Jury-Preis für Kartoffelchips von Wagner aus Neunheim

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Kartoffel-Chips von der Familie Wagner gibt es bereits in zehn Sorten. Und dazu den 2. Platz beim Wettbewerb für landwirtschaftliche unternehmerische Investitionen (LUI): (v.l.) Alexander Seibold, Maximilian Corinna, Anton Wagner, Hubert Kucher.
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Was voriges Jahr aus der Not geboren wurde entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte mit überregionaler Ausstrahlung: Die Chips mit dem echten Kartoffelgeschmack sind Trend.

Ellwangen-Neunheim

Das hätte Anton Wagner vor einem Jahr nicht zu träumen gewagt, dass seine Kartoffelchips in so kurzer Zeit einen so starken Boom auslösen, dass er mit der Produktion kaum hinterherkommt. Denn die Idee war aus der Not geboren: Aufgrund von Pandemie und Lockdown blieben Anfang 2021 bei ihm die Kartoffeln liegen. Gasthäuser hatten geschlossen, Volksfeste fielen aus.

Wohin damit war die Frage: Biogasanlage? Viehfutter? Wagner ließ aus einem Anhänger der besonders teuren, farbigen Knollen einfach Kartoffelchips herstellen. Ein Unternehmen in Bielefeld bot ein besonders schonendes Frittierverfahren im Vakuum an und von dem Ergebnis waren die Familie Wagner und die Kunden gleichermaßen begeistert. Als die roten und blauen Kartoffeln weg waren, ließ Wagner auch die gelben zu Chips verarbeiten und für die neue Saison pflanzte er gleich fünfmal so viele von den bunten Kartoffeln wie sonst.

Gerade einmal ein Jahr später ist die Chipsproduktion der Familie Wagner so ausgedehnt, dass ein regelrechter Pendelverkehr zwischen Neunheim und Bielefeld entstanden ist. Alle zwei Monate geht eine Charge Kartoffeln gen Norden und ein halber Lastwagen Chips kommt zurück. Der Transport wird ausgesprochen nachhaltig abgewickelt über die Firma Kicherer, die ohnehin die Strecke fährt.

Zehn Sorten hat Wagner mittlerweile im Angebot, verschiedene Farben, verschiedene Geschmacksrichtungen und jetzt auch verschieden scharf. Die schärfsten Kartoffelchips überhaupt mit 200 000 Scoville, das ist der Wert, in dem die Schärfe von Lebensmitteln angegeben wird, kommt von dem Kartoffelhof Wagner.

„Die scharfen finden reißenden Absatz. Es gibt Leute, die können die essen, ohne zu heulen“, sagt Anton Wagner und kann Geschichten erzählen, von anderen, die versehentlich davon probiert haben.

Jetzt wurden die Chips ausgezeichnet: Das Wagner-Produkt belegt den 2. Platz beim Wettbewerb für landwirtschaftliche unternehmerische Investitionen (LUI). Alexander Seibold, Geschäftsführer beim Bund badischer Landjugend überbrachte den Preis persönlich. Die hochwertige Verwendung für ein Agrarprodukt, das eigentlich übrig war, habe die Jury überzeugt.

„Manchmal braucht es Krisen, um eine neue Tür aufzustoßen“ meinte Hubert Kucher, Vorsitzender des Kreisbauernverbands. Mit ihrem unternehmerischen Erfolg für ein regionales Agrarerzeugnis sei die Familie Beispielgeber für die Berufskollegen in einer schwierigen Zeit für die Landwirtschaft.

Die Scharfen gehen weg wie nix. Es gibt Leute, die können die essen, ohne zu heulen.“

Anton Wagner, Kartoffelbauer
  • Bunte Kartoffelchips mit einem Firmenlogo
  • Nachdem immer wieder Vereine und Unternehmer nach einer Sonderabfüllung in den Vereinsfarben angefragt haben, macht Anton Wagner daraus ein besonderes Angebot: In drei Farben (blau, rot, gelb) kann er Sonderchargen seiner Kartoffelchips anbieten, versehen mit dem Vereinswappen oder dem Firmenlogo für die Kantine oder das nächste Heimspiel. Vielleicht passen ja sogar ausgerechnet die superscharfen Chips zum Image des Unternehmens.
Die Wagner-Kartoffelchips gibt es mittlerweile in zehn Varianten und Geschmacksrichtungen wie Rosmarin, Spargel, Peffer sowie als Teufelchips (5000 Scoville) und Scharf (200 000 Scoville).

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