Johannes Joas ist neuer Bürgermeister in Unterschneidheim 

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Johannes Joas
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Überraschend deutlich setzte sich der 31-jährige Grünen-Kandidat Joas im ersten Wahlgang gegen den von der CDU unterstützten Jan-Erik Bauer durch.

Unterschneidheim. Sichtlich überwältigt bedankte sich der frisch gewählte neue Bürgermeister Unterschneidheims, Johannes Joas, bei denen, die ihn gewählt hatten: „Sie erleben mich sprachlos, was nicht oft vorkommt.“

Ein paar Worte konnte er aber dann doch noch finden. „Mein Dank gebührt den Bürgerinnen und Bürgern, die in schwierigen Zeiten, trotz Pandemie und Politikverdrossenheit, sich für die Politik in ihrer Heimatgemeinde interessieren. Das deutliche Wahlergebnis werte er als Vertrauensvorschuss, und er wolle alles daran setzen, dass er ihn verdiene.

Die hohe Wahlbeteiligung ist ein gutes Zeichen für die Zukunft.“

Johannes Joas

Sehr intensive Wochen des respektvollen Wahlkampfs lägen hinter ihm. Sein Dank gelte seiner Frau Silke und seiner Familie, die ihm den Rücken freigehalten hätten und seinem Wahlkampfteam: „Ich weiß aber auch, dass die Arbeit jetzt erst richtig losgeht. Ich bin bereit, in zwei Monaten zu starten“, bekräftigte Joas.

Der unterlegene Kandidat und Hauptamtsleiter der Gemeinde, Jan-Erik Bauer, der von der CDU Unterschneidheims unterstützt wurde, zählte mit seiner Frau Annika zu den ersten Gratulanten. „Wir sind zwei gute Kandidaten und haben einen fairen Wahlkampf geführt. In einer Wahl gibt es immer einen Gewinner. Auch wenn ich es nicht war, freue ich mich nun auf die Zusammenarbeit mit Johannes Joas. Wir denken gar nicht so verschieden.“ Noch-Bürgermeister Nikolaus Ebert wünschte Joas alles Gute für die neue Aufgabe und dankte den Bewerbern für den respektvollen Umgang.

Gutes Zeichen für Demokratie

Für den Gemeindetag Baden Württemberg und als Kollege aus der Nachbargemeinde gratulierte Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler dem frisch gebackenen Kollegen. „Mit Jux hat unsere Arbeit nichts zu tun“, gab er Joas mit auf den Weg, „das ist ehrliche, harte Arbeit und ein Sich-Stellen gegenüber der Bevölkerung. Ich freue mich, dass wir hier zwei starke Kandidaten und einen fairen Wahlkampf gesehen haben, das ist ein gutes Zeichen für die Demokratie“, so Bühler. Dem unterlegenen Jan-Erik Bauer dankte er für dessen aufrechte Haltung. Nun hoffe er auf gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Lauchheims Bürgermeisterin Andrea Schnele gratulierte als Sprecherin für den Bürgermeistersprengel Virngrund-Ries und hieß Joas in dieser Runde herzlich willkommen.

Der Unterschneidheimer CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender und Gemeinderat Josef Uhl trug die Wahl des Grünen-Kandidaten ebenfalls sportlich fair: „Wir sind als CDU nicht enttäuscht über das Wahlergebnis, aber doch überrascht von der Deutlichkeit.“

Mit Johannes Joas werde man aber gut zusammenarbeiten können, so Uhl. Ellwangens Bürgermeister Volker Grab, ebenfalls Bündnis 90/Die Grünen, war hellauf begeistert: „Ein grüner Bürgermeister in Unterschneidheim. Das ist der Hammer.“ Grünen-Kreisrat Bennet Müller, der Joas im Wahlkampfteam unterstützte, freute sich sichtlich über den Erfolg: „Ein überragendes Ergebnis. Bis auf Walxheim hat Joas alle Wahlkreise mit hohem Vorsprung gewonnen.“

Der Erfolg gründe vor allem auch in Johannes Joas selbst: „Er hat als Person überzeugt.“

In gut zwei Monaten ist er hier der neue Chef: Grünen-Kandidat Johannes Joas (Mitte) übernimmt das Bürgermeisteramt der Gemeinde Unterschneidheim von Nikolaus Ebert (links). Gemeinsam mit Ehefrau Silke (rechts) nahm Joas die Glückwünsche von Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen sowie der Bevölkerung entgegen.

So wählte Unteschneidheim

 Johannes Joas (31, Bündnis 90/Grüne) erhielt 1787 Stimmen und somit 65,05 Prozent.

Jan-Erik Bauer (28, parteilos) vereinte 918 Stimmen auf sich und damit 33,42 Prozent.

Samuel Speitelsbach (34, parteilos), wählten 6 Personen. Das sind 0,22 Prozent.

Weitere 36 Stimmen entfielen auf Bürger der Gemeinde, 1,31 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag bei 71,29 Prozent. 2754 der 3863 Wahlberechtigten nutzten ihr Stimmrecht.

Kommentar von Jürgen Kunze zur Bürgermeisterwahl

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