Kandidat für Jagstzeller BM-Wahl hebt linken Arm auf Bühne - Bewerber ist der Kripo bekannt

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Dauerbewerber Samuel Speitelsbach fiel in der Vergangenheit mehrfach wegen seiner Aussagen und Handlungen auf.
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Neben zwei "einheimischen" Bewerbern stellt sich auch ein ortsfremder Dauerbewerber zur Wahl. Gegen ihn habe die Kriminalpolizei mehrfach ermittelt.

Jagstzell. Ein Bürgermeisterposten, drei Bewerber - soweit, so unspektakulär. Die Handlungen und Äußerungen, die einer der Bewerber, Samuel Johannes Speitelsbach, in der Vergangenheit tätigte, sind alles andere als unspektakulär. Mehrere Medien berichten übereinstimmend: er ist Dauerbewerber auf Bürgermeisterposten. Und fiel häufig wegen Äußerungen und Handlungen auf, wegen denen bereits gegen ihn ermittelt wurde.

Bewerber zeigt bei Kandidatenvorstellung für Bürgermeisteramt den Hitlergruß

Titel eines Videos überSamuel Speitelsbach

Dem Saal verwiesen

Dauerbewerber gibt es viele. Was diesen hier besonders macht? Speitelsbach könnte man wegen seiner Handlungen und Aussagen in der Vergangenheit durchaus eine gedankliche Nähe zum Dritten Reich und Adolf Hitler unterstellen. Bei der Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in Weinsberg bei Heilbronn Anfang 2020 äußerte er sich zum Beispiel so: Seine Schwester werde wegen „minderwertiger Gene“ in einer Psychiatrie gefoltert. „Wehe euch Heuchlern, die ihr vorgebt, Rassismus zu bekämpfen aber in Wahrheit jedes Jahr Hunderttausende unschuldige wegen minderwertiger Gene foltern lassen. Hitler wird eher das Reich Gottes betreten als ihr Heuchler.“

Als Speitelsbach beginnt, mit erhobenen Linken Arm weiterzusprechen, wird das Publikum unruhig - der Dauerbewerber wird des Saales verwiesen. Die beschriebenen Szenen finden sich öffentlich auf Youtube als Mitschnitt der Rede. Zu finden unter dem Titel „Bewerber zeigt bei Kandidatenvorstellung für Bürgermeisteramt den Hitlergruß“.

Der Südwestpresse gegenüber bestätigte die Kriminalpolizei Heilbronn, dass gegen den 34-jährigen Speitelsbach unter anderem wegen dem Vorfall bei der Wahl in Weinsberg ermittelt wurde. Ferner berichtete die Südwestpresse, Speitelsbach sei Geschäftsführer des Unternehmens Tassau. Auf der zugehörigen Webseite ist er als Geschäftsführer angegeben. Auf der Seite Lesen Besucherinnen und Besucher unter anderem Sätze wie „Ich habe den Satan in die Ewige Verdammnis geschickt“, „Betet, dass es keinen Gott gibt“ oder „Heil Christi“.

Drei wollen Schultes werden

Der Gemeindewahlausschuss hat die drei Bewerbungen in einer öffentlichen Sitzung geprüft. Gewählt wird am Sonntag, 26. September, in der Gemeindehalle. Neben Speitelsbach haben sich auch Patrick Michael Peukert, diplomierter Bankbetriebswirt / Student im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst aus Neuler und Monika Rettenmeier, Beamtin im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst aus Dankoltsweiler zur Wahl gestellt.

Ein Phantomkandidat?

Für Montag, 13. September, ist um 19 Uhr eine öffentliche Bewerbervorstellung in der Jagstzeller Gemeindehalle vorgesehen. Jeder Bewerber hat bei der Bewerbervorstellung 15 Minuten Zeit, seine Ziele, Gedanken, Motivation und seine Person vorzustellen. Daran schließt sich eine Fragerunde mit dem Bewerber an, die zehn Minuten dauert. Während dieser Zeit halten sich die anderen Bewerber nicht in der Gemeindehalle, sondern in einem Raum der Grundschule auf.

Samuel Speitelsbach wird allerdings nachgesagt, häufig nicht persönlich in Erscheinung zu treten - trotz Bewerbung. So sei es etwa auch bei der jüngsten Bürgermeisterwahl in Essingen gewesen.

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