Fischbachsee: Betreten bleibt tabu

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Wandern, Radfahren und Erholung ja, Baden nein: Dieser Status soll beim Fischbachsee auch weiterhin bestehen bleiben.
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Wie erklärt sich, dass der See in der EU-Liste als Badegewässer geführt wird, laut Wasserverband Obere Jagst aber keines ist?

Jagstzell

Wie geht es weiter beim Fischbachsee, der nie ein offizielles Badegewässer war (wir berichteten)? Und wie erklärt sich, dass der See in der EU-Liste als Badegewässer geführt wird, laut Wasserverband aber nicht?

Josef Gentner, der technische Sachbearbeiter für oberirdische Gewässer im Landratsamt und Ansprechpartner für den Wasserverband Obere Jagst, erklärt dazu: "Das ist in der Tat ein Widerspruch. Wir müssen noch klären, wie es zu diesem Eintrag gekommen ist. Faktisch ist er aber falsch. Weder beim Wasserverband Obere Jagst noch bei der Stadt Ellwangen oder der Gemeinde Jagstzell wird der Fischbachsee als Badegewässer geführt."

Dies hat auch Auswirkungen auf die Haftung bei Badeunfällen. "Wer sich dort aufhält, tut dies auf eigene Verantwortung", erklärt Gentner. "Und es gibt ja bereits Schilder, die das Betreten der Anlage verbieten und der Status des Sees ist bis auf den fraglichen Eintrag in der EU-Gewässerliste geklärt. Der Fischbachsee ist ein Rückhaltebecken und kein Badesee. Damit gibt es auch keinen Haftungsanspruch." Badeunfälle sind zumindest in den vergangenen zehn Jahren laut Gentner keine verzeichnet.

Zu einer Umwidmung des Sees in einen offiziellen Badesee gibt es keine Überlegungen seitens des Wasserverbands, erklärt Gentner. "Aus heutiger Sicht ist es nicht möglich, den Gemeingebrauch am Fischbachsee und somit auch das Baden offiziell zuzulassen. Mindestvoraussetzung für eine Zulassung wären sanitäre Anlagen. Nachdem es rund um den Fischbachsee weder Abwasser- noch Wasserversorgungsleitungen gibt, ist dies kurzfristig nicht, und wenn ja nur mit hohen Kosten möglich."

Der Eintrag in der EU-Gewässerliste ist faktisch falsch.

Josef Gentner Wasserverband Obere Jagst

Jagstzells Bürgermeister Raimund Müller ergänzt: "Wir als Gemeinde Jagstzell sehen auch keinen Bedarf für eine Umwidmung. In der Nähe gibt es andere Seen und Rückhaltebecken, die für den Gemeingebrauch freigegeben sind." Die dort teilweise ebenfalls fehlende Infrastruktur falle unter Bestandsschutz, erklärt Müller. "Heute müssten wir für eine Umwidmung die nötige Infrastruktur errichten. Wir haben aber ganz andere Baustellen."

Anselm Grupp, Sprecher der Stadt Ellwangen, bestätigt dies auch für die Stadt: "Es gibt keine Überlegungen, den See umzuwidmen."

Somit bleibt lediglich die Korrektur der EU-Gewässerliste als Konsequenz, so Gentner. "Der Status ist geklärt, nur muss der angesprochene Eintrag entfernt werden", erklärt er.

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