In der Notinsel finden Kinder Zuflucht

+
Der Sportverein Jagstzell macht mit bei der Aktion "Notinsel". Kinder, die Gewalt erfahren, egal welcher Art, werden in der "Notinsel" von geschultem Person aufgefangen und ihnen wird im Sport-Vereinsheim geholfen.

Malteser Hilfsdienst eröffnet mit dem SV Jagstzell in der Vereinsgaststätte eine neue Anlaufstelle.

  • Notinsel werden
  • Informationen zur Notinsel findet man im Internet unter www.notinsel.de. Wer Interesse hat, selbst als Notinsel aktiv zu sein um Kindern und Jugendlichen Schutz zu bieten, der kann sich beim Malteser Hilfsdienst, Stadtverband Ellwangen, unter der E-Mail notinsel@malteser-ellwangen.de beraten lassen.

Jagstzell. Das bundesweite Projekt Notinsel der Stiftung Hänsel und Gretel“ gibt es bereits seit vielen Jahren in vielen Städten Deutschlands. In einer „Notinsel“ können Jugendliche und Kinder, die sich, aus irgendwelchen Gründen auch immer, in Gefahr befinden oder gesundheitliche Probleme haben, Unterschlupf und Hilfe finden. Erkennbar sind diese an einem Aufkleber an der Türe. Jetzt gibt im Vereinsheim des Jagstzeller Sportvereins in der Jagstaue eine neue, von den Maltesern und Mitgliedern des Sportvereins initiierte Anlaufstelle.

Und diese Anlaufstelle, unmittelbar am Sportgelände und dem Mehrgenerationenpark gelegen, ist eine ganz besondere, denn dort finden Kinder in Notsituationen pädagogische Hilfe. Auch bei kleinen Verletzungen werden sie von geschulten Mitgliedern des Sportvereins versorgt.

„Wo wir sind, bist Du sicher“, mit diesem Satz signalisiert der Sportverein Jagstzell, der das Notinsel-Zeichen an der Tür des Vereinsheims angebracht haben, den Kindern, dass sie hier Schutz finden, wenn sie sich bedrohlichen Situationen ausgesetzt fühlen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn sich ein Kind von anderen Kindern aber auch von Erwachsenen „angemacht fühlt“. Das betroffene Kind ist dann oft hilflos, hat Angst und weiß in seiner Not nicht wohin. Auch die sexuelle Anmache von Erwachsenen gehört zu diesen Ängsten, die ein Kind in so einer Situation bewältigen muss. Und nicht zu vergessen sind verbale Entgleisungen, mit denen sich viele Kinder konfrontiert sehen. „Dann stehen wir mit Rat und Tat zur Seite und helfen dem betroffenen Kind und sprechen mit dem Verursacher“, sagen Dominik Bundschuh, zweiter Vorsitzender des SV Jagstzell und Peter Fauser, Sprecher aller Jagstzeller Vereine.

„Es ist gut, wenn ein Kind eine Anlaufstelle hat in der es sich geborgen fühlt“, sagt der Stadtbeauftragte des Malteser Hilfsdienstes Ellwangen, Stephan Meßmer. „Wir können nicht genug Anlaufstellen für Kinder, die sich in Not befinden, haben“, sagt er und verweist im gleichen Atemzug auf die neue Notinsel im Vereinsheim des Sportvereins Jagstzell. Dominik Bundschuh, zweiter Vorsitzender des SV Jagstzell, bringt es auf den Punkt. „Wir nehmen die Kinder, die Angst haben, zu uns, beruhigen sie, bringen sie in einen abgeschirmten Bereich, in dem sie sich wohlfühlen können. Und wir sprechen mit dem Kind und fragen was los ist. Wenn das Kind es wünscht, werden die Eltern benachrichtigt. Kleinere gesundheitliche Schäden können wir direkt durch unsere geschulten Betreuer oder Trainer versorgen. Auch Peter Fauser, Sprecher aller Jagstzeller Vereine weiß von Problemen, denen Kinder oft ausgesetzt sind. „Gerade in der Pandemie sind die Kinder oft überaktiv und da fallen manchmal Schimpfworte, die unter der Gürtellinie sind. Nicht jedes Kind kann diese wegstecken und fängt zum Weinen an. Dann sind wir da und fangen das Kind auf, beruhigen es, sprechen aber auch mit dem Verursacher und versuchen eine kameradschaftliche Einigung. Uns ist es wichtig, dass wir jetzt eine Notinsel sind“, sagt er, denn die Kinder und Jugendlichen seien das Kapital eines jeden Vereins.

Zurück zur Übersicht: Jagstzell

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare