechts) assistierten. Foto: AK
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Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter spricht in Jagstzell über den Ukraine-Krieg und die Energiekrise.

Jagstzell

Beim Bürgerdialog in Jagstzell nahm der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter (CDU) den Ukraine-Krieg, die hohen Energiepreise und die aktuelle Situation im Land in den Blick und skizzierte Lösungen, wie die derzeitigen Krisen bewältigt werden können.

Der CDU-Ortsverband Jagstzell hatte zu dem Bürgerdialog eingeladen, zu dem der frisch wiedergewählte Vorsitzende, Wolfgang Kling die zahlreichen Gäste im Vereinsheim in der Jagstaue begrüßte, unter die sich auch Bürgermeister Patrick Peukert mischte.

Roderich Kieswetter ging eingangs zunächst auf bestehende Defizite ein, die derzeit in Deutschland bewältigt werden müsse. Er sprach sich für eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke in der momentan schwierigen Situation mit drohenden Energieengpässen aus. Außerdem müsse der Ausbau der Stromleitungen endlich vorangebracht werden. Dennoch müsse die erneuerbaren Energien stark gefördert werden. Auch den Pflegenotstand schnitt der CDU-Politiker an: „Wir müssen uns um mehr Angebote in der Pflege bemühen. Die Arbeitsbedingungen gehören verbessert.“

Krieg im Mittelpunkt

Im Anschluss beschrieb der Militärexperte und ehemalige Oberst Roderich Kiesewetter, die aktuelle Lage in der Ukraine. „Dieser Krieg hat großes Leid über die Bevölkerung gebracht. Sieben Millionen Ukrainer haben ihr Land bereits verlassen, weitere sieben Millionen befinden sich im Land selbst auf der Flucht, bei 42 Millionen Einwohnern, die die Ukraine derzeit hat. Rund 20 Prozent des Landes ist jetzt im Krieg bereits von Russland besetzt.“

Der Zerfall der Sowjetunion sei für Russlands Machthaber Putin die größte Katastrophe gewesen, die er mit allen Mitteln  zu korrigieren versucht. „Er ist ein Autokrat und Kapitalist und setzt auf unbeschränkte Macht. Putin hat, um seine Ziele durchzusetzen, zahlreiche politische Morde gegen Andersdenkende veranlasst.“

Versöhnungsbereitschaft gering

„Die Versöhnungsbereitschaft der Ukraine ist angesichts der brutalen Kriegsverbrechen Russlands mittlerweile sehr gering“, machte Kiesewetter deutlich. Die Wirtschaft in Russland sei arg beschädigt: „Ihre Automobilindustrie ist im Keller. Mehrere hunderttausende Menschen haben ihr Land verlassen, darunter auch viele junge, gut ausgebildete Leute. Das schadet Russland. Nun wenden sich sogar auch einige Bürgermeister von Putin ab.“ Der CDU-Spitzenpolitiker betonte: „Wenn der Westen und Deutschland die Ukraine nicht unterstützt, geht der Krieg weiter. Sonst macht Putin auch von der Generalmobilmachung Gebrauch. Es drohen über zehn Millionen Flüchtlinge. Der Preis eines Waffenstillstandes kann sehr hoch sein.“

Wo sind rote Linien?

In der sich anschließenden Diskussion wurde nach dem Punkt gefragt, bei welchen Waffenlieferungen eine rote Linie für Russland überschritten werde. Der bisherige Standpunkt der deutschen Regierung war bislang keine schweren Waffen zu liefern, so Kiesewetter darauf. Auf die Frage, warum Russland nicht stärker die Infrastruktur der Ukraine angreift, sagte er: „Russland hat bereits gezielt das Bahnnetz beschossen, Wasserwerke, E-Werke und Gas-Leitungen zerstört. Die Ukraine ist jedoch sehr findig und hat viel in Stromerzeugeraggregate investiert und in den Zivilschutz.“ Roderich Kieswetter schätzt, dass sich das System Putin vielleicht noch zwei Jahre halten werde. „Er wird weitere Rückschläge erleiden.“

Den Einsatz von Atomwaffen stuft Kiesewetter gering ein: „Er würde damit den Rückhalt Chinas und der afrikanischen Länder verlieren. Seine Macht würde schwinden.“

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