Jetzt kommen die Maibäume: Mitmachen beim Wettbewerb 

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Der Maibaum-Sieger der kleinen Ortschaften 2019: Himmlingen.
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Zum 1. Mai werden Maibäume aufgerichtet, Maien gesteckt und Feste gefeiert. Die Jury des Maibaumwettbewerbs ist unterwegs und Musikkapellen spielen Ständchen.

Ellwangen. In diesem Jahr verspricht der Mai wieder ein echter Wonnemonat zu werden, wie man ihn von den Zeiten vor der Pandemie in Erinnerung hat: Ohne Einschränkung dürfen die Menschen wieder zusammen kommen, Maifeste dürfen geeiert werden, unter dem Maibaum kann man wieder ohne Maske und ohne Abstand feiern.

Auch die Maiwanderer, die zwei Jahre lang nur halblegal unterwegs sein konnten, dürfen nun wieder den Bollerwagen rüsten und sich in Gruppen verabreden, egal wie groß und wer mit wem in einem Haushalt zusammenlebt.

Die Einschränkungen, unter denen so einfache und alte Traditionen zu leiden hatten, wie das Maienstecken, muten heute fast schon absurd an. Gab es wirklich vor so wenigen Monaten noch Ausgangssperren? Wurde auf den Straßen kontrolliert, wer wohin geht und ob eine Maske getragen wird? Musste man wirklich darauf achten, dass man beim Spazierengehen im Wald Abstand hält?

Auch der Maibaumwettbewerb, den die Rotochsen Brauerei und die Schwäbische Post seit 1978 veranstalten, war zwei Jahre lang nicht so durchzuführen, wie man das all die Zeit vor der Pandemie tat. Eine neunköpfige Jury fährt in Autos von Baum zu Baum? Undenkbar wegen der Ansteckungsgefahr. Und die über 60-Jährigen zählen auch noch zu den vulnerablen Gruppen. Wir beschränkten uns darauf, von den Leserinnen und Lesern Fotos ihrer Maibäume anzufordern und Gewinner auszulosen. Kein Wettbewerb im eigentlichen Sinn.

Doch dieses Jahr findet alles wieder nach altem Ritus statt: Beim Maibaumwettbewerb fährt eine Jury am Morgen des 1. Mai von Ortschaft zu Ortschaft und von Baum zu Baum, um das schönste Exemplar zu küren. Sie werden dabei wieder auf verkaterte Nachtwachen treffen, die ihren Maibaum bewacht haben, damit er vom Nachbardorf nicht umgesägt oder gestohlen wird. Sie werden die ersten sein, die auf den Dächern mancher Häuser die Maien sehen, die den hübschen Töchtern von ihren Verehrern gesteckt werden. Und sie werden in manchen Gegenden die Musikkapellen sehen, die zum Maienständchen unterwegs sind. Auch das war zwei Jahre lang nicht möglich.

Spannend wird sein, inwieweit die Menschen die wiedergewonnene Freiheit auch annehmen werden. Bislang hält sich die Zahl der angekündigten Maifeste noch sehr in Grenzen. Auch die Anmeldungen zum Maibaumwettbewerb gehen eher zögerlich ein. Offensichtlich haben manche Gruppen und Vereine nach zwei Jahren Stillstand gewisse Anlaufschwierigkeiten.

Haben die Menschen auf der Ostalb durch zwei Jahre Pandemie das Feiern und die Geselligkeit ein Stück weit verlernt beziehungsweise das eigene Wohnzimmer als bevorzugten Lebensraum entdeckt? Oder wird im Mai bei Maifesten und Hocketsen doch noch der „Freedom Day“ gefeiert?

Man kann davon ausgehen, dass es zuallererst die Jugend sein wird, die sich die alten Freiheiten zurückerobert. Andere Leute treffen, Party machen, das geht eben zuhause nicht so gut wie dort, wo die anderen sind.

Vereine müssen nach der Pandemie erst noch in die Gänge kommen. Zwei Jahre lang waren die Routinen ausgesetzt. Manche Mitglieder haben sich neu orientiert, manche haben sich zur Ruhe gesetzt. Das größte Problem: zwei Jahre lang waren keine neuen Mitglieder zu gewinnen. Es sind die Neuen, die oft die Belebung tragen, weil sie auch neue Ideen einbringen. Das gilt auch für die Gruppen und Vereine, die den Maibaum aufstellen, oft schon jahrzehntelang. Sie müssen im Jahr eins nach der Pandemie neue Mitglieder davon begeistern, wie wichtig es ist, diese Tradition fortzuführen. Weil der Maibaum für die Heimat steht und weil die Arbeit an diesem Symbol Spaß macht und Generationen verbindet.

Anmelden kann man jeden Maibaum, egal ob er nun am Dorfplatz steht und von einem Verein oder einer Maibaumgruppe errichtet wurde, ob er den Garten eines Kindergartens, Seniorenheims, Wohnhauses schmückt oder ob er vor einem Bauwagen aufgestellt wurde. Sogar auf Campingplätzen wurden und werden Maibäume errichtet und zum Maibaumwettbewerb angemeldet. Man kann eine Birke schmücken oder einen Nadelbaum und man kann auch als Anfänger dabei sein. Auch die „Meister“ aus Aufhausen und Himmlingen, Elchingen, Hummelsweiler, Holbach und anderen Ortschaften, die schon viele Pokale gewonnen haben, mussten einmal klein anfangen und sich die Kniffe und Techniken erarbeiten.

Zu gewinnen gibt es den Pokal für den schönsten Baum, gegliedert in die Kategorien, große Ortschaften (über 300 Einwohner), kleine Ortschaften (unter 300 Einwohner) und Kindermaibäume. Für außergewöhnliche Leistungen gibt es zudem den Preis der Jury. Alle Teilnehmer sind zur Siegerehrung mit Freibier der Rotochsen Brauerei eingeladen.

Info: Anmelden kann man sich bis zum 25. April auf der Internetseite www.schwaebische-post.de/maibaum

Wir sind beim Wettbewerb 2022 wieder dabei.“

Anmeldung der, Maibaumfreunde Waldhausen

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