Kapelle für Neunheim und die Region

+
Letztes Saubermachen in der grundlegend sanierten Schutzengelkapelle: (v.l.) Barbara Gentner, die Mesnerin Ingrid Monninger und der Restaurator Markus Ludwig.
  • schließen

Die Schutzengelkapelle in Neunheim wurde von Grund auf saniert. Die Bürgerschaft spendete Geld und Arbeitszeit für rund 60 000 Euro.

Ellwangen-Neunheim

Ein Jahr lang war die Schutzengelkapelle Baustelle, zeitweise verschwand die kleine Kirche aus dem Jahr 1724 fast komplett hinter Gerüst und Folien. Doch seit einigen Tagen erstrahlt sie in ganz neuem Glanz. Derzeit laufen letzte Reinigungsarbeiten, am kommenden Sonntag feiern die Neunheimer das Ende der Bauarbeiten an ihrer Schutzengelkapelle mit einem Festgottesdienst im Hof Reeb.

Barbara Gentner vom Kirchengemeinderat zählt auf, was alles zu richten war: Zunächst musste rund um den Bau das Fundament aufgegraben werden, um eine Grundsickerung einzubauen. Die fehlte bislang, aufsteigende Feuchtigkeit hatte den Sandstein angegriffen und auch im Innenraum zu Salpeterbildung geführt. Die Elektrik wurde erneuert und der ganze Innenraum:. „Wir haben jetzt auch Internet und die Bankheizung ist steuerbar“, sagt sie.

Dass bei den früheren Restaurierungen manches der ursprünglichen Ausstattung verloren ging, bedauert der Restaurator Markus Ludwig von der Werkstätte Meinrad Kopp aus Emerkingen. In den 1960-er Jahren wurde ein großes Deckengemälde entfernt. Auch andere Schmuckelemente gingen verloren. Jetzt hat Ludwig mit einem neuen Anstrich den ursprünglichen Charakter wieder herausgearbeitet. Unter den Fenstern sind Lisenen gemalt, die wie ein Stuckprofil aussehen. Auch die abgehobenen Stichkappen darüber geben dem Kircheninneren eine neue Qualität. Restauriert und gesichert wurden auch die Heiligenfiguren, Petrus und Paulus im Chor, die hölzerne Pietà im Querschiff. Vom Ellwanger Künstler Hans Scheble sind der große Michael außen an der Ostfassade und ein Kreuzweg im Inneren.

Am Dachstuhl waren etliche Balken auszutauschen, was ebenso eine Fachwerkstatt übernommen hat wie den Bau des hölzernen Glockenstuhls für die drei Glocken.

Bislang hing das Geläut in einem Stahlkorsett, das die Schwingungen auf die Mauern übertragen hat. Neu eingedeckt, neu gestrichen und rundum saniert, ist die Schutzengelkapelle nun zu einem wahren Schatzkästchen geworden.

Finanziert vom bischöflichen Ordinariat mit Zuschüssen des Landesamts für Denkmalschutz und Spenden aus der Bevölkerung wurden rund 820 000 Euro investiert.

Das Geld ist sicherlich gut aufgehoben, denn an der Schutzengelkapelle hängen nicht nur die Menschen in Neunheim. Zum jährlichen Schutzengelfest pilgern viele aus der ganzen Region hierher.

Wir haben jetzt auch Internet und die Bankheizung ist steuerbar.“

Barbara Gentner, Mitglied des Kirchengemeinderats

Ein Fest mit Gottesdienst im Freien am 1. August

Am Sonntag, 1. August, um 10.30 Uhr wird das Ende der Bauarbeiten mit einem Festgottesdienst im Freien, gegenüber im Hof Reeb gefeiert. Die Sangesfreunde treten auf und eine Bläsergruppe des Musikvereins. Nach dem Gottesdienst bis gegen 16 Uhr gibt es Bewirtung. Um 13, 14 und 15 Uhr spielen Benedikt Nuding und Josef Stengel auf der Orgel. Die Kapelle ist geöffnet. Die Coronaverordnung ist zu beachten. Die Kirchengemeinde freut sich über Spenden.

Zurück zur Übersicht: Ellwangen

WEITERE ARTIKEL

Kommentare