Bürgermeisterwahl Jagstzell: Wer folgt auf Raimund Müller?

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Patrick Peukert und Monika Rettenmeier stellten sich für die Bürgermeisterwahl in Jagstzell, die am 26. September stattfindet, vor zahlreichen Gästen in der Gemeindehalle als Kandidaten vor.
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Die Kandidatenvorstellung in Jagstzell lässt über 300 Gäste in die Gemeindehalle strömen. Monika Rettenmaier und Patrick Peukert präsentieren sich der Bürgerschaft.

Jagstzell.

Die Vorstellung der Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Jagstzell weckte großes Interesse der Bürger und die Neugier darauf, mit welchen Ideen und Visionen sie die Gemeinde gestalten und weiterentwickeln wollen. Zwei Bewerber präsentierten sich in der vollen Gemeindehalle.

Die 43-jährige Monika Rettenmeier aus Jagstzell-Dankoltsweiler und der 30-jährige Patrick Peukert aus Gaishardt bei Neuler formulierten ihre Ziele und stellten sich den Fragen der Gäste. Der dritte angemeldete Bürgermeisterkandidat, Samuel Johannes Speitelsbach aus Ravenstein, gegen den bereits die Kriminalpolizei ermittelte, war nicht anwesend.

Bürgermeister Raimund Müller, der sich nach drei Amtsperioden und 24 Jahren als Bürgermeister von Jagstzell aufhört, hieß die Gäste willkommen, die alle den 3G-Nachweis erbracht hatten: „Ich hoffe, Sie treffen die richtige Wahl am 26. September, wenn Sie sich für einen Bürgermeister-Kandidaten entscheiden müssen“, so Müller.

Die Ziele von Monika Rettenmaier

Monika Rettenmeier.

Die Verwaltungswirtin Monika Rettenmeier beschrieb ihren beruflichen Werdegang. Sie war unter anderem zwölf Jahre bei der Stadt Ellwangen tätig, wo sie ihre Ausbildung als Beamtin im mittleren nichttechnischen Dienst absolvierte und danach die Sachgebietsleitung im Bereich Wahlen und Statistik übernahm. In Hüttlingen war sie ab 2015 stellvertretende Hauptamtsleiterin. Seit 2019 ist sie Hauptamtsleiterin der Stadt Lauchheim. Monika Rettenmeier beschrieb: „Ich möchte gemeinsam mit Ihnen, liebe Bürger die Zukunft in Jagstzell gestalten. Das Zuhören und Empathie ist dabei wichtig. Ich bin in Jagstzell aufgewachsen, mir liegt die Gemeinde sehr am Herzen. Ich habe das fachliche Rüstzeug und werde mich mit meiner ganzen Energie für Jagstzell einsetzen, wenn ich gewählt werde.“

Besonders die Gestaltung der Ortsmitte sei wichtig mit dem ehemaligen Gasthaus „Rössle“, der Kirche und der Alten Mälzerei als Ensemble. „Es wäre schön, wenn sich ein Gastronom für das „Rössle“ finden würde damit es aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Ein aktiver Bürgerdialog ist gerade in Bezug auf die Ortsmitte sehr wichtig.“

Wohnbebauung an der Bahnrampe hält Monika Rettenmeier für schwierig. Dort sieht sie eher Gewerbebetriebe. Die Infrastruktur aller Ortsteile müsse attraktiv bleiben. Bezahlbarer Wohnraum müsse ausgewiesen werden. „Es geht darum, was wir uns künftig leisten können und was nicht. Dazu muss eine Prioritätenliste erarbeitet werden.“ Die Umsetzung möglicher Klimaschutzmaßnahmen, die Forcierung des Breitbandausbaus und der Digitalisierung nannte sie als wichtige Aufgaben.

Das hat Patrick Peukert vor

Patrick Peukert.

Patrick Peukert, diplomierter Bankbetriebswirt, der einige Jahre bei der VR-Bank tätig war und Student im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst ist, lernte Jagstzell in einem halbjährigen Praktikum näher kennen: „Ich habe viel über die Gemeinde und ihre Projekte erfahren und weiß deshalb, wo der Schuh drückt. Ich bin in vielen Vereinen und aktiv dabei und will mich für deren Belange in Jagstzell einsetzen. Jagstzell ist eine lebens- und liebenswerte Gemeinde und ich will für sie hauptberuflich Verantwortung übernehmen.“

Breitband müsse flächendeckend zur Verfügung gestellt, die Digitalisierung gerade auch in der Verwaltung nachhaltig umgesetzt werden. „Die Verwaltung muss sich an den Bedürfnissen der Bürger ausrichten.“

Die neue Ortsmitte muss ein Platz zum Wohlfühlen werden mit hoher Aufenthaltsqualität. Eine gute medizinische Versorgung sei wichtig. Leerstände und Baulücken sollen geschlossen werden. „Eine Bebauung an der Bahnrampe halte ich nicht für sinnvoll, weil die Fläche dafür nicht geeignet ist.“ Die Schaffung von neuem Gewerbe sei eine weitere wichtige Aufgabe.

Das wollen die Menschen wissen

Die Bürgerfragen drehten sich um die Schaffung von Wohnraum, die Nutzung des „Rössle“, die weitere Nutzung von erneuerbaren Energien, den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik und dem Leben in der Gemeinde Jagstzell im höheren Alter.

„Wir brauchen betreute Wohnungen, die ich im Bereich der Alten Mälzerei sehe“, sagte Monika Rettenmeier. „Der Wer-hilft-wem-Verein“ leistet großartige Nachbarschafts- und Bürgerhilfe. Wir benötigen altersgerechtes und betreutes Wohnen“, erklärte Patrick Peukert.

Die Bürgermeister-Kandidatenvorstellung verfolgten über 300 neugierige Besucher in der Jagstzeller Gemeindehalle.

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