Privates Bauen: Zustimmung nur mit Widerwillen

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ARCHIV - Auf vielen Baustellen herrscht im Moment Materialmangel.
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Geänderte private Bauausführungen sorgen bei Gremiumsmitgliedern in Jagstzell für Unmut.

Jagstzell. Der Gemeinderat Jagstzell drückte noch einmal beide Augen zu bei einem Baugesuch, das nachträglich bei der Verwaltung einging.

In Schweighausen wurde vom Bauherren eine Hackschnitzelheizung sowie das Hackgutlager nicht mehr, wie in der ursprünglichen Planung eigentlich vorgesehen, im Untergeschoss des Wohnhauses integriert, sondern wurde nun in einem separaten Heizungsgebäude untergebracht.

Der Bauherr ist nun der Aufforderung des Landratsamtes Ostalbkreis, eine veränderte Bauausführung mit den vollständigen Bauvorlagen einzureichen, nachgekommen. Diese Planunterlagen sind über die Jagstzeller Gemeindeverwaltung beim Landratsamt eingegangen. Von Behördenseite sind keine Bedenken dazu vorgebracht worden. Auch die Nachbarn hatten keine Einwendungen.

Verärgerte Räte

Die Gemeindeverwaltung merkt jedoch an, dass die vom Bauherren gewählte Vorgehensweise alles andere als korrekt sei: „Die Gemeindeverwaltung tut sich aufgrund der vom Bauherren gewählten Vorgehensweise alles andere als leicht, dem Gemeinderat im vorliegenden Fall zu empfehlen, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.“ Der Gemeinderat stimmte dem Baugesuch am Ende mehrheitlich zu.

Ebenfalls zugestimmt wurde bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen einer weiteren geänderten Bauausführung. Wiederum in Schweighausen wurden entgegen der erteilten Baugenehmigung durch das Landratsamt Stockwerke unerlaubt erhöht, wurde bei der Rohbauabnahme festgestellt.

Das brachte Gemeinderat Markus Zeller auf die Palme: „So etwas sollen wir schlucken. Das kann ich von meiner Seite jedenfalls nicht mittragen“, erklärte Zeller verärgert.

Pandemie und Ukraine

Bürgermeister Patrick Peukert mahnte im Gemeinderat Jagstzell, wegen der Corona-Pandemie auch weiterhin Vorsicht walten zu lassen. „Seit der Gemeinderatssitzung Ende März haben sich bei uns in Jagstzell bis heute 169 Menschen infiziert. Man muss weiter Acht geben, Rücksicht nehmen, Abstand halten und auch das Maske tragen nicht vernachlässigen, denn die Pandemie ist noch nicht vorüber.“  Der Bürgermeister informierte danach über die Ukraine-Flüchtlinge und dass  gegenwärtig zwölf Flüchtlinge in der Gemeinde Jagstzell untergebracht sind. „Sie werden sehr gut betreut und erfahren von der Gemeinde, wie auch von der Bevölkerung große Unterstützung. Es wurden bereits viele Sach- und Geldspenden geleistet. Wir helfen diesen Menschen, wo wir nur können.“

Peukert erwähnte außerdem, dass jetzt in Jagstzell und Dankoltsweiler insgesamt fünf „Mitfahrbänkle“ aufgestellt worden sind: „Das ist eine gute und sinnvolle Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr.“  

Achim Klemm

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