Josef Rettenmaier: Abschied vom „Holzmüller“

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Mehrere hundert Menschen wohnten der Beerdigung von Josef Rettenmaier Sen. in Hohenberg bei.
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Zahlreiche Fahnen neigten sich über dem offenen Grab: Ein würdevoller letzter Gruß der Vereine der Gemeinde Rosenberg an Josef Rettenmaier sen., der ihnen viel Gutes getan hatte.

Rosenberg-Hohenberg

Die Vormittagssonne strahlte Geist und Körper wärmend vom samstäglichen Himmel und so war es möglich, dass mehrere hundert Trauergäste auf dem Hohenberg im Freien vom „Holzmüller“ Josef Rettenmaier Abschied nehmen konnten. Die Jakobuskirche hätte die große Anzahl von Familienmitgliedern, Verwandten, Mitarbeitern, Geschäftsfreunden und Gästen aus Politik und Wirtschaft nicht aufnehmen können.

Pfarrer Harald Golla, der zusammen mit Prälat Werner Redies, Pfr.i.R. Anton Eßwein und Pater Jens Bartsch den Trauergottesdienst feierte, bezeichnete den am vergangenen Mittwoch im Alter von 97 Jahren verstorbenen Seniorchef der Fa. JRS-Holzmühle als große Unternehmerpersönlichkeit, die fest mit der Heimat verwurzelt war und aus einer tiefen Gläubigkeit und stets enger Verbundenheit mit der Familie in rund 60 Jahren aus einer Getreidemühle mit Bauernhof ein Weltunternehmen geformt hatte.

Prälat Werner Redies, seit vielen Jahren mit der Familie freundschaftlich verbunden, skizzierte in seiner Predigt den Lebensweg des Verstorbenen. Nach Kindheit und Schulzeit auf der elterlichen Mühle, einer Müllerlehre und einer kaufmännische Ausbildung sowie einem Kriegseinsatz als Matrose war es vor allem die Neuorientierung des Betriebes nach dem Krieg. Mit seinem Vater Josef sen. und dem Bruder Otto führte sie vom Mahlen von Getreide und Ölfrüchten weg zur heutigen Produktpalette. „Das Wichtigste sind Josef stets seine Familie gewesen und seine 'Betriebsfamilie' mit Menschen 'die schaffen', aber auch in Not geratene Mitarbeiter, denen er mit seiner 2017 verstorbenen Frau Hanne oft unbürokratisch geholfen hat.

Landtagsabgeordneter Winfried Mack verglich den Lebensweg des Verstorbenen mit dem Jakobsweg und würdigte die Verdienste Rettenmaiers als einer der bedeutenden Familienunternehmer Baden-Württembergs. Rosenbergs Bürgermeister Tobias Schneider dankte für das jahrzehnte lange komunalpolitische Engagement im Gemeinderat und im Kreistag. Alfred Landkammer, früherer JRS-Finanzchef, skizzierte detailliert das Wachsen von JRS von 'kleinauf' bis heute mit 3500 Mitarbeitern. Richard Geitner dankte für die jahrzehntelang Treue zum Rotaryclub Ellwangen, Alois Maierhöfer sprach für die Vereine und Vereinigungen der Gemeinde Rosenberg und Pfarrer Golla schließlich dankte dem Verstorbenen für sein großes Engagement als langjähriges Mitglied des Kirchengemeinderates Hohenberg.

Den Trauergottesdienst gestalteten die Fahnenabordnungen der Vereine mit und eine Schola des Kirchenchores mit dem Organisten Volker Schulz; die Beisetzung umrahmte der Musikverein Rosenberg.

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