Komik bricht klassische Motive auf

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Die acht jungen Schauspielerinnen und Schauspieler, die mit diesem Stück zum ersten Mal auf der Bühne standen, glänzten mit ihrer Leistung.

Acht junge Schauspieler der „Kulturgestalten“ glänzen bei ihrer Bühnenpremiere mit einem Stück von Paul Maar vor mehreren hundert Zuschauern in der Jagstzeller Turnhalle. 

Jagstzell

Ein schreckliches Untier hauste in Jagstzell vor wenigen Tagen. Der Jagstzeller Verein „Kulturgestalten“ zeigte in der gut besetzten Turnhalle das Familientheaterstück „In einem tiefen, dunklen Wald“ nach dem Kinderbuch von Paul Maar. Bei der Aufführung im Jagstzeller Ferienprogramm haben acht jugendliche Schauspielerinnen und Schauspieler im Alter von 13 und 14 Jahren zum ersten Mal Bühnenluft geschnuppert und nach drei Monaten intensiver Probenarbeit gemeinsam mit zwei erfahrenen Spielern gezeigt, was in ihnen steckt.

Das unkonventionelle Märchen, das sie auf die Bühne brachten, erzählt die Geschichte der verwöhnten Prinzessin Henrietta (Carolin Engelhard), die beschließt, sich von einem vegetarischen Untier (Jana Täger) entführen zu lassen, um endlich einen schönen und reichen Prinzen als Retter anzulocken. Doch zu ihrem Leidwesen macht sich kein Prinz, sondern die mutige Prinzessin Simplinella (Silja Ernsperger) mit ihrem Freund Moritz, dargestellt von Ina Schenk, auf den Weg, Henrietta zu befreien. Denn schließlich ist dafür eine nette Belohnung ausgeschrieben. Als sich das Untier dann schlussendlich als verzauberter Königssohn (Aaron Brunner) entpuppt, der von der schlauen Simplinella erlöst wird, gibt es dann doch noch eine Hochzeit zu feiern.

Paul Maar hat mit „In einem tiefen, dunklen Wald“ ein modernes Märchen geschaffen, das mit viel Komik klassische Motive des Genres aufbricht. Hier ist nichts, was es zu sein scheint: Untiere entpuppen sich als Vegetarier, Prinzen als Prinzessinnen, die mehr daran interessiert sind, selbstständig durchs Leben zu gehen, als geheiratet zu werden. Die Komödie unterhält mit Wendungen, Sprachwitz und Situationskomik.

Mit einem kreativen Bühnenbild und vielen originellen Einfällen unterhielten die „Kulturgestalten“ an drei Abenden annähernd 500 kleine und große Zuschauer.

Dem Regisseur der „Kulturgestalten“, Harry Baumann, ist es gelungen, die Rollen perfekt zu besetzen. Emily Welk begeisterte als Erzählerin, Celina Dirlein als Bäckersfrau und Magd sowie Astrid Zwick-Lamprecht und Tobias Brunner als Königspaar. Die jungen Schauspieler und Schauspielerinnen spielten, tanzten und sangen abwechselnd eigens für die Aufführung von Harry Baumann und Tobias Schiele komponierte Lieder und machten damit das Stück besonders kurzweilig. Das Publikum dankte für den großen Einsatz mit viel Applaus.

Die "Kulturgestalten" begeisterten an drei Abenden in der Jagstzeller Turnhalle mit einem Stück voller Komik von Paul Maar.
Die drei Monate Proben haben sich gelohnt: Ausdrucksstark präsentierten die jungen Schauspieler das Stück "In einem tiefen, dunklen Wald".

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