GEMEINDERAT Wie der Stand beim Thema Breitbandausbau ist und warum dieses Projekt für gute Laune sorgt in Jagstzell

Breitband wird billiger als gedacht

Um rund 3,7 Millionen Euro billiger als anfangs kalkuliert kommt Jagstzell wohl der Breitbandausbau am Ort. Bürgermeister Müller sucht Ehrenamtliche, die mit anpacken.

Jagstzell

Weit weniger als kalkuliert kostet Jagstzell der Breitbandausbau. Der Zeitplan läuft ebenfalls besser als angenommen. Seit Januar klemmen sich Verwaltung und Räte hinter das Thema „Weiße Flecken“. Nun gab's trotz Sommerferien eine Sondersitzung, am 4. Oktober folgt eine weitere und eine an Heiligabend – „halt am Vormittag“.

Bei den Kosten war die Verwaltung von 8,5 Millionen Euro ausgegangen. Die aktuelle Kalkulation bleibt unter fünf Millionen. „Wir nutzen Synergien, verwenden auf 3,5 Kilometern bestehende Leerrohre, profitieren von den Vorleistungen“, erklärte Bürgermeister Raimund Müller. Viele Trassenkilometer ließen sich einsparen, so es gelänge, die stillgelegte Wasserleitung im Bereich Höfe zu finden. Dann könne in diese die Breitbandleitung eingezogen werden. „Das wäre ein Traum“, so Müller.

Umgesetzt würden 83 Hausanschlüsse. 33.000 Euro seien für die Kabelanschlüsse eingeplant, 3,22 Millionen für die Kabelgräben und 1,6 Millionen für Spülbohrungen, ein vergleichsweise teures Verfahren. „Wir haben mit dem worst case-Szenario gerechnet“, so Matthias Ernst von der Stuttgarter Firma RBS wave. Falle die Baugrunduntersuchung positiv aus und könne das günstigere Pflugverfahren angewendet werden und noch mehr einsparen. Für das Pflugverfahren gibt's eine Idee: Jagstzeller für einen ehrenamtlichen Einsatz gewinnen. „Man könnte einen Schlepper nehmen, einen Pflug ausleihen und das selbst machen“, sagte der Bürgermeister.

Mit Ernsts Kalkulation bliebe Jagstzell unter der Grenze von 5,3 Millionen Euro und darf somit rein national ausschreiben. Für Oktober ist der Ausschreibungsbeschluss geplant, die Vergabe der Arbeiten für den Dezember.

Im nächsten Abschnitt, den „Grauen Flecken“, „geht’s dann richtig zur Sache“, vermutet Müller. Das betreffe den Hauptort und Dankoltsweiler. „Da können wir dann nicht mit dem Pflugverfahren günstig Kilometer machen. Wir müssen in die Straßen und Wege rein.“ Das werde teuer. Zuvor muss das Markterkundungsverfahren abgeschlossen sein. Die Frist dafür endet am 25. August. Dann ist klar, ob und wo Telekommunikationsunternehmen selbst erschließen wollen.

In seiner Kostenplanung kommt Ernst auf 4,7 Millionen. Darin eingerechnet hat er zehn Prozent Spielraum. Mit den 4,7 Millionen liegt Jagstzell 3,7 Millionen unter der anfänglichen Schätzung.

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